Landau Sieben Dirigenten erlebt

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Seit 60 Jahren ist Heinrich Eder aktives Mitglied im Gesangverein „Einigkeit“ Sondernheim. Am kommenden Samstag steht er mit seinem Chor wieder einmal auf der Bühne und wird für sein langjähriges Engagement geehrt.

Bei dem Konzert am Samstag wird „Heiner“ Eder sein graues Jackett überziehen. „Früher hatten wir rote Kittel“, erinnert sich Eder, der auch Ehrenmitglied seines Vereins ist. Nicht nur die Farbe des Sakkos hat sich geändert. „Früher war der Gesangverein ’Einigkeit’ Sondernheim ein reiner Männerchor, da hatten wir ungefähr 80 Männer, heute sind wir noch sieben aktive Männer und 18 Frauen“, sagt Eder und ergänzt: „Jünger werden wir auch nicht.“ Früher sang er im Ersten Tenor, heute singt der Chor nur noch dreistimmig – „mangels Masse“. Damit teilt sich der Gesangverein Probleme mit vielen anderen Vereinen: Nachwuchsmangel und Überalterung. Vor 60 Jahren ist Eder, Jahrgang 1938, mit Freunden in den Verein eingetreten – aus ganz profanen Gründen: Nur wer Mitglied in einem Verein war, durfte damals die beliebten Veranstaltungen im „Saal bei Aschbachers“ besuchen. Eder ist seinem Verein treu geblieben und wurde viele Jahre auch für regelmäßigen Singstundenbesuch mit dem „Vereinsrömer“ ausgezeichnet. Ein gutes Dutzend davon steht bei Eder im Schrank. Über die Singstundentreue werden sich die bislang sieben Dirigenten gefreut haben und noch freuen. „Es gab halt auch wenig andere Freizeitangebote“, erinnert sich Eder. Auch das Beisammensein im Anschluss an die Probe ist ein fester Termin. Heute bleibe man dazu jedoch im Singsaal, vespere und trinke etwas, früher ging man in ortsansässige Wirtschaften, die es heute zum größten Teil nicht mehr gibt. „Wenn der alte Scherer Heiner in der Singstunde war, wussten wir, es gibt was zu essen und zu trinken“, erinnert sich Eder. Manch ein Sänger war damals von der Feldarbeit auch müde und ist während der Probe auch mal eingenickt. „Den Theodor haben wir auch mal auf dem Stuhl festgebunden, als er schlief“ – Eder schmunzelt noch heute über diesen Streich. „Wir singen schöne Lieder“, sagt Eder, nach seiner Motivation für sein Hobby gefragt. Vor vielen Jahren hat er auch noch im Kirchenchor mitgesungen. Den Auftritt des Vereins beim „Pfälzer Sängertag, das gemeinsame Konzert mit anderen Chören, bezeichnet er als einen der schönsten Momente in seinem Sängerleben. Heinrich Eder schätzt das Gesellige im Verein, auch wenn sich dies im Laufe der Jahre – wie auch die Mitgliederstruktur - sehr verändert hat: Als Beispiel nennt er den Vatertagstreff, der inzwischen für den Verein nicht mehr zu stemmen ist. Info Liederabend des GV „Einigkeit“ Sondernheim, am Samstag, 18. Juni, 20 Uhr, Tulla-Halle Sondernheim. Zudem wirken der Frauenchor des Gesangvereins Westheim und der Männergesangverein „Liederkranz“ Lustadt mit. Der Eintritt ist frei. (evs)

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