Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Schulgemeinschaften wünschen mehr Tests

Schulleiter haben ihre Kritik bereits an die Landesregierung herangetragen.
Schulleiter haben ihre Kritik bereits an die Landesregierung herangetragen.

An Schulen wird seit Montag nur noch ein Mal pro Woche auf das Coronavirus getestet. Das sieht die Landesverordnung vor. Viele Rektoren und Eltern machen sich nun Sorgen um die Schüler. Und würden sogar härtere Schritte begrüßen.

Bei Schülern, die keine Freunde von Corona-Tests sind, sträubten sich meist montags und mittwochs die Nasenhaare. Seit Beginn des Schuljahres haben sie zwei Mal pro Woche Abstriche genommen, um bei sich eine mögliche Infektion aufzudecken. So sah es die Landesverordnung zur Corona-Bekämpfung vor. Seit 4. November gilt die 27. Fassung des Regelwerks. Und die sieht Tests an Schulen nur noch an Montagen vor – bei Berufsschülern am ersten Tag der Woche, an dem sie in der Schule sind.

Florian Eisenacher, einer von drei Schülersprechern am Gymnasium in Edenkoben, bewertet die neue Regelung kritisch. „Angesichts der steigenden Infektionszahlen und den Impfdurchbrüchen halte ich es nicht für sinnvoll, seltener zu testen“, sagt der 17-Jährige. Die Infektionsgefahr sei spürbar nahe, nachdem in seiner Einrichtung und an Schulen von Freunden immer wieder Corona-Fälle gemeldet wurden. Wer nicht volljährig ist, könne zwar noch bis Ende des Jahres das Angebot von Testzentren kostenfrei in Anspruch nehmen. „Es ist jedoch mit Aufwand für Schüler verbunden, zumal nicht kontrolliert werden kann, wer das Angebot wahrnimmt“, so der Zwölftklässler.

Tests unabhängig vom Impfstatus gewünscht

Lucy Swindlehurst geht in die Oberstufe des Landauer Otto-Hahn-Gymnasiums. Sie vermutet, dass die Nachricht gemischt von der Schülern angenommen wird. „Die eine Hälfte wird es einfach akzeptieren, die andere dürfte das kritisch sehen.“ Sie selbst hält zwei Test für angebracht, unabhängig vom Impfstatus der Personen. „Je mehr Tests gemacht werden, umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse“, sagt die 17-Jährige. Es gebe schließlich immer wieder falsche Ergebnisse, auch könnte der Test falsch angewendet worden sein.

Der Rektor der Konrad-Adenauer-Realschule plus (Kars) in Landau, Manfred Schabowski, würde es begrüßen, wenn es bei zwei Testungen pro Woche bliebe. „Das ist meine persönliche Meinung, die deckt sich aber auch mit der unseres Schulelternbeirats, gerade aufgrund der wieder steigenden Corona-Zahlen. Wir hatten bei unseren Tests in der letzten Zeit doch den ein oder anderen Verdachtsfall, der sich dann durch einen PCR-Test bestätigt hat.“

Tests auf freiwillige Basis der Schulen denkbar

Schabowski befürchtet, dass nun symptomfreie Schüler mehrere Tage in die Schule gingen, ohne dass eine Corona-Infektion bei ihnen erkannt wird. Das würde ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für die Schulgemeinschaft bedeuten. Bis auf wenige Einzelmeinungen sei das bisherige Vorgehen – Testungen am Montag und am Mittwoch – von Schülern und Eltern angenommen worden.

Weil auch andere Schulleiter mit der gleichen Meinung an ihn herangetreten seien, wandte sich Schabowski als Sprecher der Schulleitervereinigung an die Landesregierung. „Wir können das als Schule nicht allein entscheiden. Bleibt es bei der Regelung, werden wir besprechen, ob wir den Schülerinnen und Schülern ein weiteres Testen auf freiwilliger Basis nahelegen.“

Geringerer logistischer Aufwand ein Aspekt

Der Leiter des Gymnasiums im Pamina-Schulzentrums in Herxheim, Simon Lietzmann, sieht die neue Regelung skeptisch. Er sieht aber auch, dass ein einmaliges Testen den logistischen Aufwand und den Materialverbrauch reduziert. „Man ist aber immer erst klüger, wenn man etwas ausprobiert und reflektiert. Deshalb würde ich noch keine Empfehlung für ein freiwilliges Testen aussprechen“, sagt Lietzmann.

Etwas entspannter sieht die Situation Pete Allmann, der Leiter des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum in Bad Bergzabern. Er und seine Hygienebeauftragten seien in erster Linie froh, dass überhaupt weiter getestet wird. „Das gibt uns weiterhin Sicherheit. Auch wenn das Testen seit Ostern eine echte logistische Herausforderung für uns darstellt, gehört es mittlerweile zum Alltag“, sagt er. Ob es sinnvoller sei, zwei Mal pro Woche zu testen, will er nicht beurteilen. „Ich kann mir vorstellen, dass die Regelungen noch mal nachjustiert werden. Wenn das so ist, dann testen wir gerne auch wieder zwei Mal.“

Eltern wünschen sich ein Umdenken

Ein Umdenken wünscht sich Alexandra Blädel. Die Vorsitzende des Schulelternbeirats der Landauer Kars macht sich Sorgen um ihre Kinder. Zwei sind in der Berufsschule, der jüngste Sohn besucht die achte Klasse der Kars. „Gerade unserem Jüngsten habe ich gesagt, er soll vorsichtiger sein und Abstand halten. Ich mache mir schon mehr Gedanken“, sagt sie. In der Klasse des Sohnes habe es bereits drei Corona-Fälle gegeben. Ist ein Kind infiziert, muss sich die ganze Klasse fünf Tage hintereinander testen. Dieses anlassbezogene Testen ist auch Teil der landesweiten Neuregelung.

Die meisten Eltern des Beirats seien nicht begeistert von der neuen Regelung, sagt Blädel. Sie will für ihre Kinder nun Selbsttests im Drogeriemarkt kaufen, um ein sichereres Gefühl zu haben. Südwest

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