Landau Und alle sind happy

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„Aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen, miteinander umzugehen“ – mit einem gemeinsam gesungenen Lied nach dem Friedensgebet von Geistlichen aus in der Region praktizierten Religionen begann der neunte „Tag der Integration“ am Samstag in der Landauer Innenstadt. Fünf Stunden später endete das Begegnungsfest rund um die Stiftskirche mit vielen Menschen, die ausgelassen zu dem Pop-Song „Happy“ tanzten.

Dazwischen gestaltete sich das Begegnungsfest von Menschen vieler Nationen, die in der Region leben, noch bunter als in den vergangenen Jahren. „In keinem Jahr zuvor war das Wetter so toll wie in diesem Jahr – und noch nie versammelten sich so viele Menschen auf dem Stiftsplatz“, freute sich Organisator Siegfried Schmidt vom Jugendmigrationsdienst Südpfalz. Auch die städtische Integrationsbeauftragte Elena Schwahn schwärmte: „Das war heute eine gelungene Generalprobe für das zehnjährige Bestehen des Integrationstags im kommenden Jahr.“ Auf der Aktionsbühne stellte Moderator Michael Gerst vom Caritasverband der Diözese Speyer arabische, griechische und afrikanische Sänger sowie Instrumentalisten vor, die mitreißend ihre Musikkultur präsentierten. Unter den Höhepunkten: die jungen tamilischen Tänzer mit aufwendig bestickten Kostümen und die hip-hoppenden Jugendlichen aus Bad Bergzabern. Ein russischer Chor aus Karlsruhe bot Folklore aus der Heimat, die Kinder der Tagesstätte St. Maria überraschten mit einem afrikanischen Lied. Die Schläge einer Trommlergruppe aus Hauenstein animierten einige Besucher zum ausgelassenen Tanzen. Erstmals dabei waren Schüler von drei Landauer Gymnasien, die sich in Arbeitsgruppen für Flüchtlinge einsetzen. Das Jugendwerk St. Josef, das Vinzentius-Krankenhaus, die türkisch-muslimische Gemeinde und der tamilische Kulturverein verwöhnten die Besucher mit exotischen Gerichten. Freiwillige schminkten Gesichter und bastelten mit Kindern. Abseilen vom Stiftskirchentrum – auch das war möglich. Die Organisationen und Institutionen am regionalen Runden Tisch Migration haben es sich zur Aufgabe gemacht, einmal im Jahr die Möglichkeit zur zwanglosen Begegnung Einheimischer und Zugewanderter zu schaffen. Dazu stehen Mitarbeiter an Ständen bei Fragen bereit, die Neuankömmlinge haben. Der Landauer Beirat für Migration und Integration, die Bildungsträger CJD Nordbaden/Pfalz und Profes, das Caritas-Zentrum Landau, die kommunalen Verwaltungen und das Jobcenter Südliche Weinstraße informierten über alle Hilfe- und Unterstützungsangebote. Gefragter Gesprächspartner war der Regionalkoordinator vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Harald Kafitz. Viele Fragen zum Thema Asyl seien ihm gestellt worden, erzählte er. Nach Medienberichten über verschwundene Unterlagen von Asylbewerbern in Karlsruhe hätten viele wissen wollen, ob denn in Trier auch Papiere verloren gegangen seien. Dass zum Beispiel afghanische Flüchtlinge berichten, sie warteten bereits seit drei Jahren auf eine Anhörung in Trier, diesem Vorwurf widerspricht Kafitz nicht. Er gibt den Schwarzen Peter an die Politiker weiter, die bestimmten, welche Anträge bevorzugt bearbeitet werden sollen. (srs)

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