Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Post-Partner geschlossen: Wie kommt man ans Päckchen?

Die Postfiliale in der Reiterstraße hatte ein paar Tage zu. Mittlerweile ist sie wieder offen.
Die Postfiliale in der Reiterstraße hatte ein paar Tage zu. Mittlerweile ist sie wieder offen.

Es kann passieren: Mitarbeiter werden krank, ein Post-Partner schließt für eine Weile. So auch in einer Landauer Filiale. Aber was passiert mit den Päckchen?

Wie es einmal war, als die meisten Postfilialen nur Postfilialen waren, daran erinnern sich heute viele nicht mehr. In den allermeisten Fällen geht man heute in kleinere Geschäfte, die zusätzlich einen Postschalter haben, um seine Päckchen abzuholen oder loszuschicken. Das ist wirtschaftlicher für die Deutsche Post AG, sichert dabei die flächendeckende Versorgung. Das System kann für die Kunden aber auch von Nachteil sein.

Vergangene Woche beschweren sich mehrere RHEINPFALZ-Leser über die Partnerfiliale in der Landauer Reiterstraße. An dem Geschäft, einem Kiosk, hängt sowohl Freitag als auch Montag ein Zettel: „Wegen Krankheit geschlossen.“ Wer hinter der verschlossenen Tür ein wichtiges Päckchen liegen hat, schaut in die Röhre. Bei der Hauptpost in der Marktstraße gab es keine Hilfe. Der Kiosk ist inzwischen wieder geöffnet. Bei den Google-Rezensionen finden sich einige schlechte Kritiken. Die Autoren beschweren sich, dass man sich auf die Öffnungszeiten nicht verlassen könne.

Wie reagiert die Post in solchen Fällen?

Dass es von der Einsatzfähigkeit eines einzelnen Mitarbeiters abhängen kann, ob man als Kunde an sein Paket kommt, mutet seltsam an. Warum es den in einem solchen Fall nicht möglich sei, die Pakete in eine andere Filiale oder eine Packstation zu bringen, will eine verärgerte Leserin wissen. Schließlich könnte es ja sein, dass der Empfänger die Sendung dringend braucht, etwa, wenn Medikamente oder Nahrungsmittel verschickt werden. Und wie ist es mit der Lagerfrist? Könnte es sein, dass die Sendungen retour gehen, wenn man sie ohne eigenes Verschulden nicht abholen kann?

„Grundsätzlich, wenn eine Filiale kurzfristig schließt und es absehbar ist, dass diese für längere Zeit geschlossen ist, versucht der Partner zusammen mit dem zuständigen Vertriebsmanager der Deutschen Post eine Lösung für die dort lagernden benachrichtigten Sendungen zu finden“, antwortet Post-Pressesprecher Heinz-Jürgen Thomeczek. „Zum Beispiel ein Treffen vor Ort mit Übergabe der Sendungen, die dann wieder in die Zustellung gehen. Wenn es sich um einen kurzfristigen Ausfall handelt und eine Weiterführung der Postgeschäfte nicht gefährdet ist, dann werden die Sendungen vor Ort belassen und die Lagerfrist dementsprechend verlängert.“ Jeder Partner sei angehalten, einen Ausfall kurzfristig zu melden, der dann auf der Website postfinder.de aktuell vermeldet werde.

Post will Einhaltung der Zeiten sicherstellen

Was passiert, wenn eine Partnerfiliale mehrfach negativ auffällt? „Wir sehen anhand der fehlenden Transaktionen, ob es vor Ort zu Schwierigkeiten kommt. Oftmals informieren uns auch aufmerksame Kunden über die Hotline 0228 4333 112, dass die Filiale vor Ort geschlossen ist. Unsere Vertriebsmanager nehmen dann immer Kontakt mit dem Partner auf, wenn dies nicht schon vom Partner aus geschehen ist.“ Falls ein Partner die Öffnungszeiten öfter nicht einhalte, bekomme der zuständige Vertriebsmanager einen Auftrag, die Einhaltung der Öffnungszeiten zusammen mit dem Partner wieder sicherzustellen. Das sei bei der Filiale in der Reiterstraße bereits geschehen. „Die letzte Möglichkeit ist tatsächlich, dass wir uns von dem Partner trennen. Allerdings möchte ich hier betonen, dass wir von Einzelfällen reden und jeder Partner auch in eigenem Interesse handelt und sein Geschäft natürlich öffnen will.“

Thomeczek betont, die Post wisse, dass jede Sendung für den Empfänger wichtig sei. Wenn Missstände oder Fehler geschehen, „dann versuchen wir, diese zu korrigieren. Ich würde ihren Lesern empfehlen, die Hotline anzurufen und dort den Vorfall zu melden. Für die Umstände entschuldigen wir uns natürlich.“

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