Landau Seit Generationen Freunde
In diesem Jahr besteht die Partnerschaft zwischen Edenkoben und der französischen Gemeinde Étang-sur-Arroux in Burgund seit 40 Jahren. Noch länger, seit 1963, also 54 Jahre, gibt es einen Schüleraustausch zwischen der Realschule, heute Paul-Gillet-Realschule plus, und dem Collège Gabriel Bouthiere.
Am Donnerstag begrüßte Stadtbürgermeister Werner Kastner (FWG) 30 französische Schüler sowie deren Lehrerinnen im Kurpfalzsaal. Die Jugendlichen selbst kannten sich schon, da die Edenkobener Kinder im Oktober vergangenen Jahres für eine Woche in Frankreich zu Besuch waren. „Heute ist ein besonderer Tag, weil ihr etwas Besonderes seit. Deshalb habe ich mir extra meine Amtskette angelegt, so wie meine Kollegen in Frankreich bei solchen Anlässen ihre Schärpe tragen“ , sagte der Stadtchef. Er sprach für ein geeintes Europa, über Ausländerfeindlichkeit und den Brexit. „Das ist nicht das Europa, das wir für uns und unsere Kinder wollen!“, erteilte er rechten Gruppierungen und deren Ansichten eine klare Absage. „Deutsche und Franzosen sind ein leuchtendes Beispiel europäischer Freundschaft. Deshalb sind Begegnungen und persönliche Beziehungen wie dieser Schüleraustausch jetzt und in Zukunft sehr wichtig“, so Kastner weiter. Die Leiterin der Realschule plus, Tatjana Kuhn, war das erste Mal in Sachen Schüleraustausch dabei. Sie freut sich sehr über die hervorragende Zusammenarbeit mit der französischen Schule und hofft, dass dieser Austausch noch lange erhalten bleibt. Auch der Leiter des Edenkobener Gymnasiums, Ulrich Erfort, sprach ein Grußwort. Seit fünf Jahren unterhält seine Schule einen Austausch mit einer französischen Schule, die ebenfalls in Burgund liegt, in Dijon. Einen ersten Schüleraustausch gab es im vergangenen Jahr. In perfektem Französisch richtete der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Edenkoben, Olaf Gouasé (CDU), seine Worte an die Jugendlichen. „Das Erlernen der Sprache des anderen ist der Schlüssel für den Zugang für das Leben in der Kultur des Landes“, so Gouasé, für den Frankreich, wie er betonte, sein zweites Heimatland sei. Bettina Glatz-Fischer, Vorsitzende des deutsch-französischen Freundeskreises in Edenkoben, sprach von der Wichtigkeit guter Beziehungen, von gegenseitigem Verständnis und einem schönen Miteinander. Emmanuelle Tillier war eine der begleitenden Lehrerinnen aus Étang-sur-Arroux. „Schon in der Schule hatte ich Deutschunterricht. Das hat mich so interessiert und mir gefallen, dass ich mich entschlossen habe, die Sprache zu studieren.“ So führte sie ihr Weg unter anderem in ihrer Studentenzeit nach Mainz. Hier schloss sich vergangene Woche sozusagen ein Kreis, besuchte Madame Tillier doch mit ihren Schülern während ihres achttägigen Aufenthaltes in der Pfalz auch das Gutenberg-Museum in der Landeshauptstadt. Die 14-jährige Ernestine sagte auf die Frage, ob ihr das Museum denn gefallen habe. „Oh ja, natürlich, das war sehr interessant“, wozu Madame Tillier grinsend ergänzte: „Aber das Shoppen war noch viel Interessanter.“ Ernestines Lächeln sagte mehr als tausend Worte. Schon im vergangenen Jahr war sie zum Schüleraustausch in Edenkoben. Das diesjährige Programm war sehr viel umfangreicher als im Vorjahr“ sagte die Schülerin der achten Klasse. „Wir haben uns nie gelangweilt. Auch der Stadtrundgang in Landau hat mir gut gefallen, die Allah-hopp-Anlage und das Backen bei dem Bäcker Becker.“