Landau Stillstand bei Landauer "Kaufhof"-Gebäude
Das Kaufhofgebäude am Bahnhofsvorplatz hat einen neuen Besitzer. Da stellt sich die Frage, was aus dem Ideenworkshop von 2013 geworden ist.
Seit 1964 ist der Kaufhof in Landau das bestimmende Gebäude am Bahnhofsvorplatz am östlichen Ende der Ostbahnstraße. Nach dem Verkauf des Gebäudes (wir berichteten am 15. Februar) steht die Frage nach der Nutzung des gesamten Komplexes wieder im Raum. Unter-, Erd- und erstes Obergeschoss werden von dem Handelsunternehmen Kaufhof genutzt, doch darüber stehen einige Stockwerke leer. Das war nicht immer so, wie alte Landauer wissen. Als es noch die weithin geschätzte Lebensmittelabteilung im Kaufhaus gab, wurde oben sogar Fischzucht betrieben.
Bei Eröffnung ein großes Warenhaus
Tempi passati: Dass Tausende am 10. April 1964 die Eröffnung eines Warenhauses von schier großstädtischem Zuschnitt im Nachkriegslandau feierten, ist Geschichte. Von seiner Größe, seinem Angebot mit rund 40.000 Waren und seiner äußeren Erscheinung war der seinerzeit in nur 16 Monaten errichtete Landauer Kaufhof gewiss ein Gewerbeobjekt auf der Höhe seiner Zeit – und ein Blickfang auf dem Bahnhofsvorplatz, der im Krieg schwer beschädigt worden war. Gegen Ende des alten Jahrtausends nahm freilich die Anmutung dieses Teils von Landau stetig ab. Ideen zu einer Neugestaltung waren gefragt. 2006 war der Kaufhof Schauplatz einer Ausstellung zu Plänen für den „Boulevard Ostbahnstraße“ – 2013 wurde das Bauwerk selbst zum Objekt eines Ideenwettbewerbs. Die Stadt und der damalige Eigentümer der Immobilie, die AFI Germany GmbH, hatten den Ideenworkshop „Quartier Kaufhof“ ausgerichtet. Aus diesem ging dann die Gruppe Hausgemacht aus Landau als Sieger hervor.
Prägt das Bahnhofsumfeld
Dieser Ideenwettbewerb, erklärt die Stadtverwaltung auf Nachfrage der RHEINPFALZ, habe der Stadt sowie der damaligen Eigentümerin dazu gedient, Perspektiven für das Kaufhof-Areal aufzuzeigen. Eine konkrete Realisierungsabsicht sei damit nicht verbunden gewesen, hebt die Stadt heute hervor. Die Ideen und Perspektiven wurden denn ja auch von der damaligen Eigentümerin nicht weiter verfolgt. Grundsätzlich hat sich die Bedeutung des Areals aus Sicht der Stadtverwaltung nicht verändert: Die Kaufhofimmobilie präge städtebaulich das Bahnhofsumfeld und übernehme eine wichtige Funktion im Einzelhandelsgefüge der Innenstadt. Bei einer künftigen Entwicklung sollte eine gemischte Nutzung des Grundstücks vorgesehen werden, so die Ansicht im Rathaus, die einerseits den zentrentypischen Einzelhandel erhält und andererseits durch Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- oder Freizeit- beziehungsweise Gastronomienutzungen das Bahnhofsumfeld weiter beleben könnte.
Stadtspitze angetan von Kontaktaufnahme des neuen Eigentümers
Die Stadtspitze blickt deshalb gespannt auf die anstehende Entwicklung und war schon einmal positiv angetan von der unmittelbaren Kontaktaufnahme des neuen Eigentümers, der Stadttor Landau Entwicklungs-GmbH, eine Gesellschaft der Ehret+Klein-Gruppe aus Starnberg. Wie der neue Besitzer auf RHEINPFALZ-Nachfrage sagt, gibt es noch keine konkreten Pläne. Man freue sich aber auf den Gedankenaustausch mit der Stadt Landau.