Landau Stadt sucht nach möglichen Windkraft-Standorten

Schon 2014 hatte die Energie Südwest mit diesem Messmast festgestellt, dass sich Windräder auf dem Taubensuhl rentiert hätten, d
Schon 2014 hatte die Energie Südwest mit diesem Messmast festgestellt, dass sich Windräder auf dem Taubensuhl rentiert hätten, doch die Pläne hatten sich zerschlagen.

Die Stadt Landau will prüfen, ob auf ihrer Gemarkung Windräder errichtet werden können. Anlass ist das Energiesofortmaßnahmen-Paket des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz unter Leitung von Robert Habeck (Grüne), mit dem der Ausbau Erneuerbarer Energien beschleunigt werden soll.

Bisher gibt es in Landau keine Flächen, die für die Gewinnung von Windenergie genutzt werden können. Grund dafür sind mehrere einschränkende Faktoren: die „eher moderaten Windstärken“, Regelungen zum Mindestabstand zwischen Windrad und Wohnbebauung (bisher 1000 Meter) und das Konzentrationsgebot für Windkraftanlagen. Letzteres heißt, dass die Anlagen nicht einzeln stehen, sondern in Windparks zusammengefasst werden sollen, wie dies beispielsweise bei Offenbach der Fall ist. In Landau kommt erschwerend hinzu, dass große Teile der Gemarkung ins Biosphärenreservat Pfälzerwald fallen. Das reicht über die bewaldeten Höhen hinaus und umfasst auch Teile der Weinbergsflur.

Neue Ansätze

Schon vor Jahren hatte die Energie Südwest einen kleinen Windpark auf dem zu Landau gehörenden Taubensuhl geplant. Die Windstärke dort hätte ausgereicht, doch die Pläne scheiterten am Schutzstatus des Pfälzerwaldes. 2021 hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) einige wenige Flächen im Pfälzerwald, beispielsweise auf ehemaligen militärischen Liegenschaften oder an Hauptstraßen, für Windräder öffnen wollen, doch das war unter anderem am Widerstand des Unesco-Komitees gescheitert, das über den Biosphärenstatus wacht.

Oberbürgermeisterkandidat Maximilian Ingenthron (SPD) hat in seinem Wahlprogramm ein Plädoyer für den Bau von Windkraftanlagen im Pfälzerwald stehen. „Es wäre töricht, das auszuschließen“, sagte Ingenthron der RHEINPFALZ. Denn so kämen wir nicht weiter mit der Energiewende. Er sei dezidiert der Meinung, dass auch der Pfälzerwald weiterhin ein möglicher Standort für Windkraft sei.

Nach Angaben der Stadt gibt es neue Prüfansätze, weil der Mindestabstand zwischen Windrädern und Wohnbebauung künftig nur noch 900 Meter betragen soll. Außerdem dürften Windräder künftig auch einzeln aufgestellt werden.

Wenige denkbare Flächen

„Aufgrund der moderaten Senkung der Mindestabstände zu Siedlungsgebieten werden sich in dem recht dicht besiedelten Stadtgebiet von Landau auch in Zukunft keine größeren zusammenhängenden Flächen für Windkraftanlagen ergeben“, ordnet Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) das Aufregerthema ein. „Ob es sinnvoll und nachhaltig ist, auf den wenigen denkbaren Flächen Einzelanlagen im Stadtgebiet zu verteilen und es hierfür auch politische Mehrheiten in den Ortsteilen gibt, bleibt abzuwarten.“

Umweltdezernent Lukas Hartmann (Grüne) betont grundsätzlich: „Die Klimakrise und der russische Angriff auf die Ukraine machen deutlich, dass wir unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern schnellstmöglich beenden müssen.“ Um die Stromversorgung bis 2035 komplett mit Erneuerbaren Energien bestreiten zu können, sei der konsequente Ausbau von Windkraft ein wichtiger Baustein. „An der aktuellen Gesetzeslage, die Windkraftanlagen im Pfälzerwald verbietet, ändert sich aufgrund des Energiesofortmaßnahmen-Pakets aber vorerst nichts“, stellt der Umweltdezernent klar. Der Landauer Stadtwald sei damit weiterhin kein Thema.

Mit Solar schneller zum Ziel

„Moderne Windräder können selbst in der Südpfälzer Rheinebene mehrere Megawattstunden an Strom produzieren und so einen – wenn auch kleinen – Teil der Stromversorgung Landaus decken“, unterstreicht Hartmann weiter. Wichtiger für das Erreichen der Klimaschutzziele bleibe aber die Errichtung von Fotovoltaikanlagen, die die Stadtverwaltung mit einer Solarpflicht bei Neubauten und Informationsveranstaltungen für Bürger unterstütze. Die Veranstaltungsreihe wird am 25. Mai um 18 Uhr online fortgesetzt. Anmeldungen nimmt Klimaschutzmanagerin Maren Dern per E-Mail an solaroffensive@landau.de entgegen.

x