Landau
Schorle und Gesang: Landauer starten etwas anderen Männerchor
Es gibt Lieder, die kriegt nicht mal ein Männerchor mit dem Motto „Wir können nix. Außer laut!“ kaputt. Der Klassiker „Hey Jude“ von den Beatles ist einer davon. Wobei man ehrlicherweise auch sagen muss: So schlecht klingt das, was die rund 20 anwesenden Mitglieder des neuen Landauer Chors Schorlegröhlchen da machen, auch nicht.
Die Männer, grob zwischen 25 und 45 Jahre alt, treffen sich montags im Gemeindehaus der Stiftskirche, um das gemeinsame Singen zu üben – und dies eben bei einer gemütlichen Schorle oder einem Bellheimer Lord. Singen und Trinken – diese eigentlich naheliegende Idee wurde leider nicht in der Pfalz entwickelt, sondern importiert.
Vorbild ist ein Hamburger Chor
Der Dialekt des 43-jährigen Andrew Voss klingt nicht nur nach Hamburg, er kommt auch von dort. Just als er die Hansestadt verließ, haben sich die Hamburger Goldkehlchen gegründet, berichtet er. Das ist ein Männerchor mit dem Motto „70 Männer – ein Chor – keiner kann Singen“. Es geht also um Gemeinschaft und Spaß an der Sache. Regelmäßig zu den Proben zu fahren, wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, sagt Voss, also hat er in Landau selbst eine solche Gesangsgruppe gegründet. Das Modell sei erfolgreich, in Hamburg gebe es mittlerweile viele solcher Chöre. Sie seien, wie die Landauer Variante auch, gedacht für Männer, die Freude am Singen haben und sich dabei ausleben wollen. Das heißt aber nicht, dass die Schorlegröhlchen keinerlei Anspruch an sich selbst hätten.
Die Männer sind nach ihren Stimmhöhen eingeteilt und üben auch versetzt die Einsätze. Chorleiter Voss läuft derweil in der Probe hin und her, motiviert, instruiert. Aber als Chorleiter will Voss nicht bezeichnet werden, denn er sei keiner. Er habe nur diese Rolle übernommen – auf Zeit, wie er hofft. Denn in der Südpfalz herrsche Mangel an Chorleitern, zumindest habe er bislang keinen gefunden. Geld wäre da, sagt Voss, weil der Chor-Verein in der kommenden Woche gegründet werden soll.
Bei der Probe ist man bei der Sache
Derzeit seien 30 Männer angemeldet, sieben weitere kämen wohl nächste Woche noch dazu, berichtet der Pharma-Referent weiter. Dazu habe man bereits einen Gitarristen und einen Mann fürs Klavier. Demnächst soll auch noch ein Schlagzeuger trommeln. Und die, die an diesem Abend da sind, haben offensichtlich Spaß an der Sache. Es wird gescherzt und geflachst, man unterhält sich, aber sobald das Warm-Up oder die Probe ansteht, ist man bei der Sache.
Aus voller Kehle dabei ist der 26-jährige Robin Detzel. Er sei schon immer eine „Rampensau“ gewesen, sagt er, er habe es nur noch nie rauslassen können. Die Montage seien aber ein toller Ausgleich zur Arbeit. Er mache mit, „weil ich immer Bock gehabt habe zu singen“, sagt Martin Diehlmann. Aber ein klassischer Chor sei nichts für ihn gewesen, weil er „rhythmisch unbegabt“ sei, so der 48-Jährige. So oder so, die Männer würden sich über neue Gesichter und weitere Unterstützung freuen.
Es werden noch Mitstreiter gesucht
Wie Voss betont, habe man noch Platz für neue Mitstreiter. Sie sollten zwischen 25 und 45 Jahren sein – grob. Man wolle weder ein „Altherrenchor“ sein noch zu junge Männer anlocken, damit es keine Probleme wegen des Alkoholkonsums gibt. Das Ziel jedenfalls ist klar: Auftritte. „Das funktioniert nur live“, sagt Voss mit strahlendem Grinsen, und auch nur, wenn das ganze Publikum mitsinge.
Kontakt
Wer sich vorstellen kann, bei den Schorlegroehlchen mitzumachen, findet weitere Infos und ein Kontaktformular im Netz unter schorlegroehlchen.de.
