Landau / SÜW
Südpfälzer verteilen Hilfsgüter an ukrainische Geflüchtete
Seine Großeltern haben ihm früher davon berichtet, wie die Alliierten zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland Schokolade an die Schulkinder verteilten. Um dadurch auch für einen Glücksmoment zu sorgen in den damals schwierigen Zeiten. Nun war es Frank Hüsken selbst, der Mädchen und Jungen an der polnisch-ukrainischen Grenze Schokolade schenkte. An Kinder, die vor der russischen Armee aus ihrer Heimat geflohen sind. „Sie waren alle völlig verstört und mitgenommen“, schildert der Landauer seine Erlebnisse in der Nacht auf Montag im polnischen Dorf Dorohusk.
Kleider, Decken, Hygieneartikel
So heißt der Ort nahe der Grenze, von wo es für die ukrainischen Geflüchteten weiter zu Freunden und Verwandten oder auch Unbekannten außerhalb ihrer Heimat geht. Es warteten dort zahlreiche Helfer, darunter viele Deutsche, die anboten, die Ankömmlinge zu ihren Wunschzielen oder mit zu sich nach Hause zu fahren, damit sie wieder zu Kräften kommen, wie Hüsken berichtet. Der Landauer war unter anderem mit dem Böbinger Marcel Knaus in das Grenzgebiet gefahren, um Hilfsgüter unter die Menschen zu bringen, welche die beiden auch dank der Unterstützung der Roschbacher Kindertagesstätte innerhalb weniger Tag eingesammelt hatten.
Etwa 40 Paletten voll Hilfsgüter seien bei der Spendenaktion der vergangenen Tage zusammengekommen. Darunter Hygieneartikel, Kleider, Decken und Lebensmittel. Ursprünglich wollten die Eheleute Knaus mit einem befreundeten Ukrainer den Transport alleine übernehmen. Doch die Hilfsbereitschaft der Südpfälzer war so groß, dass angesichts der Vielzahl an Spenden die Artikel mit einem weiteren Fahrzeug dorthin gebracht wurden, weshalb auch Frank Hüsken mit dabei war.
Großteil der Spenden wird in die Ukraine gefahren
Dabei hatten sie schon zahlreiche Kisten an befreundete Pfälzer übergeben, die die Spenden aus der Region mit einem Lastwagen dorthin brachten, wo sie gebraucht werden. „Einen Teil der restlichen Spenden haben wir vor Ort verteilt, den größeren hat ein ukrainischer Lastwagenfahrer über die Grenze gefahren“, sagt Hüsken. „Dank des RHEINPFALZ-Berichts zu unserer Spendenaktion wurden die Hilfsgüter als humanitäre Hilfe anerkannt, sodass es ohne Zollabfertigung durchgewunken wurde.“ Ein Teil der Hilfsgüter kommt nun nach Schytomyr. Dort ist die Familienmutter mit ihren Kindern, die Marcel Knaus von seinem früheren Wohnort Frankfurt an der Oder kennt. Sie war ihrer Mutter nach einem Schlaganfall zur Hilfe geeilt. Nächste Woche wollen sie versuchen, aus dem Land zu kommen.