Landau Ortsfarben grüßen aus neun Meter Höhe

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Das „Maibaum-Stellen“ hat eine jahrhundertalte Tradition und wird in ganz Europa immer in der Walpurgisnacht oder am 1. Mai mit unterschiedlichen Veranstaltungen gefeiert. Der Ursprung dieses Brauchtums wird teils heidnischen, teils frühchristlichen Bräuchen zugeordnet. Auch in der Südpfalz ziert alljährlich ein bunt geschmückter Maibaum viele Dorfplätze – so auch in Dierbach.

In Dierbach wurden bislang sogar zwei Maibäume aufgestellt: einer in der Dorfmitte an der Linde, ein zweiter am Gemeindehaus am Sportplatz, wo traditionell die Feuerwehr zum Maifest einlädt. In diesem Jahr haben sich die Feuerwehrleute etwas Besonderes einfallen lassen. Was das ist, verrät Wehrführer und Vorsitzender des Feuerwehrvereins, Sven Stadler: „Wir haben für unseren Heimatort einen Maibaum in der Art der bayrischen Tradition gebaut und wollen ihn gemeinsam mit allen Dierbachern am 1. Mai vor dem Gemeindehaus aufstellen.“ Am Wochenende traf sich der Feuerwehrverein zum Probestellen. „Die Idee dazu hatte eigentlich Bernd Hiegle“, erzählt Stadler, der sich eine ganzjährige Zukunft für den Maibaum vorstellen kann: „Wir könnten den Baum als ,Gemeindebaum‘ nutzen – im Frühling mit einer Birke obenauf und in der Weihnachtszeit mit einem Tannenbaum als krönende Spitze. Dazu könnten unsere örtlichen Vereine ihre Vereinswappen an dem Ährenkranz befestigen – so wie man es von den bayrischen Zunftbäumen kennt.“ Einen Unterschied zu Bayern gibt es allerdings in Dierbach. Sind die bayrischen Exemplare blau-weiß, so trägt der neun Meter hohe Douglasienstamm aus dem Bienwald die rot-gelben Ortsfarben von Dierbach – bemalt von Jürgen Frech, einem ortsansässigen Kirchenmaler. Damit der neun Meter lange Baumstamm, an dessen Spitze noch eine Ährenkrone angebracht wird und als Krönung ganz oben eine vier Meter hohe Birke mit bunten Bändern thront, nicht umfallen kann, hat Horst Grauer eine eiserne Kipphalterung konstruiert und dabei 500 Kilo Eisen verarbeitet. „Die Haltevorrichtung wurde 1,80 Meter in die Erde eingelassen. Damit das Holz am Boden nicht faulen kann, ragt die Halterung noch 120 Zentimeter aus der Erde heraus. Ich hoffe, dass damit alles Wind und Wetter standhält“, sagt der 77-jährige Konstrukteur. Zum Aufstellen des „Gemeindebaums“ ist die Arbeit vieler Helfer gefragt. Daher hofft der Feuerwehrverein am Sonntag nicht nur auf viele Gäste, sondern auch auf kräftige Unterstützung. Das Fest beginnt um 11 Uhr, gegen 12 Uhr soll dann der Baum seinen künftigen Platz einnehmen. Bis dahin hoffen die Florian-Jünger, dass auch das Wetter mitspielt und einem fröhlichen Familienfest nichts im Wege steht. (chf)

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