Landau Telekom-Störungen:

Nachdem das Telefon-Desaster in Edenkoben allmählich zur Endlosschleife wird, sah ich mich motiviert, den Betroffenen einmal zu schildern, wie es auch funktionieren könnte, da es früher fast immer so funktioniert hat. Ich muss hinzufügen, dass ich von 1974 bis 1990 als Fernmeldehandwerker in den Diensten der damaligen Post stand. Es war einmal eine Zeit, in der sich die Telefonnetze noch in den Händen der Deutschen Bundespost befanden. Vieles war da sicherlich nicht sonderlich effektiv und der Fortschritt kam nur schleppend voran. Aber es gab einen Ehrenkodex: Telefone durften nicht gestört sein. War nun also ein Kabel (auch Ortsverbindungskabel) „abgesoffen“, war in der Regel der Fehler schon zwei Stunden danach lokalisiert. Parallel zur Fehlereinmessung wurde der Tiefbau verständigt, der dann auch am selben Tag das Kabel freilegte. Währenddessen machte sich ein Mitarbeiter des Fernmeldeamts mit dem Ersatzkabel auf den Weg, welches bis zum Eintreffen der Monteure in den mittlerweile ausgehobenen Graben gelegt wurde. Meist gegen Abend des selben Tags trafen dann zwei Montageteams der Post ein, sägten das defekte Stück heraus und begannen umgehend mit dem Einspleißen des neuen Kabels, was, je nach Dicke des Kabels, im Laufe der Nacht beendet war. Spätestens am nächsten Morgen funktionierten die Telefonanschlüsse im Ort wieder, auch wenn es über 1000 waren. So oder so ähnlich ging das damals. Und heute versucht ein Sprecher der Telekom den Kunden weiszumachen, dass das so kompliziert sei, dass es Wochen dauere und man das Ende gar nicht absehen könne. Der wirkliche Grund dürfte ein anderer sein: Es fehlt schlicht und einfach am Willen. Und wo kein Wille ist, da gibt es auch keinen Messtrupp, keinen Tiefbau, kein Kabel, keine Monteure und daher auch keinen Termin. Schließlich macht man mit der Reparatur von Kabeln keinen Gewinn. Und da man bis zu den Ortsverteilern das Monopol hat, können die Kunden ja auch nicht abwandern. Warum sich also Mühe geben?