Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Schneefall in der Südpfalz: Schlechte Zeiten für Autofahrer

So sah die A65 bei Landau um die Mittagszeit aus.
So sah die A65 bei Landau um die Mittagszeit aus.

Schneeflöckchen, Weißröckchen – am Mittwoch ist zwar nicht viel Neuschnee gefallen, aber in Verbindung mit Wind hat er für ganztägig winterliche Straßenbedingungen gesorgt. In gewisser Weise war es sogar ungünstig, dass so wenige Fahrzeuge unterwegs waren.

Das hat man nur selten: Selbst die Autobahnen und großen Bundesstraßen waren am Mittwoch lange Zeit nicht schneefrei. Doch de Mitarbeiter in den Straßenmeistereien seien schon seit Montag im Dauereinsatz, teilte Martin Schafft auf Anfrage mit, der Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Speyer. Der Winterdienst auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in der Südpfalz wird von dessen Straßenmeistereien in Kandel, Landau und Annweiler ausgeführt. Für den Streu- und Räumdienst auf rund 300 Kilometer Streckennetz pro Straßenmeisterei stehen nach Schaffts Angaben 22 Großfahrzeuge und zusätzlich noch etliche Schmalspurfahrzeuge zur Verfügung. Der LBM hat in den genannten Meistereien einschließlich zusätzlicher Stützpunkte Lagerkapazitäten für rund 5800 Tonnen Salz; die Salzhallen wurden zu Beginn des Jahres aufgefüllt.

Winterdienst ist Schichtarbeit

Der Winterdienst arbeitet in zwei Schichten. Die erste ist seit den frühen Morgenstunden im Streu- und Räumeinsatz und hat die Strecken auch schon mehrfach befahren. Die zweite Schicht hat ihren Dienst am Nachmittag angetreten und arbeitet bis in die Nacht.

„Die Hauptachsen der Bundesstraßen 9, 10 und 272 und der wichtigen Landesstraßen sind frei und gut befahrbar“, so Schafft. Aufgrund des starken Schneefalls und des geringen Verkehrs, der für die Verteilung des Salzes wichtig sei, seien die gering belasteten Nebenstraßen schneebedeckt, obwohl sie genauso abgestreut worden seien. Größere Behinderungen oder Staus habe es nicht gegeben.

In Landau wird der Winterdienst vom Bauhof des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) übernommen. Nach Angaben des stellvertretenden EWL-Vorsitzenden Falk Pfersdorf waren 17 Frauen und Männer mit sieben Fahrzeugen sowie als „Handtruppen“ unterwegs, um mehr als 83 Straßenkilometer und gut 20 Kilometer Rad- und Gehwege verkehrssicher zu halten.

Salznachschub gibt es nicht

Der EWL könnte in den nächsten Tagen ein Problem bekommen, wenn die Schneefälle, anders als vorhergesagt, länger andauern sollten. Denn laut Pfersdorf hat der harte Wintereinbruch insbesondere in Norddeutschland zu einer starken Nachfrage nach Streumitteln geführt. Die Zwischenhändler seien mit Hunderten von Anfragen überschüttet worden, der Nachschub dürfte schwierig werden. An Streusalz verfügt der EWL derzeit noch über etwa ein Drittel seiner eingelagerten Kapazitäten, etwa 20 Tonnen, und von der Sole, einer Natriumchloridlösung, sind noch 15- bis 17.000 Liter des 30.000-Liter-Vorrats da. Zum Vergleich: Im vergangenen Winter hatte der EWL insgesamt nur 31 Tonnen Salz und Sole gebraucht. Das war der bisherige Tiefststand. 2018 hatte er dagegen 108 Tonnen Streusalz und 23 Tonnen Sole benötigt.

Der EWL will daher am Donnerstag mit der Mobilitätsabteilung der Stadtverwaltung ein Szenario für alle Fälle absprechen. Notfalls werde der Winterdienst die Straßen nur noch räumen, aber nicht mehr streuen können.

Trotz der schwierigen Straßenverhältnisse war es für die Polizei ein vergleichsweise ruhiger Morgen. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Edenkoben wurde kein einziger Schneeunfall gemeldet. Die Kollegen in Bad Bergzabern mussten nur einen Unfall aufnehmen, weil ein Autofahrer zu spät gebremst hat, Schaden: 500 Euro. Um fünf witterungsbedingte Unfälle mussten sich die Beamten der Polizeiinspektion Landau kümmern. Der Gesamtschaden liegt hier bei 13.500 Euro. Auch vergleichsweise wenig. „Die Leute fahren sehr vorsichtig“, bestätigt Pressesprecherin Michaela Mack.

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