Landau Pilzköpfe machen es sicher

Bossek zeigt, wie Täter mit Schraubendrehern ansetzen.
Bossek zeigt, wie Täter mit Schraubendrehern ansetzen.

Wie schütze ich mein Haus gegen Einbrecher? Viele Ratschläge hatte Joachim Bossek im Gepäck. Der Römerberger Seniorenbeirat hatte den Kriminalhauptkommissar vom Polizeipräsidium Rheinpfalz ins Zehnthaus Berghausen eingeladen.

Einbruchschutz wirkt! Das macht Bossek an Zahlen deutlich. Seit drei Jahren liegt die Zahl der missglückten Einbruchsversuche höher als die der gelungenen. Ein Zeichen dafür, dass Täter nicht mehr so leichtes Spiel haben. Dabei gilt: „Einbruchschutz ist das Zusammenwirken verschiedener Maßnahmen“, sagt Bossek. Hier ein paar Tipps. Zunächst sollten keine Mülltonnen, Gartenmöbel oder gar Leitern so stehen, dass sie von Einbrechern leicht als Aufstiegshilfen gebraucht werden können. Bossek rät, dass Hecken und Mauern maximal 1,20 Meter hoch sein sollen. Schließlich lässt es sich in nicht einsehbaren Ecken unbeobachtet einbrechen. In Einfamilienhäuser kommen Einbrecher in zwei Drittel aller Fälle durch Fenster und Terrassentüren hinein. Dabei hebeln sie meist in Sekundenschnelle die Fenster auf. Erste Regel lautet natürlich: Fenster schließen! „Auch ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster“, betonte Bossek. Und auch wer nur kurz aus dem Haus geht sollte alles verriegeln und die Tür abschließen. Abschließbare Fenstergriffe sind dagegen nur sinnvoll, wenn eine andere Bedingung erfüllt ist: Die Fenster müssen mit so genannten Pilzkopfzapfen versehen sein. Diese „verhaken“ das Fenster mit dem Rahmen und bieten Widerstand, falls ein Täter mit seinem liebsten Werkzeug kommt: dem Schraubendreher. Bossek zeigt, wie schnell sich ein Fenster mit herkömmlichen Rollzapfen mit einem Schraubendreher aufhebeln lässt. Beim Umrüsten auf Pilzköpfe wird das Metallband am Fenster ausgetauscht. Allerdings sei das bei mehr als 30 Jahre alten Fenstern schwierig, da diese dafür zu schmal sind, so Bossek. Wer ein Fenster mit aufschraubbaren Riegeln versehen will, braucht davon drei Stück. Ein Riegel an der Seite des Fenstergriffes reicht nicht aus. Bossek weiß: „Eine Dreifachverglasung bringt kein Mehr an Sicherheit.“ Wer verhindern will, dass Fensterscheiben eingeschlagen werden, benötigt Verbundsicherheitsglas nach P4A oder höher. Dabei werden die Scheiben mit einer besonders reißfesten Folie verklebt. Mit der Bezeichnung RC 2 werben Handwerker mit einbruchssicheren Fenstern und Türen. Dem sollten Verbraucher aber nicht ganz trauen, machte Bossek deutlich. „RC 2 ist kein geschützter Begriff“. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte auf die DIN EN 1627 beharren. Diese DIN-Norm gewährleiste guten Einbruchsschutz. Haustüren weisen verschiedene Schwachstellen auf. Eine davon ist der Schließzylinder. Mit herkömmlichen haben Einbrecher kein Problem und können das Schloss in Windeseile knacken. Besser sind dreidimensionale Schließzylinder – erkennbar an Schlüssel mit Vertiefungen statt mit Zacken. Den meisten Schutz bieten laut Bossek so genannte Unikatschlüssel. Generell sollten Türschlösser richtig eingebaut sein, Schließzylinder zum Beispiel nicht überstehen oder Türbeschläge nicht von außen verschraubt sein, rät der Kriminalhauptkommissar. Info —Mehr Informationen im Internet unter www.k-einbruch.de sowie unter www.polizei-beratung.de —Die Zentrale Prävention des Polizeipräsidiums Rheinpfalz berät Hausbesitzer kostenlos vor Ort zum Einbruchsschutz, E-Mail: beratungszentrum.rheinpfalz@polizei.rlp.de, Telefon 0621 9631151

So sieht ein Pilzkopfzapfen aus, der Fenster gut sichert.
So sieht ein Pilzkopfzapfen aus, der Fenster gut sichert.
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