Landau Sturm legt B-10-Tunnel und Bahnstrecke lahm
Das in der Nacht zum Donnerstag über die Pfalz hinweggezogene Sturmtief Zubin hat die Pendler gestern Morgen kalt erwischt: Zwei B-10-Tunnel waren zeitweise gesperrt. In vielen Gemeinden ist der Strom ausgefallen. Auch die Queichtalbahnstrecke von Pirmasens nach Landau war ab Annweiler in Richtung Landau für den morgendlichen Zugverkehr gesperrt, weil mehrere Bäume die Gleise blockierten.
Durch die Windböen wurde eine Stromleitung bei Rinnthal beschädigt, berichtete Jürgen Becker, stellvertretender Leiter der Polizeiwache Annweiler. Dadurch sei der Strom in Staufer- und Kostenfelstunnel bei Annweiler ausgefallen. Heißt: Belüftung, Beleuchtung, Signalzeichen und so weiter funktionierten nicht mehr. Der Landesbetrieb Mobilität sperrte die Tunnel um kurz vor 4.30 Uhr. Erst nachdem alles repariert worden war, konnten die Tunnel gegen 8.40 Uhr wieder geöffnet werden. Der Verkehr wurde solange über Rinnthal und Annweiler umgeleitet. Zur morgendlichen Pendlerzeit habe das zu erheblichen Rückstaus geführt, berichtet Becker. Bis nach Wilgartswiesen habe die Fahrzeugkolonne gestanden. „Leute haben berichtet, dass sie 50 Minuten im Stau standen.“ Zudem sei gegen 4.30 Uhr bei Ramberg ein Baum auf die Landesstraße gefallen. Es habe etwa eine Stunde gedauert, bis die Feuerwehr den Baum zersägt, abtransportiert und die Straße gereinigt habe. Im Bereich Edenkoben sei es nur zu einem Sturmschaden gekommen, berichtet die Polizeiinspektion. Gestern Morgen sei bemerkt worden, dass sich in der Klosterstraße in Edenkoben ein Wellblechdach von einem Holzunterstand abgelöst hatte und auf eine Starkstromleitung geflogen war. Die Pfalzwerke schalteten den Strom ab und behoben den Schaden mit einer Hebebühne. Von diesem Schaden hatte Sven Claus, Pressesprecher der Pfalzwerke in Ludwigshafen, keine Kenntnis. Er berichtete auf Anfrage aber von Sturmschäden in Annweiler, Hermersbergerhof, Hofstätten, Lug, Rinnthal, Spirkelbach, Taubensuhl, Völkersweiler, Wilgartswiesen und Wernersberg. Äste oder ganze Bäume seien auf Leitungen gefallen, und es seien Strommasten beschädigt worden, wodurch es zu Stromausfällen kam. Die Netzstörungen dauerten laut Claus zwischen ein paar Minuten und bis zu vier Stunden. Der Umspannpunkt in Spirkelbach sei sogar fünf Stunden und 54 Minuten unversorgt gewesen. Die Netzteams seien sofort ausgerückt, um die Störungen zu beheben. Die Südpfalz und die Südwestpfalz seien von dem Sturm am stärksten betroffen gewesen, so der Pressesprecher. Ab 4.30 Uhr musste auch die Landauer Polizei achtmal ausrücken, um gemeldete Sturmschäden zu besichtigen oder zu beseitigen. Meist waren es umgefallene Bäume oder Äste, die die Fahrbahnen blockierten, beispielsweise auf der Landstraße bei Ramberg. Im Stadtgebiet Landau wurden mehrere Bauzäune und ein Baugerüst auf die Straße geweht – in der Kramstraße war derselbe Bauzaun bereits am Dienstagmorgen umgeweht worden, weil er mit großen Werbebannern der Baufirma zugehängt war. Die Feuerwehr stellte ihn wieder auf. Sie hatte zwei kleinere Einsätze. In Hochstadt verursachte ein solcher Bauzaun einen Unfall, als die Zaunelemente gegen ein vorbeifahrendes Auto schlugen und dieses beschädigten. Für den Wald konnte Förster Siegfried Weiter vom Forstamt Haardt in Landau am Vormittag vorsichtig Entwarnung geben: Seine Kollegen hatten bereits mehr als 1000 der 20.000 Hektar Wald, die besonders kritischen Stellen, kontrolliert und einige umgefallene Einzelbäume und blockierte Wege festgestellt. Großflächigen Windwürfe seien vorerst aber nicht festgestellt worden.