Landau
Unternehmer legen sich auf Ausbauvariante der Königstraße fest
Der Aku ist auf der Königstraße gut vertreten. Mindestens vier Einzelhändler an der Straße sind Mitglieder der Werbegemeinschaft. Da liegt es nahe, dass sie mit geschärftem Blick auf die Pläne der Stadt schauen, die im Dezember drei, eigentlich vier, Ausbauvarianten für die Einkaufsstraße zur Diskussion gestellt hat: einen Ausbau ähnlich dem jetzigen Provisorium, eine Fußgängerzone oder einen Shared Space, bei dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, oder einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit Multifunktionsstreifen.
Ein Problem für den Aku ist, dass die Straße eben nicht nur Einkaufsstraße, sondern auch eine wichtige Verkehrsachse ist. Und das müsse sie – mit Abstrichen – auch bleiben. So sagen es Aku-Vorsitzender Ralph Leibbrand und Sprecherin Christin Arto. Diese Botschaft hat der Aku auch schon an die Stadtratsfraktionen ausgesandt.
Wie viele Jahre wird der Umbau dauern?
Er äußere sich mit einer gewissen Befangenheit, sagt Leibbrand, weil er Inhaber des Königstraßen-Anliegers Leder-Horn ist. Aber er weiß aufgrund des intensiven Austausches mit anderen Geschäftsleuten und mit den Wirtschaftsjunioren Südpfalz, dass er mit seiner Skepsis nicht allein ist. „Es ist wichtig, dass umgebaut wird“, schickt er denn auch voraus. Da ist er sich mit Verkehrsdezernent Lukas Hartmann einig, der vor allem eines will: eine schöne Straße mit Aufenthaltsqualität, die dem Trend zum Internetshopping etwas entgegensetzen kann. „Wir sehen alles grundsätzlich positiv, was die Straße schöner macht“, sagt Arto, „wir wollen jetzt einen Input für die Planung geben in der Hoffnung, dass am Ende ein Plan steht, der den Wünschen der Anlieger entspricht.“
Kritisch sieht der Aku den Faktor Zeit. Denn realistischerweise müsse man für den Straßenausbau mit mehreren Jahren rechnen, was für die von der Pandemie gebeutelten Anlieger ohne Zweifel eine große Belastung darstellen werde. Diese müssten daher jederzeit in die Abstimmung zwischen Stadt und Bauunternehmen eingebunden werden.
„Beängstige Begegnungen“ von Rad- und Autofahrern
Inhaltlich sieht Leibbrand noch einigen Diskussionsbedarf. Denn anders, als dies manche Fraktionen wollen, möchte der Aku die Königstraße als durchgängige Verkehrsachse erhalten. Unterbrechungen durch reine Fußgängerzonen-Abschnitte – wie sie die Grünen vorgeschlagen haben – lehnen die organisierten Einzelhändler ab. Dass der Ausbau Parkplätze kostet, hat der Aku akzeptiert. Das sei bei der jetzigen provisorischen Umgestaltung deutlich geworden. Ein Mindestbestand sei aber nötig für schnelle Einkäufe, das Abholen oder für den Sprung zum Bäcker. Der Aku-Vorsitzende bittet dringend darum, dass, egal welche Variante am Ende umgesetzt wird, nicht noch viel mehr Parkraum verloren geht oder zumindest in fußläufiger Entfernung kompensiert wird. „Dieses Signal wollen wir setzen“, betont Leibbrand.
Nach wie vor kritisch sehen die Unternehmer den gegenläufigen Radverkehr in der Einbahnstraße, weil Anlieger laut Leibbrand schon „beängstigende Begegnungen“ beobachtet haben, beispielsweise Radler, die sich vor Autos in Sicherheit bringen und dabei Fußgänger gefährden. Aber der Aku ist sich der Tatsache bewusst, dass die Königstraße als Radverkehrsachse ein Bestandteil des Mobilitätskonzepts ist, das vom Stadtrat beschlossen wurde.
Womit sich der Aku noch anfreunden könnte
Für mehr Sicherheit könnte ein Tempolimit sorgen. Am ehesten tendiert Leibbrand derzeit zum „Mischverkehrskonzept“, das Hartmann als verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit Multifunktionsstreifen vorgestellt hatte. Zum einen muss dort langsam gefahren werden, zum anderen gibt es Flächen, die vielfältig genutzt werden können (mal als Freisitz der Gastronomie, mal für Geschäftsauslagen, mal zum Parken), und zum dritten kommt ein solches Konzept nahezu ohne Schilder aus, die dann auch keinen Platz kosten und optisch nicht stören. Stichwort Platz: Anstelle von Bäumen oder gar Miniparks (Bank mit Bäumen) könnte sich der Aku auch sehr gut mit einer Lösung anfreunden, wie sie in der Fußgängerzone zu sehen ist: Blumenampeln an Laternen.
Außer der Königstraße sind auch deren Seitenstraßen in einem schlechten Zustand, hat der Aku registriert und meint, das müsse die Verwaltung in einem Aufwasch mit planen und verbessern. Wenn eines Tages die Bagger rollen, müssten sie unbedingt im Norden beginnen, nicht an der Martin-Luther-Straße, die ebenfalls umgebaut werden soll, damit Teile der Straße möglichst lange angefahren werden können. Bei Anzahl und Länge der einzelnen Bauabschnitte müssten die Anlieger mitreden dürfen, so Leibbrand.