Landau Uni streckt die Fühler aus
Lange geplant oder Ergebnis des Studentenstreiks? Das Wissenschaftsministerium in Mainz listet zahlreiche Verbesserungen auf, die dem Unistandort Landau zugute kommen sollen. Schon bald soll die Raumnot ein Ende haben.
Im November hatten die Studierenden der Uni Landau genug. Aus allen Nähten platzende Seminare, zu wenig Professoren und Dozenten und eine schlecht ausgestattete Bibliothek. Sie sind in den Ausstand getreten, haben Uni-Gebäude blockiert und in Mainz demonstriert. Auf Anfrage der RHEINPFALZ hat jetzt das Wissenschaftsministerium zusammengestellt, was bereits an Verbesserungen auf den Weg gebracht worden ist. Die Landauer Uni soll kurz- bis mittelfristig deutlich mehr Platz für ihre rund 7500 Studenten bekommen. Die geplante Anmietung der 1700 Quadratmeter großen ehemaligen Reithalle im Wohnpark am Ebenberg (wir berichteten) ist dabei nur ein Baustein. Mit der Entscheidung darüber sei demnächst zu rechnen, so das Ministerium. Darüber hinaus will die Uni ab April in der Herrenbergstraße 723 Quadratmeter Bürofläche anmieten. Schon Anfang März soll ein 129 Quadratmeter großer Seminarraum in der Königstraße angemietet werden. Und schließlich kann im Universum-Kinocenter in der Königstraße ein Saal mit 280 Plätzen nach Bedarf genutzt werden (wir berichteten). Das sogenannte Dienstleistungszentrum (Dizap) im neuen Wohnpark am Ebenberg, in dem sich noch die Verwaltung der Gartenschau befindet, stand auf der Wunschliste der Uni, die es gerne gekauft hätte. Daraus wurde nichts, weil auch die Stadtverwaltung Raumnot hat. Dort ist aber zumindest im Erdgeschoss ein Seminarraum mit 70 Plätzen angemietet worden (wir berichteten). Dieser Vertrag läuft allerdings nur noch wenige Tage bis zum Ende der Vorlesungszeit des Wintersemesters. Geplant ist laut Ministerium aber auch ein Neubau am Ebenberg. Dort sollen zirka 2000 Quadratmeter Büro- und Seminarräume entstehen. Dabei handelt es sich woher um ein mittelfristiges Ziel. Nach gestrigen Angaben der Stadt gibt es zwar ein für die Universität reserviertes Baufeld, aber der Verwaltung lägen noch keine konkreten Pläne vor. Darüber hinaus sind Hochschulleitung und Ministerium in Abstimmungsgesprächen über ein langfristig tragfähiges Raumkonzept. Das sei allerdings sehr aufwendig und werde noch eine Weile dauern, so das Ministerium. Das erinnert auch daran, dass es seit 2010 schon rund 34 Millionen Euro in Neu- und Umbauten auf dem Landauer Campus investiert hat. Erst im September wurde der Grundstein für ein mehr als 2000 Quadratmeter großes Laborgebäude im Fort gelegt (wir berichteten). Mit dessen Fertigstellung im April 2018 werden andere Räume auf dem Campus frei. Zudem wird die Mensa auf dem Campus bis 2018 für rund vier Millionen Euro saniert und erweitert. Das soll weiteren Raum schaffen, der von den Studenten auch für Studienzwecke genutzt werden könne, so das Ministerium. Vorerst ist die Mensa ganztägig zugänglich gemacht und seit Anfang des Monats mit WLAN versorgt worden, damit man dort arbeiten kann. In diesem Jahr wird das Wissenschaftsministerium rund 560.000 Euro zusätzlich für die Anmietung des Institutsgebäudes I und K übernehmen. Das soll der Uni neue Handlungsspielräume zur Anmietung weiterer Räume eröffnen. Außerdem stehen der Hochschule für Anmietungen aufgrund zusätzlicher Studienanfänger 2,3 Millionen Euro zur Verfügung. (boe)