MEDIVICUS RHEINPFALZ Plus Artikel Sanitätshaus Storch und Beller will Menschen in Bewegung bringen

Andreas Daum und Tanka Ertel demonstrieren die Untersuchung zur Ganganalyse.
Andreas Daum und Tanka Ertel demonstrieren die Untersuchung zur Ganganalyse.

Das Sanitätshaus Storch und Beller ist neu in Landau, aber nicht neu in der Südpfalz. In Wörth gibt es bereits eine Dependance der Medizin- und Orthopädietechniker. Und jetzt eine Niederlassung im neuen Medivicus in Landau. Wir stellen die Mieter vor.

Die Tür öffnet sich automatisch, wenn der Besucher das Geschäft im Erdgeschoss des ersten Hauses im neuen Gesundheitszentrum in der Paul-von-Denis-Straße an der Bahnlinie in Landau betritt. Storch und Beller bietet weit mehr, als die Auslage und einige Rollstühle oder Bandagen auf den ersten Blick vermuten lassen. „Wir verbinden die Tradition unseres Handwerks mit den Innovationen unserer Zeit“, heißt es im Prospekt.

Die neun Mitarbeiter, die sich in Landau um die Anliegen der Besucher kümmern, sind bis auf einen alle Pfälzer. Verbindungen zu Kliniken, Ärzten und Pflegediensten in der Südpfalz gibt es zuhauf, schließlich lassen sich Südpfälzer auch von Spezialisten im Nachbarland behandeln. Da bot das neue Gesundheitszentrum eine gute Möglichkeit, diese Patienten noch besser betreuen zu können, betont Udo Nachtmann, Geschäftsführender Gesellschafter. Storch und Beller ist ein „Großer“ in der Gesundheitswirtschaft jenseits des Rheins. 13 Niederlassungen zählt das Unternehmen in Baden-Württemberg, von Karlsruhe bis Müllheim.

Im Werkstattraum in Landau werden letzte Feinarbeiten an den Einlagen vorgenommen, vorne Andreas Daum, hinten an der Schleifmasc
Im Werkstattraum in Landau werden letzte Feinarbeiten an den Einlagen vorgenommen, vorne Andreas Daum, hinten an der Schleifmaschine Tanja Ertel.

In Bewegung kommen

Auf 500 Quadratmetern bietet Storch und Beller in Landau neben dem klassischen Sanitätsbedarf vor allem vier Säulen der Versorgung: Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Rehatechnik und Homecare. „Mobilität ist das zentrale Thema und wichtig für die Lebensqualität“, erläutert Nachtmann den Leitgedanken des Unternehmens. „Die Herausforderung ist, ohne Schmerzen in Bewegung zu kommen, um agiler zu werden.“

Andreas Daum und Tanja Ertel demonstrieren die Untersuchungen zur Ganganalyse. Während der Kunde, der Einlagen braucht, mehrfach über das Laufband geht, spuckt der Computer schon 3D-Scans aus und veranschaulicht die Anatomie des Fußes bezüglich der Bewegung, des Drucks und des Abrollverhaltens. Auch die Einlage wird am PC modelliert, bevor sie in der Werkstatt in Karlsruhe angefertigt wird und in Landau dann bis auf den Millimeter genau nochmals überarbeitet werden kann.

Robert Klein berät bei der Pflege zu Hause. Hier zeigt er ein Urinalkondom für Probleme bei Inkontinenz.
Robert Klein berät bei der Pflege zu Hause. Hier zeigt er ein Urinalkondom für Probleme bei Inkontinenz.

Hilfe für Pflege zu Hause

Ein wichtiger Ansprechpartner für Patienten nach Operationen ist Robert Klein. Sein Reich ist die Homecare, die Versorgung zu Hause. Montags und mittwochs hält er Sprechstunde im Medivicus, an den anderen Tagen macht er Hausbesuche – immer in Absprache mit Ärzten, Angehörigen oder Pflegediensten. Klein versorgt Wunden, er berät, informiert und klärt auf. Zum Beispiel empfiehlt er bei Inkontinenzproblemen Urinalkondome, die alltagstauglicher seien als Absaugkatheter, berichtet Klein. „Das zahlt auch die Kasse.“ Patienten, die mit einem künstlichen Darmausgang umzugehen lernen müssen, erläutert er, was sie beachten und wie sie sich künftig ernähren müssen. Auch Materialwechsel und Rezeptempfehlungen sind sein Thema. Michael Bock berät und unterstützt bei Hilfsmitteln für die Versorgung daheim. Ob spezielle Betten, Patientenlifter, elektrische Rollstühle – Bock macht ebenfalls Hausbesuche und schaut sich das Wohnumfeld der Patienten an.

Michael Bock stattet Patienten mit Hilfsmitteln aus, wie einen Rollator, der auch unebenem Untergrund gewachsen ist.
Michael Bock stattet Patienten mit Hilfsmitteln aus, wie einen Rollator, der auch unebenem Untergrund gewachsen ist.

Angenehm abgeschirmt können sich Patientinnen nach Brustamputationen über Prothesen und den richtigen BH beraten lassen und ihn auch anprobieren. „Das ist immer eine vertrauensvolle Sache“, sagt Tanja Ertel, weshalb der Bereich auch wohnlich gestaltet worden sei. Im Raum daneben sind Kompressionsstrümpfe zur besseren lymphologischen Versorgung das Thema. Sie werden nach einer Anamnese individuell angepasst. Das gilt auch für Prothesen jeder Art. Die Räume sind so angelegt, dass auch Schwerstbehinderte zurecht kommen.

Udo Nachtmann (rechts) hält bei Storch und Beller die Fäden zusammen. Sein Sohn Pascal (links) ist vor Kurzem ins Unternehmen ei
Udo Nachtmann (rechts) hält bei Storch und Beller die Fäden zusammen. Sein Sohn Pascal (links) ist vor Kurzem ins Unternehmen eingestiegen.

Zwei Häuser übernommen

Nachtmann (63), dessen 33-jähriger Sohn Pascal der Autoindustrie den Rücken gekehrt hat und seit Kurzem im Team dabei ist, hatte sehr frühzeitig Mitarbeiter für die neue Niederlassung in Landau gesucht und an anderen Standorten eingearbeitet.

Das Unternehmen wurde 1943 gegründet, seit zehn Jahren ist Nachtmann Mehrheitsgesellschafter. Storch und Beller hat 260 Angestellte und im vergangenen Jahr einen Umsatz von 23 Millionen Euro gemacht. Seit 2018 zählt das Haus Caroli in Lahr und Offenburg zum Unternehmen, seit April auch Heintz in Pforzheim, beide werden als „Töchter“ weitergeführt. Insgesamt kommt die Gruppe laut Nachtmann auf 350 Mitarbeiter und einen Umsatz von 30 Millionen Euro.

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