Landau Verpackungssteuer: Innungsmeister Bäcker Becker dagegen
Der Obermeister der Bäcker-Innung Pfalz-Rheinhessen, Claus Becker, spricht sich gegen die mögliche Einführung einer Verpackungssteuer in Landau aus.
Becker führt mehrere Gründe für seine ablehnende Haltung aus. Zunächst wäre es schwierig, dem Kunden zu vermitteln, dass er für einen Beispieleinkauf mit einem Kaffee zum Mitnehmen, einer Brezel und einem süßen Stück viermal die Verpackungssteuer entrichten müsste. Nach dem Tübinger Modell fielen für die beiden Tüten, den Kaffeebecher und dessen Deckel je 50 Cent an, also zwei Euro, sagt Becker. Weiterhin befürchtet er einen deutlichen Wettbewerbsnachteil gegenüber Discountern mit Backautomaten. Dort könne man eine Brezel kaufen, ohne die Steuer entrichten zu müssen – weil es sich um Transportverpackungen handele. Folglich würden diese bevorzugt, auf Kosten des Mittelstands.
Unverständnis von Kunden befürchtet
Weiterhin argumentiert Becker mit betrieblichen Belangen. Bäckereien mit Standorten innerhalb und außerhalb Landaus würden künftig mehrere Kassensysteme brauchen. Jeden Kunden zu fragen, ob er den Einkauf draußen verzehre oder mit nach Hause nimmt, sei unpraktikabel und werde auch beim Kunden auf Unverständnis stoßen. Zudem verzögerten die Abfragen den Verkaufsvorgang. Auch bezahlten die Betriebe schon für Müll und dessen Entsorgung über die Müllabgaben und die Gebühren, argumentiert Obermeister Becker, Inhaber von De’ Bäcker Becker mit Hauptsitz in Edenkoben.