Landau Universum-Gebäck „echt tricky“
«VENNINGEN.»Der Beruf des Bäckers hat eine lange Tradition und doch ist er nicht altbacken – so wirbt die Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks. Und: Kreativität, Teamgeist und handwerkliches Geschick machen einen guten Bäcker aus. Das kann Sarah Rohr bestätigen. Die 21-jährige Venningerin hat ihre Ausbildung als Jahrgangsbeste abgeschlossen.
Sarah Rohr, die bei De Bäcker Becker aus Edenkoben ihr Handwerk gelernt hat, hat den Kammerentscheid und den Landesentscheid gewonnen und startet im November beim Bundesentscheid in Weinheim. Für die Backkunst habe sie sich schon in ihrer Kindergartenzeit begeistert, berichtet sie. In vielen Ferien half sie mit, Brot, Brezeln und mehr zu backen. Nach dem Abitur am Gymnasium Edenkoben und einem Praktikum in der Gläsernen Backstube war die Richtung klar: Sie begann eine Ausbildung, die sie aufgrund ihres Schulabschlusses auf zwei Jahre verkürzen konnte. Die Arbeitszeiten seien zunächst eine Umstellung gewesen, die dann aber Gewohnheit wurden, erzählt Rohr. Los ging es zwischen 24 und 3 Uhr – je nach Zuständigkeiten für Brot, Brötchen, Lauge oder süße Teilchen. Das „In-den-Tag-Hineinarbeiten“ beschreibt sie als „sehr angenehm“. Und wenn Kunden mit den Backwaren in der Hand und einem Daumen hoch in Richtung der Bäcker und Konditoren in der Backstube zeigten, dann sei das eine tolle Bestätigung gewesen. Durch die Bank weg habe sie alle Backwaren gerne hergestellt. Einzig die Riesen- und Neujahrsbrezeln seien nicht so ihre Lieblinge gewesen. Das lange Am-Ofen-Stehen habe einsam gemacht, meint sie amüsiert. Den praktischen und den theoretischen Teil der Gesellenprüfung habe sie als Jahrgangsbeste abgeschlossen. „Tatsächlich gut hingekriegt“ habe sie den Kammerentscheid, wozu sie von der Handwerkskammer Kaiserslautern eingeladen wurde. Mit ihrem ersten Platz folgte die Qualifizierung für den Landesentscheid in Koblenz. Es galt, unter dem Motto „Universum“ Backwaren herzustellen. Sechs Stunden Zeit hatte sie dafür. Vieles war dabei zu beachten: Zeitmanagement, die richtige Ofentemperatur, das richtige Auskneten, eine schöne Präsentation und, und, und. Auch beim Verwenden regionaler Produkte war Vorsicht geboten. Schließlich sei eine Ernte nicht wie die andere und das Mehl nicht immer von gleicher Konsistenz. Es war „echt tricky“, erinnert sich die Venningerin. Mit 84 von 100 Punkten und dem ersten Platz habe sie den Wettbewerb beendet. Ausbilder Claus Becker freut sich über die Erfolge seiner ehemaligen Auszubildenden – ein leuchtendes Beispiel in dunklen Tagen des Fachkräftemangels. Indes hat die bodenständige junge Frau gerade ihre zweite Ausbildung begonnen, zur Konditorin in der Bio-Konditorei Löwenzahn in Gommersheim. Sie habe schon immer großes Interesse an beiden Berufen gehabt, sei selbst ein Naschmensch und möchte „so viel mitnehmen, wie geht“, um dann „zu schauen, was geht“. „Die deutsche Backkultur mit über 3800 Sorten Brot ist gefragt und deutsche Bäcker mit hohem Know-how überall gesucht“, sagt Claus Becker, stellvertretender Obermeister der Bäcker-Innung Rheinhessen-Pfalz. Dass beim Bundesentscheid eine Teilnehmerin aus der Pfalz antrete, das habe es schon lange nicht mehr gegeben.