Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Uni-Krise: Darum stehen so viele Studentenbuden leer

Erst vor Kurzem wurde das neue Studentenwohnheim über dem Aldi in der Annweilerstraße eröffnet. Doch die Nachfrage nach Studiere
Erst vor Kurzem wurde das neue Studentenwohnheim über dem Aldi in der Annweilerstraße eröffnet. Doch die Nachfrage nach Studierendenwohnungen ist stark zurückgegangen.

Einst waren Studentenbuden in Landau Mangelware. Deshalb wurden neue Wohnheime gebaut. Doch viele Zimmer stehen leer. Die Rede ist von einer dramatischen Entwicklung.

Der Kampf um Wohnraum für Studenten war noch bis vor einigen Jahren der Regelfall in Landau. Zum Start der Vorlesungszeit kam es immer wieder vor, dass Erstsemester erst mal einige Tage im Wohnwagen der Eltern auf einem Parkplatz in der Stadt schliefen, weil sie noch kein WG-Zimmer oder keine Unterkunft im Studentenwohnheim gefunden hatten. Doch die Lage hat sich gewandelt.

Inzwischen stehen viele Zimmer in den Studentenwohnheimen leer. Das bestätigt das Studierendenwerk Vorderpfalz gegenüber der RHEINPFALZ. Die Einrichtung hat die Aufgabe, Studenten in verschiedenen Aspekten zu unterstützen – unter anderem mit der Bereitstellung von Wohnraum. Das Studierendenwerk Vorderpfalz unterhält zahlreiche Unterkünfte in Landau, unter anderem das erst kürzlich eröffnete Heim über der Aldi-Filiale in der Annweilerstraße.

Günstigstes Zimmer kostet 320 Euro warm

Das Studierendenwerk verfügt eigenen Angaben zufolge aktuell über 503 Wohnheimplätze in der Stadt. 199 gibt es im genannten Heim in der Annweilerstraße, 64 sind es in der Maximilianstraße über dem dortigen Aldi. Im Heim im Quartier Vauban mit Blick auf die Weißenburgerstraße sind 173 Plätze vorhanden, in der Godramsteiner Straße, neben dem Klinikum, sind es 67.

Die Wohnungen sind unterschiedlich konzipiert. Sie beginnen bei einem WG-Zimmer mit rund zwölf Quadratmetern und reichen bis hin zu Apartments mit 90 Quadratmetern Fläche. „In der Regel sind die Einzelapartments – das ist in allen Wohnheimen mit Abstand die beliebteste Wohnform – immer so um die 21 bis 23 Quadratmeter groß“, erklärt das Studierendenwerk. Die günstigste Wohnung mit 23 Quadratmetern in der Godramsteiner Straße koste 320 Euro warm, ohne Strom.

Weniger als ein Bewerber pro Zimmer

Von den 503 Wohnheimplätzen in Landau sind laut Studierendenwerk derzeit aber nur 375 belegt. Warum? Das Studierendenwerk berichtet, die Studierendenzahlen seien seit dem Beginn des Bauprojekts in der Annweilerstraße im Jahr 2023 am Uni-Standort Landau um 30 Prozentpunkte gesunken. „Für uns eine dramatische Entwicklung“, heißt es von der Einrichtung.

Darüber hinaus habe ein hoher Anteil an Online-Lehre – so werde es von Studierenden immer wieder berichtet – dazu geführt, „dass eine große Anzahl von Studierenden lieber und günstiger zur Uni pendelt, statt sich in Landau eine Mietwohnung zu suchen“. Darüber hinaus habe sich mit dem Rückgang der Zahlen der freie Wohnungsmarkt für Studierende in Landau extrem entspannt, so das Studierendenwerk. „Wo wir früher auf jeden Wohnheimplatz fünf bis sechs Bewerbungen bekommen haben, sind es gegenwärtig weniger als eine Bewerbung pro Platz.“

Uni Landau deutlich geschrumpft

Der Standort Landau der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität hatte bereits im Frühjahr gegenüber der RHEINPFALZ mitgeteilt, dass die Anmeldezahlen deutlich rückläufig seien. Landau habe in den vergangenen fünf Jahren fast ein Viertel seiner Studenten verloren, hieß es. So studierten Ende 2024 rund 2000 Menschen weniger in Landau als noch 2020. Das entspricht einem Verlust von etwa 23 Prozent der Studierendenschaft. Im selben Zeitraum sank die Anzahl der Studenten in Deutschland insgesamt nur um 2,5 Prozent. Als Gründe für den Rückgang wurden seitens der Uni Landau unter anderem geburtenschwächere Jahrgänge angeführt.

Doch die Flaute in den Wohnheimen könnte wiederum für andere eine Möglichkeit eröffnen. Denn nicht nur Studenten dürfen in den Unterkünften des Studierendenwerks unterkommen. „Wohnheimplätze, die zu Semesterbeginn nicht an Studierende vermietet werden konnten, dürfen auch an Dritte vermietet werden“, heißt es. Das sei gegenwärtig in Landau der Fall. Es könnten auch Auszubildende oder andere Wohnungssuchende aktuell einen Mietvertrag bekommen.

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