Landau / Kaiserslautern
Uni-Fusion vor letzter Hürde
Anweisung erhalten und ausgeführt – die Vorgabe des Landeswissenschaftsministeriums, eine gemeinsame Uni Landau und Kaiserslautern zu bilden, ist auf der Zielgeraden. Am Freitag muss noch der Hochschulrat zustimmen, dann steht die Grundordnung, quasi die Verfassung, der neuen Technischen Uni. Darüber informieren Landaus Uni-Vizepräsidentin Gabriele Schaumann und TU-Präsident Arnd Poetzsch-Heffter.
Der neue Senat wird gemeinsam von Landauern und Kaiserslauterern besetzt. Da nur halb so viele Landauer in dem Gremium sitzen werden, zählen deren Stimmen doppelt. Für Entscheidungen ist eine Fünf-Neuntel-Mehrheit nötig – so kann kein Standort den anderen dominieren. Im Spätjahr 2024 wird es dann einen gemeinsamen Präsidenten geben.
Studierende sollen nicht pendeln müssen
Die beiden Uni-Chefs betonen, wie konstruktiv und gut die Mitarbeiter in den vergangenen Jahren zusammengearbeitet und gemeinsame Ideen entwickelt hätten. Sie zählen unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte auf, dazu geplante Studiengänge. Zudem habe man schon zwei Millionen Euro an Drittmitteln für ein Projekt bei der Carl-Zeiss-Stiftung eingeworben. „Alle wollen loslegen“, so Schaumann.
Wichtig: Stetiges Pendeln sei gerade für die Studierenden nicht angedacht, betont Schaumann. Das liege auch an der im Zuge der Pandemie immer weiter fortschreitenden Digitalisierung, die beispielsweise das Hören von Vorlesungen in Kaiserslautern von Landau aus problemlos möglich mache. Den Studierenden stünden vor allem nun mehr Möglichkeiten offen.
Bei den Mitarbeitern soll es ebenfalls kein stetes Pendeln durch den Pfälzerwald geben, aber „ich erwarte schon, dass Lehrende mal für einen Tag den anderen Standort aufsuchen“, sagt Poetzsch-Heffter. Das ist der Anspruch an die Mitarbeiter, der gegenüber dem Land sieht anders aus.
Mehr Geld für neue TU gefordert
Man wolle durch die Fusion eine exzellente Uni bilden, sagte Ex-Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD). Diesen Anspruch stellt das neue Konstrukt nun auch an sich selbst – und an das Land. Man wolle sich mit exzellenten Unis aus der näheren Umgebung messen, betont Poetzsch-Heffter und nennt dabei auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dafür brauche man nun auch Geld vom Land. Der damalige SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer hatte im Juli 2020 gesagt, dass gute Konzepte nicht am Geld scheitern würden.
„Wir brauchen in Zukunft herausragend gebildete Menschen in unserem Land. Das ist die beste Investition, die man machen kann“, sagt Poetzsch-Heffter. „Warum Rheinland-Pfalz für Bildung und insbesondere für Hochschulbildung weniger Geld ausgibt als die anderen Bundesländer, ist mir ein Rätsel.“