LANDAU RHEINPFALZ Plus Artikel Seniorenbus nimmt Fahrt auf

Seit August 2017 gibt es in der Verbandsgemeinde Offenbach einen Bürgerbus.
Seit August 2017 gibt es in der Verbandsgemeinde Offenbach einen Bürgerbus.

Der Beirat für ältere Menschen in Landau macht sich für einen Seniorenbus stark. Ehrenamtliche könnten Landauer zum Einkaufen, zum Arzt, zu Behörden oder zur Verabredung mit dem Freund ins Café bringen. Der Vorstoß des Seniorenbeirats lässt sich gut an.

Der Beirat für ältere Menschen in Landau wünscht sich seit April 2019 einen Seniorenbus. Für ihn gibt es eine breite Unterstützung. Zuletzt hat sich die Senioren-Union der CDU für diesen Shuttle ausgesprochen, wie zweiter Vorsitzender Rolf Lüchow berichtet. Die Stadtspitze ist nicht abgeneigt, wenn die Fahrer aus einem Kreis von Ehrenamtlichen rekrutiert werden. In Offenbach und Bellheim gibt es das Angebot schon, Edenkoben will nachziehen.

Die Idee ist nicht neu. Die Agentur Landmobil tritt deutschlandweit als Pate für die Initiative in vielen Städten und Gemeinden auf. Am Mittwoch war ein Vertreter der Agentur in Landau und hat mit den Seniorenvertretern und Bürgermeister Maximilian Ingenthron gesprochen. „Es hat uns motiviert, dem Gedanken einer Realisierung näherzutreten“, berichtete Ingenthron im Anschluss. Landau wäre die bislang größte Stadt, die diese Karte zieht. Bei starker Nachfrage könnte es schnell um einen zweiten Bus gehen.

Nahverkehr ergänzen

Beiratsvorsitzender Willi Schmitt hat schon im April 2019 auf Fördermöglichkeiten durch das Land hingewiesen. Das Angebot würde die Lebenssituation älterer Bürger verbessern und das Nahverkehrskonzept sinnvoll ergänzen, hieß es.

Der Plan des Gremiums war auch schon recht konkret. Die Rede war von einem Achtsitzer, der dienstags und donnerstags unterwegs sein soll. Gelenkt werden soll der Kleinbus von Ehrenamtlichen. An „seniorenfreien“ Tagen könnte der Bus von Vereinen und Gruppen genutzt werden, war der Plan.

Bürgermeister Maximilian Ingenthron hat sich der Sache jetzt angenommen. Er hebt den sehr zupackenden und engagierten Eindruck der Seniorenvertreter hervor. „Warum nicht?“, ist die Haltung des Bürgermeisters. Er findet den Vorschlag gut, ein Fahrzeug mithilfe von Spenden oder Fördergeld für ein Jahr zu leasen, dann wären auch die Kosten zunächst überschaubar. „Wir gehen einen Schritt nach dem anderen“, sagte Ingenthron der RHEINPFALZ.

Ein Jahr Vorlauf

Holger Jansen und Ralph Hintz von der Agentur Landmobil hätten berichtet, dass derzeit die Projekte 76 und 77 in Vorbereitung seien, darunter auch jenes der Verbandsgemeinde Edenkoben. Dort, nämlich in Edesheim, war Landmobil einen Tag zuvor zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung zu Gast.

Wie Ingenthron berichtet, brauche es etwa ein Jahr Vorlauf für einen Senioren- und Bürgerbus. Die Stadt könne mit einer Landesförderung aus dem Topf „Ländliche Mobilität“ des Verkehrsministeriums in Höhe von 8500 Euro rechnen.

Die Ausgestaltung werde auf Landauer Verhältnisse zurechtgeschnitten. Jedes Projekt sei anders. Alle seien jedoch in der Regel in einen Telefon- und einen Fahrdienst gegliedert. In der Praxis erprobt ist offenbar ein Fahrbetrieb an zwei oder drei Tagen in der Woche. Landmobil berichtet, dass alle Projekte in Rheinland-Pfalz erfolgreich betrieben würden, noch keines musste eingestellt werden, auch wenn regelmäßig um Fahrer geworben wird.

„Es lohnt sich“

Bei der Kalkulation geht die Agentur von 6000 bis 7000 Euro jährlichen Kosten pro Fahrzeug aus, berichtet Ingenthron aus dem Gespräch. Hinzu kommen möglicherweise Kosten für die Leistungen des Beratungsbüros.

Der Bürgermeister hat sich überzeugen lassen. Er kann sich gut vorstellen, mit Landmobil zu arbeiten, weil die Agentur über enorme Erfahrung verfüge. Ingenthrons Fazit: „Es lohnt sich, das Projekt anzugehen!“

Info

  • www.agentur-landmobil.de
  • www.buergerbus-rlp.de.

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