Landau
Sicherer und sauberer: Bahn gibt Stück Hausrecht in Landau ab
Die Deutsche Bahn gibt ein Stück Hausrecht an Stadt und Polizei ab. Die können dann eigenverantwortlich im Landauer Bahnhof für mehr Sauberkeit uns Sicherheit sorgen – und vielleicht auch das „Fahrradchaos“ ordnen.
Die Landauer Bahnhöfe sollen in jeder Hinsicht sicherer und sauberer werden. Dafür haben die Deutsche Bahn, die Stadt, sowie Bundes- und Landespolizei am Dienstag eine Vereinbarung unterzeichnet, die bisherige Zuständigkeiten gegenseitig erweitert. Ein Bahnhofsgelände ist, was die Zuständigkeiten für Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung betrifft, ein kompliziertes Konstrukt. Um Wohlbefinden und Sicherheit von Bürgern und Bahnkunden zu verbessern, haben sich am Dienstag die Verantwortlichen aller Beteiligten am Landauer Hauptbahnhof getroffen und eine Vereinbarung unterzeichnet. Darin gibt die Deutsche Bahn ein Stück ihres Hausrechts an die Stadt Landau dahingehend ab, dass der Sicherheitsdienst der Deutschen Bahn (DB Station & Service AG) auch den Mitarbeitern des Landauer Ordnungsamtes Handlungsbefugnis einräumt, was zum Beispiel das „Fahrradchaos“ entwirren könnte. Die allgemein an Bahnhöfen zuständige Bundespolizei erweitert die Befugnisse der Landesbeamten der Landauer Polizeiinspektion.
Auch Busbahnhof und P&R-Plätze
Die Vereinbarungen gelten für den Großbereich Hauptbahnhof einschließlich Busbahnhof, Park & Ride-Parkplätze, Fahrradparkplätze, Unterführung und den Wartebereichen, sowie für den Westbahnhof und den Bahnhaltepunkt Süd. Die Kooperation soll auch wirkungsvoll kriminellen Handlungen im Bahnhofsbereich entgegenwirken. „Dies ist ein guter Tag für die Menschen in dieser Stadt“ freute sich Maximilian Ingenthron. Der Bürgermeister und Ordnungsdezernent der Stadt Landau verwies angesichts bisheriger positiver Veränderungen wie Boulevard Ostbahn, Volkshochschule und Hotel Maximilians, sowie den geplanten Kaufhof-Neubau und die angedachte Umgestaltung des Schwanenweihers im Ostpark auf die zusätzliche Aufwertung des Bahnhofsumfeldes „durch mehr Sauberkeit und Sicherheit im öffentlichen Raum“.
Bahn: Vertrag mit Leben füllen
Bei Ulrich Demmer, dem Leiter der DB Station & Service AG mit Sitz in Kaiserslautern, der auch für Landau zuständig ist, bedankte sich Ingenthron für das Vertrauen, „ein Stück des Hausrechts der Stadt Landau zu überlassen“. Demmer erläuterte die lange Vorbereitungszeit und mahnte: „Der Kooperationsvertrag ist ein Stück Papier, das mit Leben erfüllt werden muss. Bahnhöfe sind die Visitenkarte der Städte, wo sich Bürger wohl und sicher fühlen wollen und sollen.“ Sarah Habermeier dankte als Leiterin der Bundespolizei Kaiserslautern den Kollegen der Landespolizei in Landau für die bisherige und künftig noch intensivere konstruktive Zusammenarbeit vor dem Hintergrund, dass Landau ein Kriminalitätsschwerpunkt sei und häufige Einsätze erfordere. Als Vertreter der Landespolizei bestätigte der Leiter der Polizeiinspektion Landau, Marco Weisgerber, dass die Straftaten im Bahnhofsbereich stiegen. Die Landauer Beamten werden durch Streifengänge Präsenz zeigen und präventiv und repressiv ihren Teil zur Sicherheit vieler hundert Menschen, die täglich die Landauer Bahnhöfe passieren, beitragen. Dass alle Beteiligten ihren Auftrag ernst nehmen, bestätigte der Umtrunk: Statt Sektgläser klapperten Kaffeetassen zur Feier der Stunde aneinander, denn auch auf dem Bahnhofsvorplatz schreibt die Hausordnung der Bahn Alkoholverbot vor.