Südpfalz
Startschuss im Impfzentrum in Landau Mitte Februar
Die Katze ist nun aus dem Sack: Das Impfzentrum in Landau für die Stadt und den Kreis Südliche Weinstraße in der Albert-Einstein-Straße soll am 20. Februar seinen Betrieb aufnehmen. Formal fehlt zwar noch das grüne Licht aus Mainz, aber auf Arbeitsebene habe man schon eine Zustimmung erhalten, sagt die Leiterin der städtischen Pressestelle, Sandra Diehl. Die Konzeption fehlt noch, aber die könne man nachreichen.
Die vom Land finanzierte Einrichtung in Wörth konnte nach Angaben der Kreisverwaltung Germersheim innerhalb von rund zwei Wochen aufgebaut werden. Dort habe aber auf die Infrastruktur des bestehenden Notfallkrankenhauses zurückgegriffen werden können, heißt es. In Landau müssen die Verantwortlichen bei Null anfangen.
Die Impfzentren werden von den Kommunen im Auftrag des Landes betrieben. Finanziert werden sie zu 46,5 Prozent aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds und zu 3,5 Prozent von den privaten Krankenkassen, teilt das Gesundheitsministerium in Mainz mit. Die Finanzierung der übrigen 50 Prozent übernehme das Land. „Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit einer Prüfung der zu erwartenden Kosten durch das Land.“
Wer bereits einen Impftermin vereinbart hat, kann diesen nicht in ein anderes Impfzentrum verlegen. Das betont das Gesundheitsministerium auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Wir bitten darum, den vereinbarten Termin im jeweils zuständigen Impfzentrum unbedingt wahrzunehmen, um Verzögerungen und Irritationen im Ablauf zu vermeiden“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums. Im Grundsatz gelte bei der Impfung das Wohnortprinzip. Wer also in Wörth einen Termin bereits vereinbart hat, kann diesen nicht nach Landau verlegen – oder als Bürger der Verbandsgemeinde Maikammer möglicherweise nach Neustadt.
SÜW-Landrat Dietmar Seefeldt und der Oberbürgermeister von Neustadt, Marc Weigel, hatten am Montag ihren Wunsch geäußert, dass Einwohner der VG Maikammer statt in Wörth im deutlich nähergelegenen Impfzentrum in Neustadt geimpft werden sollten. Das Ministerium in Mainz muss diese Absprache noch bestätigen. Auch hier wurde bereits telefoniert: Das Land habe bereits mündlich grünes Licht gegeben, die schriftliche Bestätigung fehle aber noch, teilt der Kreis mit.
Bürger der Verbandsgemeinde Edenkoben in Neustadt impfen zu lassen, sei leider nicht möglich, heißt es weiter aus dem Kreishaus. Der Grund: Die Infrastruktur ist in Neustadt nicht für so viele Menschen ausgelegt.
Unterdessen kritisiert der Fraktionsvorsitzende der SPD im Landauer Stadtrat, Florian Maier, der Rat sei bisher nicht in die Planungen für ein weiteres Impfzentrum in Landau einbezogen worden. In einer Anfrage will er von Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) unter anderem wissen, wie das Impfzentrum mit Personal ausgestattet werden wird.
Bei dem zweiten Impfzentrum in der Südpfalz handele es sich um eine „Auftragsangelegenheit“ des Landes. Der Stadtrat müsse bei einer solchen nicht einbezogen werden, antwortet Hirsch. „Genau das Gleiche war übrigens bereits beim ersten gemeinsamen südpfälzischen Impfzentrum in Wörth der Fall.“ Das Personal werde, wie gehabt, aus dem Pool des Landes und weiteren haupt- und ehrenamtlichen Kräften aus der Region gestellt. Die Anfrage sei „ein sehr durchschaubares Manöver des Landtagskandidaten“.
Bezüglich der Kosten sagte Hirsch, weder dem Land noch den Kommunen entstünden Mehrkosten im Vergleich zu einem Szenario, bei dem es von Anfang an zwei Impfzentren des Landes in der Südpfalz gegeben hätte.
Hirsch und die beiden Landräte Dietmar Seefeldt und Fritz Brechtel hatten sich am Samstag darauf verständigt, nun doch in Landau ein weiteres Impfzentrum bereitzustellen. Viele alte Menschen, die in der Gruppe „Höchste Priorität“ gelistet sind und sich gegen Covid-19 impfen lassen können, kommen nämlich vielfach mit den Anforderungen nicht zurecht. Schon die Anmeldung überfordert viele Senioren, wie die anhaltende Leseraktion der RHEINPFALZ bestätigt. Zahlreichen Impfwilligen ist der Weg ins Impfzentrum nach Wörth zu weit.