Landau Treffen und genießen

Kulinarische Begegnungsstätte: Beim Mittagstisch für Senioren servieren Beate Tretter (Dritte von links), Ursel Brunner und Rudi
Kulinarische Begegnungsstätte: Beim Mittagstisch für Senioren servieren Beate Tretter (Dritte von links), Ursel Brunner und Rudi Tretter den Gästen die Vorspeise.

Natürlich könnten sie zu Hause essen oder in einem Lokal – aber dann wäre doch jeder für sich. Beim Mittagstisch für Senioren in Mechtersheim wird nicht nur gespeist. Er ist vor allem ein Treffpunkt.

Im März vergangenen Jahres empfingen Ehrenamtliche zum ersten Mal die Mittagsgäste. Inzwischen ist die Idee, die im Kreis der Römerberger Vereine entstand, zur festen und beliebten Einrichtung geworden. Vereine, Verbände und Organisationen der Alten- und Krankenpflege hatten aus ihrer Runde unter dem Titel „Gut leben im Alter“ einen Arbeitskreis Demografie gegründet, der das Leben der Senioren bereichern sollte. Dabei standen Begegnungsstätten für Senioren unter anderem ganz oben auf dem Wunschzettel. Beate Tretter und Kornelia Ritter nahmen sich der Mittagstisch-Idee an. Kein S-Bahn-Haltepunkt, schlechte Busverbindungen, zu wenige Angebote für Senioren: Deshalb findet Beate Tretter einen solchen Treffpunkt in Mechtersheim wichtig. Aber nicht nur Mechtersheimer zieht es hier her, sondern auch Frauen und Männer aus dem umliegenden Ortsgemeinden, wie etwa Anna und Otto Haaf aus Berghausen. „Wir sind Fans“, erklärt das Paar. Beiden schmeckt es nicht nur, das Paar liebt vor allem die Geselligkeit „und in Mechtersheim sind nette Menschen“, ergänzt Anna Haaf. Beim Mittagstisch treffen sie alte Bekannte. „Ich kenne sehr viele Leute“, sagt Otto Haaf. Logisch, dass Otto und Anna Haaf nach Möglichkeit keinen Termin versäumen, denn „es ist lohnenswert“, fasst Anna Haaf zusammen. Um sich mit allen auszutauschen, reicht die Zeit vor und während des Essens nicht aus. Obwohl erst kurz nach 12 Uhr serviert wird, sind einige schon gut eine Stunde eher da. Und auch nach dem Gaumenschmaus bleiben etliche, darunter die Haafs, gerne noch ein Weilchen länger. Der Mittagstisch wird einmal im Monat angeboten. Ein Team von drei bis vier Ehrenamtlichen deckt die Tische ein und bewirtet die Gäste – jedes Mal um die 40 Senioren, die an zwei langen Tafeln Platz nehmen. Beate Tretter engagiert sich an ihrem freien Wochentag für dieses Angebot. Sie und die anderen Ehrenamtlichen – darunter ihr Mann Rudi – begrüßen jeden Gast persönlich. Inzwischen kennt man sich, denn viele der Senioren sind Stammgäste. Bevor es ans Servieren geht, begrüßt Beate Tretter noch einmal alle, die sich im Haus am Lindenplatz versammelt haben und verkündet, was es zu essen gibt. Auf den Tisch kommen immer eine Vorspeise und ein Hauptgang. An warmen Sommertagen wird die Vorspeise gerne gegen ein kühles Dessert getauscht. Das Essen liefert das Mechtersheimer Restaurant „Zum Hasen“, für das die Gäste fünf Euro berappen müssen. Getränke kosten extra. Im Mai warteten ein großer Topf Gemüsesuppe, drei vollgefüllte Schüsseln mit Salat, Schweinebäckchen und Bandnudeln darauf, die Mägen zu füllen. Die Harthäuser Alfred Weber, Ilse Müller und ihr Mann sind zum zweiten Mal beim Mittagstisch, loben das Essen – und mehr: „Ich war überrascht, wie schön es hier dekoriert ist“, sagt Ilse Müller. Übrigens: Wer selbst nicht mobil ist, kann den Fahrdienst über die Nachbarschaftshilfe Römerberg in Anspruch nehmen.

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