Landau Schnitzeljagd statt Weitsprung

Das spiel- und spaßolympische Feuer wird entfacht.
Das spiel- und spaßolympische Feuer wird entfacht.

Vergangener Mittwoch, 8 Uhr, morgens im Bienwaldstadion. Gruppen von Jugendlichen stolzieren verkleidet und fahnenschwenkend über die Tartanbahn. Eine Rede wird gehalten und ein „olympisches Feuer“ entzündet. Was war denn hier los?

Der Grund für die ungewöhnliche Szene war die Spiel- und Spaßolympiade, die in diesem Jahr anstatt der Bundesjugendspiele stattfand. Die Klassen der Realschule schlüpften in die Rollen verschiedener Länder und versuchten, diese in einer Vielzahl von Wettbewerben würdig zu vertreten. Nach dem „Einlauf der Nationen“ am Morgen ging es in Disziplinen wie Dreibeinlauf, Bobby-Car-Rennen, Parcours und Staffellauf um die Wurst. Die wichtigste Station war die letzte: Die Klassen haben in den Wochen zuvor eigenständig eine Präsentation ihrer Länder erarbeitet, die sie nun einer Jury vorführen. Die Isländer stellen in voller Wikinger-Montur eine Schlacht nach. Die Amerikaner intonieren „Born in the USA“ und „We are the Champions“, ein Schüler lässt es sich nicht nehmen, mit Donald-Trump-Maske vorweg zu gehen. Die jeweils erfolgreichste Klasse eines Jahrgangs durfte sich über einen zusätzlichen Wandertag freuen. Dennoch sollte es hier gerade nicht um Konkurrenz und Wettbewerb gehen, sondern um „Integration, Toleranz und den Olympischen Gedanken“, so Rektorin Cornelia Geiser, die vom Erfolg der Aktion sichtlich begeistert ist. Dem pflichtet Lehrerin Iris Wittker gerne bei. Sie hat den Tag mit ihrer Klasse vom Ablaufplan bis zur Verpflegung geplant und auf die Beine gestellt. Auch bei den teilnehmenden Klassen fällt das Echo durchweg positiv aus. „Nur die Schnitzeljagd lief nicht so toll, wir haben uns verlaufen“, sagen Sophie und Friedrich vom „amerikanischen“ Team. Die Hinweise im nebenan liegenden Bienwald waren wohl etwas zu gut versteckt. Die Spiel- und Spaß-Olympiade war eine Abwechslung zu den jährlichen Bundesjugendspielen, an der statt Leistungsdruck Spaß und Teamwork im Vordergrund standen. Obwohl noch nichts entschieden ist, scheint einer Wiederholung im nächsten Jahr nichts im Weg zu stehen.

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