Landau Viel Raum für Kultur

Schon seit 16 Jahren veranstalten die Schüler der Fachschule für Altenpflege der Berufsbildenden Schule Südliche Weinstraße in Annweiler das Blütenfest für die älteren Menschen in der Stadt und den umliegenden Gemeinden. Am vergangenen Donnerstag ist kein Platz leer geblieben – fast 300 Menschen sind in die Schlosshalle in Bad Bergzabern gekommen.
Noch am Morgen fielen dicke Schneeflocken, doch pünktlich zum Blütenfest um 14 Uhr färbte sich der Himmel blau und die Sonne wagte sich hervor. Der Frühling war gekommen und machte dem Fest seine Aufwartung. Lehrerin Gabriele Kolain, die von der Studentin für Pflegepädagogik Anne-Katrin Koschnik begleitet wurde, klärte zu Beginn gleich darüber auf, „dass das Programm ausschließlich von unseren Schülern gestaltet wird“. Schon der Beginn mit dem Auftritt des Kindergartens „Pusteblume“ mit 15 Kindern begeisterte. Eine Modenschau mit einer Reise aus den Jahren von 1920 bis heute und ein Sketch der Klasse 14 B mit dem Titel „Ich will keine Schokolade“ wurden von großem Applaus begleitet. Dass an der Fachschule für Altenpflege auch der Kultur viel Raum gegeben wird, bewies die Mezzosopranistin Sophie Schäfer mit ihren Soli. Für die weitere musikalische Unterhaltung erhielt auch die „Dernbacher Mundharmonie“ unter der Leitung von Elli Metz stürmischen Applaus. Einen weiteren Höhepunkt gab es beim Einmarsch der „Tortengeber“: Wunderschöne und kunstvolle Torten in allen Variationen wurden den Gästen auf die festlich geschmückten Tische gestellt. Eine gekonnte Moderation des Frühlingsfestes boten Yasmin Kröpfl und Michelle Petersen. Warum wählten die Schüler der Fachschule für Altenpflege diesen doch recht anspruchsvollen Beruf, wurden einige gefragt. „Ich liebe ganz einfach alte Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben, daher ist es für mich ein echtes Bedürfnis, sie im Alter zu begleiten“, sagte beispielsweise Marina Dittrich. „Für mich steht das Wohl unserer älteren Mitmenschen im Vordergrund“, meinte Nicole Schulze. Marita Fremgen gab zu bedenken, „dass jeder unserer Älteren seine Lebensleistung erbracht hat, der ein oder andere sich jetzt im Altersheim befindet und unserer besonderen Fürsorge bedarf“. Der in Kasachstan geborene Alexander Pflaum und Ivonne Tjiueza aus dem afrikanischen Namibia hängen nach ihren Aussagen „mit Herzblut an diesem Beruf, am Dienst an älteren Menschen“. Die Gäste waren von dem Nachmittag in der Schlosshalle begeistert. Hannelore Böhme (73) aus Bergzabern besucht schon seit zehn Jahren regelmäßig „diese schönen Nachmittage“. Im Rollstuhl wurde Emma Mang mit ihrer Betreuerin Annemarie Baron vom Seniorenheim in Hauenstein begrüßt, die erstmals nach Bergzabern kam − und „ehrenwörtlich“ zusagte, auch im nächsten Jahr dabei zu sein. Die 91-jährige Henriette Friedel sorgte für große Heiterkeit bei der Beantwortung der Frage, was man tun müsse, um auch im hohen Alter noch eine solche Fitness zu haben: „Ma derf äfach nur s’Schnaufe nit vergesse.“ Lehrerin Gabriele Haß hatte mit Gleichgesinnten vor 16 Jahren die Idee, „für unsere älteren Mitmenschen das Blütenfest zu organisieren, das bestens angenommen wurde“. Sie vergaß bei ihrer kurzen Ansprache nicht zu erwähnen, dass die Stadt die Schlosshalle für diese Gelegenheit immer kostenlos zur Verfügung stelle, ansonsten könne eine solche Veranstaltung nicht durchgeführt werden. Bergzaberns Beigeordnete Monika Scheder überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Nach dem umfangreichen Programm der Frühlingsfeier konnte man am frühen Abend eine sehr erleichterte Gabriele Kolain erleben, die sich freute, dass alles so reibungslos geklappt hatte „und unsere Schüler wieder ein solch tolles Programm auf die Beine gestellt haben“.