Landau / SÜW RHEINPFALZ Plus Artikel Schulkiosk: Welcher Pausensnack besonders beliebt ist

Susanne Kern betreibt das Kiosk des Max-Slevogt-Gymnasiums.
Susanne Kern betreibt das Kiosk des Max-Slevogt-Gymnasiums.

Schüler kaufen gerne am Schulkiosk ein. Das Angebot, das sich über die Jahre immer wieder mal verändert hat, ist an vielen Schulen ähnlich. Was ist der Renner?

Manch einer möge sagen: Die Grundlage guter Bildung ist gesundes Essen. Beliebt jedenfalls sind die Pausensnacks allemal, die es an den Kiosken der Schulen gibt. Aber sind sie auch gesund? Immer wieder herrscht in den Pausen vor den Kiosken lebhaftes Treiben – Schüler kaufen dort gerne ein. Dies bestätigen diverse Schulen auf Anfrage gegenüber der RHEINPFALZ. Klar ist, dass die Nachfrage das Angebot bestimmt. Das heißt: Nur gesundes Essen, funktioniert nicht, denn wenn nichts verkauft wird, lohnt sich ein Kiosk nicht.

Der Kiosk am Landauer Max-Slevogt-Gymnasium (MSG) wird seit nunmehr 13 Jahren von Susanne Kern betrieben. Eine Pacht muss sie für die Räumlichkeit nicht entrichten. Die gelernte Bürokauffrau

hat schon viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt, das sich kaum kostendeckend bewerkstelligen lässt. „Die Gewinnspanne ist sehr gering“, sagt Susanne Kern gegenüber der RHEINPFALZ. „Aber ich liebe den Job und bin sozial eingestellt. Auch ärmere Kinder sollen sich bei mir etwas kaufen können.“ Da es in der Schule keinen Wasserspender gebe, werden am Kiosk von Susanne Kern auch diverse Getränke verkauft – unter anderem Biolimonaden aus der Flasche oder kalter Kakao, „aber keine Cola und keine Fanta“. Beliebt seien „Trinkerle“ wie Capri-Sonne.

Tomaten-Mozzarella-Brötchen beliebt

Ab zwei Euro gibt es belegte Brötchen, unter anderem auch mit warmem Fleischkäse oder warmen Wiener Würstchen (2,50 Euro), auch ofenfrische Käse-Laugenstangen gehören zum Sortiment. Am Kiosk wird auch die ein oder andere Süßigkeit (ab 50 Cent) angeboten, „die gerne genommen wird“, ebenso Kaffeestückchen oder im Sommer mal einen saisonalen Obstbecher zum Beispiel mit Wassermelone. Besonders beliebt ist bei den Schülern das Tomaten-Mozzarella-Brötchen. „Das ist der Renner“, sagt Susanne Kern, die ihre Produkte in den zwei jeweils 15 Minuten langen großen Pausen anbietet. Sie versuche, ein gesundes Angebot auf die Beine zu stellen. Aber letztlich müsse es den Schülern auch schmecken, sonst sei es nicht finanzierbar. Der Trend hin zu einem stärker vegetarisch ausgerichtetes Angebot sei zuletzt ausgebremst worden, da beispielsweise die Schüler, die aus der Ukraine stammen, eine fleisch- und wurstlastige Ernährung bevorzugen. Wer wolle, dass sein Kind mehr Rohkost esse, könne dies zu Hause in die Brotbox packen und seinem Kind mit in die Schule geben, sagt Susanne Kern.

Von Schülern für Schüler: Mitglieder des Kiosk-Teams des Otto-Hahn-Gymnasiums.
Von Schülern für Schüler: Mitglieder des Kiosk-Teams des Otto-Hahn-Gymnasiums.

Einen Katzensprung weiter, am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG), kümmert sich die Schülerarbeitsgemeinschaft „K-Team“ ehrenamtlich um den Kioskbetrieb, teilt Lehrer Andreas Schaub mit. In den Händen der Gemeinschaft liege diese Aufgabe schon seit 20 Jahren. Die Schülerfirma, derzeit bestehend aus etwa 30 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen acht bis zwölf, wird unterstützt durch zwei Lehrkräfte. Das Warenangebot sei seit vielen Jahren relativ konstant. Es gebe ein festes Sortiment an täglich frisch zubereiteten belegten Brötchen, Brezeln, Käselaugenstangen und zwei Sorten süßer Backwaren. Hier sei der Bäcker Becker aus Edenkoben seit Jahren der Lieferant. Hinzu kämen noch drei bis vier verschiedene Schokoriegel.

Süßwaren werden gerne genommen

Die Produkte kosten zwischen 0,50 Euro (Schokoriegel) und 1,80 Euro (Backwaren wie Käselaugenstange). Ein Angebot an warmen Speisen gibt es am OHG nicht. „Da wir nur in den beiden großen Pausen am Vormittag verkaufen, ist das nicht notwendig“, sagt Andreas Schaub. „Wir bieten immer wieder gesunde Obstangebote als saisonale Sonderverkäufe an, etwa Äpfel oder Mandarinen, doch die Back- und Süßwaren erfreuen sich eindeutig größerer Beliebtheit“, ergänzt er. Obstbecher seien über Jahre hinweg gut gelaufen. Durch die allgemeine Preissteigerung hätten diese aber in den letzten beiden Sommern nicht mehr zu schülerfreundlichen Preisen angeboten werden können.

Nicht an jedem Schulkiosk werden Getränke verkauft.
Nicht an jedem Schulkiosk werden Getränke verkauft.

Auch Fairtrade-Produkte seien zeitweise angeboten worden, doch auch diese hätten sich mit Blick auf den „eindeutig fairen, aber dennoch höheren Preis“ nicht durchsetzen können. Seit das OHG einen kostenlosen Wasserspender besitze, würden auch keine Getränke mehr im Kiosk angeboten. Zuvor habe es dort Wasser, Sprudel und Apfelschorle gegeben. „Als ökologische Schule haben wir uns schon vor Jahren von Eistee oder ähnlichen ,flüssigen Zuckerbomben’ verabschiedet.“ Wer keine Trinkflasche dabei habe, könne sich am Kiosk einen OHG-Becher gegen Pfand leihen.

Neuer Caterer in Edenkoben

Auch Philipp Jähne, Schulleiter des Edenkobener Gymnasiums, weiß, welches „Pausenbrot“ bei seinen Schülern beliebt ist. Dort kümmert sich seit Kurzem der Caterer „Der Grieche“ in den Pausen um das Wohl der Schüler. Zuvor lag dies in den Händen des „Wasgau“-Marktes. Besonders gut läuft hier ein Becher mit einem Mix aus Tomaten und Mozzarella für 3,50 Euro. Es gebe auch belegte Brötchen mit Käse oder Wurst, einen Müsli-Joghurt-Mix sowie Gurken-Karotten-Sticks. Auch Rindswurst und Fleischkäse (beides 2,50 Euro) stehen auf der „Speisekarte“. Ein beliebtes Getränk sei Capri-Sonne, es gebe aber auch einen Smoothie oder eine Schokomilch, Cola gibt es dagegen nicht. Obst gebe es am Kiosk ebenfalls nicht, das brächten sich die Schüler selbst mit, so Jähne. Und: Schokoriegel werden auch hier gerne mal genommen, erklärt der Schulleiter weiter. Die Preise für die Produkte bewegen sich zwischen einem Euro und 3,50 Euro.

Gerade auch Schokoriegel sind bei vielen Schülern ein beliebter Pausensnack.
Gerade auch Schokoriegel sind bei vielen Schülern ein beliebter Pausensnack.

Dass Süßigkeiten auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen, ist auch an anderer Stelle so. Im Pamina-Schulzentrum in Herxheim betreibt die örtliche Bäckerei Kerner den Schulkiosk. Es gibt süße Kaffeestückchen, Laugenstangen, heiße Würstchen mit Brötchen, aber auch belegte Vollkornbrötchen mit Käse, Wurst und Salatgarnitur, wie die Leiterin des Ganztagsbereichs, Eva Theobald, erklärt. Auch Äpfel und Bananen gebe es. Letztlich bestimmt auch hier die Nachfrage das Angebot, denn die Wirtschaftlichkeit des Kiosks dürfe nicht aus den Fugen geraten, erklärt Eva Theobald. Ein gesundes Angebot sei gut, der Hunger der Kinder auf Süßigkeiten, die es ebenfalls gibt, das andere. „Das ist nun mal die Realität, dass die Kinder gerne Süßes essen.“ Süße Snacks sind ab 20 Cent zu haben. Die Preise für Getränke bewegen sich zwischen 90 Cent und 1,10 Euro. Das teuerste Produkt am Kiosk ist das belegte Vollkornbrötchen. Es kostet 2,70 Euro. Würstchen mit Brötchen 2,30 Euro und das Kaffeestückchen 1,60 Euro.

Essen aus dem Automat

Nach Angaben der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße, gibt es an weiteren Schulen unter der Trägerschaft des Landeskreises Kioske: am Staufer-Schulzentrum Annweiler, am Alfred-Grosser-Schulzentrum Bad Bergzabern, an der Berufsbildende Schule Südliche Weinstraße (Standorte Annweiler und Bad Bergzabern) und an der Realschule plus Maikammer-Hambach, Standort Maikammer (hier organisiert vom Lehrerkollegium).

Am Standort Edenkoben der BBS SÜW gibt es seit etwa einem Jahr einen Automaten mit einem kleinen Angebot. Zuvor hatte der Schulträger über Zeitungsanzeigen und die direkte Ansprache von regionalen Bäckereien und Metzgereien vergeblich nach einem Pächter gesucht. Die Verpachtungen der Schulkioske würden allgemein immer schwieriger werden, heißt es.

Der Report

Das Thema Ernährung beschäftigt gerade junge Familien. Was gehört in die Frühstücksbox? Wie viel Süßes ist erlaubt? Welche Auswirkungen hat eine ungesunde Ernährung? Diese und andere Fragen werden wir diese Woche in einer Reihe unter dem Stichwort Pausenbrot beleuchten.

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