Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Schwanenweiher wird saniert

Derzeit ist der Weiher leer, aber eingesät.
Derzeit ist der Weiher leer, aber eingesät.

Friede, Freude, Schwanenweiher. Der Hauptausschuss hat am Dienstagabend mit großer Mehrheit dafür gestimmt, den Ostpark und insbesondere den Schwanenweiher trotz deutlich gestiegener Kosten zu sanieren.

Ein Ausstieg aus dem Projekt Weihersanierung ist vom Tisch. Wie berichtet, erhöhen sich die Kosten aufgrund etlicher Posten, die laut Verwaltung nicht vorhersehbar waren, um etwa 1,1 Millionen Euro. Aber die Stadt hofft, darauf nicht allein sitzenzubleiben.

Zur Beruhigung der Ausschussmitglieder hat Bauamtsleiter Christoph Kamplade beigetragen: Er berichtete vom Besuch einer kleinen Delegation der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, die sich am Dienstagnachmittag drei Stunden lang vor Ort über die aufgetauchten Probleme informieren ließ. Die ADD ist jene Behörde, die über Landesförderungen zu entscheiden hat.

Positive Signale der ADD

Laut Kamplade hat die Verwaltung dabei herausgestellt, dass vor allem der Weiher die Mehrkosten verursacht, dass die Förderung aber stets dem Gesamtprojekt Weiher- und Parksanierung gegolten habe. Das eine ohne das andere gehe nicht, sonst würden die Ziele des vom Land geförderten Stadtumbaus nicht erreicht. Die ADD-Vertreter hätten die Stadt aufgefordert, Punkt für Punkt den Nachweis zu erbringen, dass die Mehrkosten unabweisbar (unvermeidbar) und unaufschiebbar seien. Damit könne die Stadt beim Land beantragen, dass dieses die Stadtumbaumittel erhöht. Die waren eigentlich bei rund neun Millionen Euro gedeckelt, könnten aber eventuell aufgestockt werden. In dieser Summe sind bereits erfolgte Erneuerungen wie der Umbau der Ostbahnstraße zum Boulevard bereits enthalten. Laut Kamplade hat die ADD der Stadt nichts versprochen, aber Mut gemacht.

Stadt will jetzt ausschreiben

Den Antrag will die Stadt in den nächsten Tagen stellen und sorgfältig begründen. Mit einer Antwort sei aber nicht bis zum nächsten Stadtrat am Dienstag, 16. November, zu rechnen. „Die Prüfung wird etwas länger dauern“, so Kamplade. Um den Sanierungszeitplan einhalten zu können und von erfahrungsgemäß niedrigeren Baukosten zu Jahresbeginn profitieren zu können, müsse jetzt ausgeschrieben werden, warb der Bauamtsleiter. „Wir müssen auf das Wohlwollen des Landes vertrauen.“ Das habe das Gesamtprojekt immerhin vor Jahren für so gut befunden, dass es Landau einen mit 50.000 Euro dotierten Preis zugesprochen habe.

Kamplade warb aber nicht nur mit der Hoffnung, sondern auch einem weiteren Argument: Selbst wenn das Land nichts nachschießt, würden die bereits zugesagten Zuschüsse 70 statt der erhofften 90 Prozent der Kosten decken, was kein schlechter Wert sei. Außerdem habe die Verwaltung die Mehrkosten bereits im Haushalt kompensiert, indem andere Vorhaben verschoben oder aufgegeben würden. Nach Angaben des Umweltbeigeordneten Lukas Hartmann (Grüne) sollen geplante Baumpflanzungen aus dem 5000-Bäume-Programm im Koalitionsvertrag zurückgestellt und zunächst an einfacheren Stellen Bäume gesetzt werden, wo die Pflanzkosten niedriger ausfielen.

Landau ohne Weiher nicht vorstellbar

Oberbürgermeister Thomas Hirsch sagte, es sei von Anfang an klar gewesen, dass die Weihersanierung ein schwieriges Projekt sei. Deshalb sei sie ja so lange aufgeschoben worden. Darin schwingt die Botschaft mit: von seinen Vorgängern. Doch wenn die Verwaltung von Anfang an mit einer Förderquote von 70 Prozent für das Vorhaben geworben hätte, hätte der Rat sicher zugestimmt.

Als erste gab Gertraud Migl (Pfeffer&Salz) ihr Plazet für die weiteren Arbeiten: Weiher und Park seien ganz wichtig für Freizeit, Festhalle und Parkhotel. Das sahen die anderen Fraktionen ganz ähnlich. Eine Blumenwiese sei keine Alternative, so Wolfgang Freiermuth (FWG), und Landau ohne den Schwanenweiher nicht vorstellbar, wie Ralf Eggers (CDU) betonte. Das Projekt sei klimatisch, gesellschaftlich und kulturell ganz wichtig.

Stadtwald keine Alternative

Paule Albrecht (SPD) fragte nochmals nach, ob eine Verkleinerung der Wasserfläche eine Option sei. Hirsch und Kamplade beantworteten dies mit Nein, es sei schon mit der Mindestfläche geplant worden. Bei einer weiteren Verkleinerung würden Denkmalpflege und Förderbehörde nicht mitspielen, insbesondere deshalb, weil nur eine Verkleinerung im Norden Kosten drücken würde, aber gerade dort sei der Übergang vom Boulevard zum Park städtebaulich besonders wichtig. Nur Jochen Silbernagel (FDP) konnte sich mit den Mehrkosten nicht abfinden. Er plädierte für einen kleinen Stadtwald, fand dafür aber keine Unterstützung. Seine Sorge: „In ein paar Jahren stehen wir wieder vor demselben Problem.“ Damit meint er die Gefahr, dass der Weiher ökologisch wieder umkippt. Am Ende gab es nur zwei Gegenstimmen gegen die verteuerte Sanierung.

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