Landau
Stadt stellt kein Team beim Firmenlauf
Am 19. Mai startet der DM-Firmenlauf Südpfalz auf dem Alten Messplatz. Um 18.30 Uhr und um 19 Uhr gehen die Teams auf den Fünf-Kilometer-Rundkurs durch die Stadt und die Weinberge. Von A wie APL bis W wie Wickert, nein sogar bis Z für das Landauer Zahnzentrum Heck und Kollegen, ist an Firmen alles dabei, was in der Region Rang und Namen hat. Darunter sind auch zahlreiche Verwaltungen von der Stadt Annweiler über die Verbandsgemeinden Bad Bergzabern, Kandel und Jockgrim bis zur Kreisverwaltung Germersheim. Nur die Stadt Landau, die bisher jedes Mal dabei war, entsendet kein Team.
Das bestätigt Pressesprecherin Ricarda Bodenseh auf Anfrage: Grund sei die angespannte Personalsituation aufgrund vieler Krankheitsfälle und die Sorge, dass sich diese Lage noch verschärfen könnte, da die Corona-Pandemie noch nicht beendet ist. Nach Bodensehs Angaben hat dies der Stadtvorstand so beschlossen, also Oberbürgermeister, Bürgermeister und die Beigeordneten. Ein Teilnahmeverbot sei dies selbstverständlich nicht, betont Bodenseh: Wer mitlaufen wolle, dürfe dies tun, es werde nur kein offizielles Team geben. In früheren Jahren war die Stadt mit 45 (2016) bis 63 (2018) Läuferinnen und Läufern in hellblauen Trikots am Start und hatte die Startgebühr übernommen.
Ingenthron möchte Entscheidung revidieren
Andere Betriebe und Verwaltungen mögen weniger stark von Ausfällen gebeutelt sein, doch das mögliche Ansteckungsrisiko schätzen sie offenbar geringer ein. Unter den Teams sind auch etliche aus Gesundheit und Pflege, wie beispielsweise das Caritaszentrum, die Ökumenische Sozialstation Herxheim, das Bethesda Landau oder komplette Praxen. Es sind aber auch stadtnahe Einrichtungen vertreten, wie die Feuerwehr oder die Energie Südwest.
Bürgermeister Maximilian Ingenthron will am 19. Mai auf jeden Fall dabei sein, notfalls auch allein. „Über das Trikot muss ich mir dann noch Gedanken machen“, sagt er. Er räumt ein, dass er am 11. April im Stadtvorstand zugestimmt hat, doch inzwischen ist ihm nicht mehr ganz wohl dabei und er würde die Entscheidung am liebsten revidieren. Ihm hat zu denken gegeben, dass andere Verwaltungen offenbar keine Bedenken haben und Germersheim mit über 50 sowie SÜW mit über 40 Beschäftigten mitlaufen. Immerhin sei der Firmenlauf eine sehr gute Möglichkeit des Teambuildings, also zur Stärkung des Zusammenhalts, und Laufen sei nun mal Gesundheitsvorsorge. Im Übrigen könne ja auch der Maimarkt stattfinden, merkt er an.
Wie der Organisator reagiert
Ralf Niedermeier, Geschäftsführer der N plus Sport GmbH in Saarbrücken, die das Großereignis organisiert, bedauert die Entscheidung der Stadt, die stets eines der teilnehmerstärksten Teams gestellt habe. Er respektiert die „individuelle Entscheidung zur Gefahrenabwehr“, gibt aber zu bedenken, dass es sich um eine Freiluftveranstaltung handele und am Marathon Deutsche Weinstraße am 10. April mehr als 3000 Menschen am Start gewesen seien, ohne dass es Probleme gegeben habe.
Ingenthron sagt, er habe beim Firmenlauf schon den Startschuss geben dürfen, und das würde er auch dieses Jahr übernehmen, wenn gewünscht.