Landau
Siebeldinger droht lange Haftstrafe
Er muss sich vermutlich in absehbarer Zeit vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Landau verantworten. Die Anklageschrift sei ihm kürzlich zugestellt worden, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig am Donnerstag mit. Nun muss das Landgericht Landau über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Laut Staatsanwaltschaft droht dem Mann bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von fünf bis fünfzehn Jahren.
Bei dem Mann hatte es im Oktober 2022 sowie erneut am 8. Januar dieses Jahres Hausdurchsuchungen gegeben. Dabei waren nicht nur Drogen sichergestellt, sondern auch Waffen und Munition gefunden worden. Unter anderem soll der Mann Schrot- und Patronenmunition besessen haben, ohne im Besitz der erforderlichen Erlaubnis zu sein. Wie berichtet, hatte er an seinem Hoftor die Kopie einer früheren Waffenbesitzkarte ausgehängt.
Kiloweise Marihuana
Im Garten seines Hauses hat der Mann laut Staatsanwaltschaft Cannabispflanzen angebaut, die teilweise bereits abgeerntet und zum Trocknen aufgehängt waren, um das daraus gewonnene Marihuana überwiegend weiterzuverkaufen. Insgesamt seien bei der Durchsuchung im Oktober mehr als 3,5 Kilogramm Marihuana sichergestellt worden. Dabei handelt es sich um Blüten und kleine Blätter der Hanfpflanze. Auch bei der neuerlichen Durchsuchung am 8. Januar sei Marihuana sichergestellt worden, doch die Ermittlungen dazu dauern noch an.
Bei den gefährlichen Gegenständen, die der Mann mit sich geführt haben soll, handelte es sich laut Anklagebehörde unter anderem um zwei Armbrüste mit Pfeilen und ein Harpunengerät.
Koblenz ermittelt weiter
Der Angeschuldigte befindet sich seit dem 9. Januar und auch weiterhin in Untersuchungshaft. Wie berichtet, wird gegen den Südpfälzer auch von der Landeszentralstelle zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz ermittelt. Dabei geht es um Hinweise eines Dritten, wonach der Siebeldinger „Vorrichtungen für Angriffe auf Polizeibeamte hergestellt haben soll“. Konkret soll er geplant haben, Feuerlöscher zu Flammenwerfern umzubauen. Im Haus des Mannes waren sowohl Feuerlöscher als auch brennbare Flüssigkeiten wie Benzin und Diesel sichergestellt worden.
Ein Sandsteingebäude an der Zufahrt zu Haus und Hof des Mannes, an dem er Fahnen und Transparente der Reichsbürgerszene angebracht hatte, wird in einem Immobilienportal im Netz zum Kauf angeboten.