Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Stefanie Mehret ist die neue Schulleiterin am MSG

Stefanie Mehret
Stefanie Mehret

„Schule ist mehr als Unterrichten und Lernen.“ Davon ist Stefanie Mehret überzeugt. Sie ist die neue Leiterin des Landauer Max-Slevogt-Gymnasiums. Die 55-Jährige ist froh, dass Schule seit dem Sommer wieder in Klassenräumen stattfindet.

Wie ihr Vorgänger Jochen Flohn, der im Sommer als Leiter der Deutschen Schule nach Brüssel gewechselt ist, hat die gebürtige Heilbronnerin Mathematik studiert. „Zahlen haben mich schon als Mädchen fasziniert. Doch nie nur als abstrakte Größe, sondern besonders in der praktischen Anwendung“, erzählt Stefanie Mehret. So studierte die 18-Jährige nach dem Abitur Wirtschaftsmathematik in Karlsruhe. Drei Jahre arbeitete sie nach dem Diplom in der freien Wirtschaft, um nochmals Mathematik und Wirtschaftslehre fürs Lehramt an der Landauer Universität zu studieren. Der Umgang mit Menschen fehlte ihr.

Eigentlich wollte sie an eine Schule, doch die Universität schätzte ihren souveränen Umgang mit Zahlen – zuerst als studentische Hilfskraft, dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Fasziniert war Mehret weniger von der Forschung als vielmehr von der Lehre. Sie entwickelte Lehr- und Lernmethoden für ihre Studierenden, um ihnen Handwerkszeug an die Hand zu geben, Kinder und Jugendliche für Mathematik zu begeistern.

In die Südpfalz verliebt

Nach einem zweijährigen Ausflug an die Gesamthochschule Siegen, kehrte die junge Mutter im Jahr 2000 an die Universität Landau zurück. Gemeinsam mit ihrer Frau hatte sie sich längst in die Südpfalz verliebt.

Nach neun Jahren Universität wechselte die mittlerweile renommierte Didaktikerin an das Heinrich-Böll-Gymnasium in Ludwigshafen, um selbst in Mathematik und Physik zu unterrichten. Sie will durch gute Lehre besonders Mädchen für diese Fächer begeistern und ihnen zeigen, dass Physik kein Hexenwerk ist.

2011 wechselte die engagierte Lehrerin an das Max-Slevogt-Gymnasium. Näher an ihrer Wahlheimat Annweiler übernahm sie auch Lehraufträge für Pädagogik und Didaktik am Staatlichen Studienseminar zuerst in Speyer und dann in Landau. Nach acht Jahren schulischen Unterrichts wurde sie 2017 Leiterin des Landauer Studienseminars. Dort bildete sie Referendare aus. Sie hielt weiter Kontakt zum MSG und kennt die Probleme des schulischen Alltags.

Raum für Begegnungen

Sie macht sich gemeinsam mit Jochen Flohn und anderen Schulleitern Gedanken, wie die digitale Kompetenz von Schülern ausgebildet und gestärkt werden kann. Am MSG ist es selbstverständlich, dass jeder Schüler ab Klasse 9 ein i-Pad besitzt und damit arbeiten kann, sowohl im Unterricht als auch zu Hause bei den Hausaufgaben, die auf dem Tablet bearbeitet und gespeichert werden. So entwickeln Schüler Medienkompetenz, erklärt Mehret. Das gelingt besonders im gemeinsamen Tun, ist die Schulleiterin überzeugt.

Sie hat eine klare Idee, was Schule sein kann und sein muss: ein Raum für Begegnungen, die teils von Lehrern, teils von den Schülern gestaltet werden. Damit wird soziales Lernen möglich. Dies und alles andere – zum Beispiel Konflikte zu meistern und den Alltag zu strukturieren – kann Schule in Präsenz deutlich besser erreichen als durch Online-Unterricht, ist Mehret überzeugt.

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