Landau „Schön, wenn von früher erzählt wird“
Annweiler/Bad Bergzabern. In Rheinland-Pfalz wurde im vergangenen Sommer ein Modellprojekt gestartet: die Gemeindeschwester Plus. Dabei handelt es sich um ein Angebot für ältere Menschen, die zwar noch keiner Pflege bedürfen, aber Beratung und Unterstützung in ihren Lebensbereichen in Anspruch nehmen möchten. Für die Region Annweiler/Bad Bergzabern hat Bianca Schard die Stelle übernommen. Seit einem halben Jahr ist sie nun im Einsatz. Im Gespräch mit Vera Allmann-Stübinger hat sie erzählt, was sie dabei zu tun hat und verraten, für was das Plus steht.
(lacht) Nein, die Zeiten ändern sich eben. Das war früher mal. Ich besitze ein Auto, mit dem ich meine sogenannten Hausbesuche unternehme. Und das Fahrrad benutze ich privat. Wie ist das rheinland-pfälzische Modellprojekt angelaufen? Sehr gut. Allerdings bin ich im Moment immer noch dabei, die Werbetrommel zu rühren. Die Bürgermeister und Institutionen kennen mich, in den Gemeinderatssitzungen oder auch bei den Seniorennachmittagen habe ich mich vorgestellt und meine Tätigkeiten erklärt. Alles braucht aber seine Zeit. Was sind Ihre Aufgaben? Die Gemeindeschwester Plus hört zu und unterstützt. Ich erkläre die Möglichkeiten, den Alltag zu erleichtern – durch Fahrdienste zum Einkaufen oder Arztbesuche. Auch beantworte ich Fragen bezüglich Pflege, Nachbarschaftshilfe oder Kontaktaufnahme zu Seniorentreffen. Aber alles geschieht auf freiwilliger Basis. Meine Klientel ist ab 80 Jahren, aber natürlich stehe ich auch den Menschen mit Rat und Tat zur Seite, die dieses Alter noch nicht erreicht haben. Sie sind examinierte Krankenschwester und arbeiteten schon in verschiedenen Bereichen der Pflege. Seit 2009 auch in der Ökumenischen Sozialstation Annweiler/Bad Bergzabern. Was hat Sie an der neuen Aufgabe gereizt, dass Sie sich beworben haben? Für die medizinischen Maßnahmen am Patienten hat man so wenig Zeit. Alles ist genau festgelegt. Ich wollte endlich mehr Zeit für ein Gespräch mit den Patienten haben. Diese Aufgabe erfülle ich gerne. Da ist auch manchmal ein Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel drin. Es freut mich, wenn dann von früher erzählt wird. So lerne ich die Leute besser kennen. Stehen Sie in Kontakt mit der Ökumenische Sozialstation in Klingenmünster und dem Pflegestützpunkt in Bad Bergzabern? Ja, wenn ich bei einem meiner Hausbesuche eine Verschlechterung der Gesundheit des Besuchten bemerke, empfehle ich weitere Maßnahmen. Natürlich nur mit Zustimmung der Betroffenen. Im Moment halte ich Kontakt zu etwa dreizehn älteren Menschen. Wie sieht ein Tag im Leben der Gemeindeschwester Plus aus? Und für was steht das Plus? Die Arbeitskernzeiten sind von Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr. Und natürlich auf Anfrage. Vor den Sozialstationen gab es ja früher die allgemein bekannte Gemeindeschwester. Das Plus steht nun für Beratung in allen Lebenslagen für ältere Menschen, die in ihrer häuslichen Umgebung bleiben wollen. Kontakt Bianca Schard ist erreichbar unter Telefon 06349 9630044 oder mobil unter 0176 11929250. Für die Ökumenische Sozialstation Annweiler/Bad Bergzabern ist Edelgard Kindler unter Telefon 06349 929240 und Joachim Vogel für den Pflegestützpunkt Bad Bergzabern unter Telefon 06343 6100851 erreichbar.