Landau
Stadttor: Was die Sparkasse auf dem Kaufhof-Gelände plant
Mit Volldampf arbeitet die Sparkasse Südpfalz an der Planung für ihren neuen Hauptverwaltungssitz in der Maximilianstraße/Ecke Ostbahnstraße gegenüber des Landauer Hauptbahnhofs. Der Starnberger Entwickler Ehret+Klein hat mit seiner Planung „Stadttor Landau“ keinen Stich machen können – am Ende musste er sich zurückziehen, weil sich weder genügend Wohnungsinteressenten noch genügend Investoren fanden. Die Sparkasse Südpfalz springt in die Bresche und möchte auf dem ehemaligen Kaufhof-Areal ihren Hauptverwaltungssitz bauen.
Das Bankinstitut steckt noch mitten in den Verhandlungen, wie Vorstandsmitglied Benjamin Hirsch der RHEINPFALZ sagte. Es handele sich um sehr komplexe Vertragswerke, die auch voneinander abhängen. Hirsch rechnet mit einem Abschluss Ende Januar, spätestens dann gingen die Grundstücke in den Besitz der Sparkasse über.
Turm niedriger als beim Stadttor
Die ursprünglichen Pläne der Starnberger werden abgespeckt. Zwar ist das Projekt nach wie vor für Landau von besonderer städtebaulicher und wirtschaftlicher Bedeutung, aber die einstigen Stadttor-Dimensionen sind kaum finanzierbar, wird immer wieder deutlich. Wie Hirsch im Gespräch bestätigte, soll der Neubau insgesamt etwas niedriger ausfallen. Auch der Turm wird nicht so hoch werden wie in der Stadttor-Planung.
Die Stadt Landau möchte mit der Sparkasse einen neuen städtebaulichen Vertrag abschließen. Er regelt einige Details zu Nutzungsvorgaben, Geltungsbereichen und schreibt auch eine zeitliche Realisierung vor. Dazu berät der Bauausschuss in seiner öffentlichen Sitzung am Dienstag ab 17 Uhr. Der Stadtratsbeschluss fällt am 16. Dezember.
Parkplätze in einem Parkdeck
Ein interessantes Detail dieses Vertrags betrifft die Parkplätze. Weil auf der Fläche selbst nicht genügend Stellplätze geschaffen werden können, trotz der 150 Plätze in der zweigeschossigen Tiefgarage, ist nun die Rede von einem Parkdeck östlich des Hauptbahnhofs, also auf den Park-und-Ride-Stellflächen entlang der Gleise.
Benjamin Hirsch spricht bei der Parkplatzfrage von einem dreistufigen Lösungsansatz. Zum einen möchte der Bauherr so viele Parkplätze wie möglich auf dem Grundstück schaffen. Das werden aber nicht mehr als 150 in der Tiefgarage sein und 30 bis höchstens 50 oberirdisch. Darunter sollen auf jeden Fall Kurzzeitplätze sein, damit Kunden schnell mal zum Geldautomaten oder zum Bäcker im Gebäude können, ohne gleich in die Tiefgarage fahren zu müssen.
Sparkasse nimmt Rücksicht auf Mitarbeiter
Nun möchte die Sparkasse in den Büros 400 bis 450 der insgesamt 785 in der Südpfalz tätigen Mitarbeiter unterbringen. Sie werden nicht alle mit dem Rad oder dem öffentlichen Nahverkehr kommen. Deshalb haben die Stadtverwaltung und ein Steuerungsteam der Sparkasse ein Parkdeck als beste Lösung ausgemacht, um einerseits Mitarbeiterinteressen nachzukommen, aber auch die Zufriedenheit der Kunden im Blick zu behalten. Der Weg ist nicht weit.
Auch städtebaulich wäre ein Parkdeck hinter dem Hauptbahnhof vertretbar. Beobachter halten diese Idee für einen gelungenen Kniff, werde doch so keine zusätzliche Fläche versiegelt und schon im Vorfeld die Parkplatzfrage eingebunden. Im Parkdeck könnten auch weitere öffentliche Plätze vorgesehen werden. Wer das Parkdeck bauen könnte, ist offen. Die Leistungen sollen wohl ausgeschrieben werden. Die dritte Lösung, die Hirsch erwähnte, wäre die Ablösung der vorgeschriebenen Plätze. Das aber halte auch die Sparkasse nicht für den besten Weg.
Größerer Innenhof mit Gastronomie
Anders, als Ehret+Klein schwebt der Sparkasse kein geschlossener vierseitiger Neubau vor. Sie geht derzeit von einem Gebäude in U-Form aus. „Wir haben dafür mehr Aufenthaltsqualität in den Innenhof gebracht“, betonte Hirsch. Die Stadtverwaltung möchte die Sparkasse verpflichten, den Innenhof von 6 bis 22 Uhr für die Öffentlichkeit offen zu halten, im Zusammenspiel mit einem gastronomischen Angebot.
Auch die attraktiven Räume mit Fernblick im obersten Geschoss des Turms sollen von allen Bürgern genutzt werden können. Allerdings, so schränkt Hirsch ein, soll dies nur im Zuge von Events möglich sein. Das heißt, ein Veranstalter mietet das „Event-Top“ für kulturelle oder gesellschaftliche Veranstaltungen. Eine Rooftop-Bar ohne jegliche Zugangskontrolle, wie sie bei Ehret+Klein geplant war, ist laut Sitzungsvorlage in einem Bankgebäude ausgeschlossen.
Keine Aussage zu den Kosten
Zu den möglichen Kosten des Projekts kann Benjamin Hirsch keine Angaben machen. „Da ist noch so viel Bewegung drin.“ Er warnt, es sei auch noch nicht alles in trockenen Tüchern. Das Vorhaben könnte auch noch scheitern.
Auf jeden Fall verpflichtet der städtebauliche Vertrag die Bank dazu, bis Ende Juni 2026 einen vollständigen Bauantrag vorzulegen. Der Neubau müsste bis spätestens dreieinhalb Jahre nach Bestandskraft der Baugenehmigung fertig sein. Der erste Bauantrag, er betrifft die Tiefgarage, liegt laut Bank-Vorstandsmitglied Hirsch vor. Übrigens: Die Planung, die ein Ergebnis der Steuerungsgruppe von Expertise aus dem eigenen Haus, dem Karlsruher Architekturbüro GJL+ und der Landauer Firma Bösherz ist, hat auch Vorschläge eingearbeitet, die der Landauer Gestaltungsbeirat gemacht hat.