Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Veganes Restaurant mit gehobenen Speisen eröffnet in Landau

Tanja und Philipp Hirsch an ihrer künftigen Wirkungsstätte.
Tanja und Philipp Hirsch an ihrer künftigen Wirkungsstätte.

Vegan, aber anders, soll das Restaurant Velo sein, das im Frühjahr in Landau eröffnet. Auf der Speisekarte sollen vielfältige Angebote stehen. Das Konzept funktioniert bereits an anderer Stelle. Wie es zu dem kuriosen Namen, der eher ans Radfahren erinnert, gekommen ist und warum sich das Restaurant eher mit gehobenen Lokalen vergleicht.

Burger, Bowls, Salatbar. Vegane Restaurants oder Cafés haben oft ein ähnliches Angebot. Gehobene Küche mit mehreren Gängen am Abend gibt es selten. Genau das soll ab kommendem Frühjahr aber in Landau serviert werden. In den Uferschen Höfen eröffnen Tanja und Philipp Hirsch dann das vegane Restaurant Velo. Dort wird es dann Frühstück, einen Mittagstisch mit täglich wechselnden Gerichten und eine Abendkarte mit wöchentlich wechselnden Speisen geben. Dazu sollen täglich wechselnde Bowls, Suppen und Kuchen sowie gleichbleibende Vorspeisen und Flammkuchen angeboten werden. Die vielen individuellen Gerichte, wie beispielsweise Risotto mit panierter Aubergine und selbstgemachtem Mangochutney, denkt sich Tanja Hirsch in der Regel selbst aus. „Die stetig wechselnden Gerichte sollen das Hauptthema des Restaurants sein“, sagt Philipp Hirsch.

Das Konzept der regelmäßig wechselnden Gerichte stammt aus dem gleichnamigen Restaurant, das die Hirschs aktuell in Heilbronn betreiben. Dazu später mehr. Tanja Hirsch, die schon lange vegetarisch und seit 15 Jahren vegan lebt, hat sich dort vor über zehn Jahren den Traum des eigenen veganen Cafés erfüllt. 2018 sind Tanja und Philipp Hirsch zusammengekommen. Tanja Hirsch managte das Café in Eigenregie, was irgendwann zu viel wurde. Philipp Hirsch stieg mit ein. Vom Veganismus hat sie ihn längst überzeugt. Seitdem betreiben sie das Velo in Heilbronn gemeinsam. Philipp Hirsch, der in der Südpfalz aufgewachsen ist, seit seinem 18. Lebensjahr in Landau lebt und dort eine Filmproduktionsfirma hat, ist allerdings an Landau gebunden. Was bedeutete, dass die Hirschs zwischen Landau und Heilbronn pendelten. Nach kurzer Überlegung entschieden sie sich dazu, das Velo nach Landau zu verlegen. „Wir haben gemerkt, dass Landau einfach die schönere Stadt ist, eine gute Lage und gute Möglichkeiten hat“, sagt Philipp Hirsch. Tanjas 21-jährige Tochter übernimmt dann ab Januar das Velo in Heilbronn.

Konzept bleibt trotz großer Küche

In den Uferschen Höfen soll sukzessive das neue Restaurant entstehen, mit gleichen Erscheinungsbild und grundsätzlich gleichem Konzept. Der größte Unterschied wird die neue Küche sein. „Das besondere am Velo in Heilbronn war die winzige Küche. Die hatte sechs Quadratmeter. Deswegen war es uns gar nicht möglich, abends mehrere Gerichte vorzubereiten und anzubieten. So ist das Konzept mit den wenigen wechselnden Gerichten entstanden“, sagt Philipp Hirsch. In Landau soll die Küche 35 Quadratmeter haben und gut ausgestattet sein. Das Konzept aus Heilbronn ist also nicht notwendig, Tanja und Philipp Hirsch wollen aber dennoch daran festhalten. „Wir werden unsere Angebote geringfügig erweitern aber trotzdem bei regelmäßig wechselnden Gerichten bleiben“, betont Philipp Hirsch.

Wie in Heilbronn wird es auch in Landau einen Catering-Service und das Essen zum Mitnehmen geben. Im Einkauf versucht Velo auf möglichst viele regionale Bioprodukte zu setzen, sieht sich aber nicht als Bio-Restaurant. „Komplett bio zu sein ist wirtschaftlich nicht möglich. Wir ziehen die Vielfalt der regionalen Kaufweise vor“, sagt Philipp Hirsch.

Restaurant noch totaler Rohbau

Wenn es um die Entstehung des Namens geht, muss der Landauer etwas ausholen. Als Tanja Hirsch die Idee hatte, ein Restaurant zu eröffnen, hatte sie ein Bild eines Männchens gesehen, das auf einem Fahrrad mit Zitronenscheiben als Reifen sitzt. Sie wollte das gleiche Logo mit Gurkenscheiben als Reifen und kam aufgrund des Fahrrads auf den Namen Velo. Ein Grafiker riet ihr von dem Logo ab, aber der Name blieb bestehen. Als zweiten Aspekt nennt Philipp Hirsch, die Silben „Ve“ und „Lo“, die wenn man sie umdreht „Love“ (Liebe) ergeben. Die dritte Erklärung für den Namen kam eines Tages von den Gästen selbst. „Als ein Gast von einem anderen gefragt wurde, woher der Name Velo kommt, sagte er: ,Ist doch klar. Das steht für veganes Lokal.’ Das ist gar nicht so doof“, dachte sich Philipp Hirsch.

Das Gebäude der Uferschen Höfe, wo das Velo entstehen soll, ist noch ein totaler Rohbau. Philipp Hirsch steht unter anderem in Kontakt mit Küchenbauern und Schreinern für den Tresen. Wenn ab Januar Tanja Hirschs Tochter das Lokal in Heilbronn übernimmt, können sich beide voll auf den Laden in Landau konzentrieren. Frühestens ab 1. April soll dieser dann öffnen. Philipp Hirsch sieht sich nicht als Konkurrenz zu anderen veganen Restaurants: „Ich finde, ein weiteres veganes Restaurant kann die Stadt nur bereichern. Das Thema ist mittlerweile kein Trend mehr, sondern eine Entwicklung. Deshalb sehe ich auch die Notwendigkeit, mehr vegane Möglichkeiten zu haben.“

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