Rhodt unter Rietburg RHEINPFALZ Plus Artikel Orgel in Dienst: Neues Klangerlebnis in der St. Georgskirche

In der Rhodter St. Georgskirche kommt die Orgel nach langer Pause wieder zum Einsatz. Organist David Schwarz freut sich schon da
In der Rhodter St. Georgskirche kommt die Orgel nach langer Pause wieder zum Einsatz. Organist David Schwarz freut sich schon darauf.

Auf den 2. Mai freut sich die protestantische Kirchengemeinde Rhodt-Frankweiler ganz besonders: Dann wird die Orgel in der Rhodter St. Georgskirche wieder in Betrieb genommen.

Von 18 bis 22 Uhr werden die Organisten Manuel Knoll, Stefan Viegelahn, Christian Sternberger, Clemens Mul Vitek und David Schwarz am 2. Mai verschiedene Stücke zu Gehör bringen, darunter das Preludium von Johann Sebastian Bach, das schon bei der Einweihung der Orgel am 28. November 1971 gespielt wurde.

Stefan Viegelahn ist Professor für Kirchenmusik mit Schwerpunkt Orgelimprovisation an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt. Pfarrer Bernd Rapp freut sich besonders, das Clemens Mul Vitek zu den Organisten zählt, die an dem Abend die zwei Manuale und die 19 klingenden Register bespielen. Mul Vitek kommt nämlich aus Rhodt und wurde erst vor zwei Jahren in der St. Georgskirche konfirmiert. Gesanglich wird der Abend von der Sopranistin Judith Wiesebrock begleitet.

Vierte Orgel seit 1722

Die Orgel ist die vierte, die in der Kirche seit deren Neubau in den Jahren 1719 bis 1722 zum Einsatz kommt. Von 1964 bis 1971 war zudem ein großes Orgelpositiv, also eine transportable Orgel mit wenigen Registern, der Firma Oberlinger Orgelbau aus Windesheim im Kreis Bad Kreuznach in Gebrauch. Diese Firma erhielt dann auch den Auftrag zum Bau der neuen Orgel. Beim Einbau wurde die von Oberlinger gebaute Orgel dem Aussehen des Innenraums der Kirche angepasst, die zuletzt in den 60er-Jahren renoviert worden war. Das hölzerne Äußere der Orgel bekam einen farblich zur sonstigen Ausstattung passenden Anstrich.

Bei dem schönen Instrument handelt es sich um eine sogenannte Schleifladenorgel, deren Namen auf die Art der Registersteuerung zurückgeht: Lange Holzleisten, Schleifen genannt, besitzen für jede Pfeife ein Loch.

Pfeifen wurden klanglich neu gestaltet

Bei der im Januar 2024 begonnenen Renovierung der Kirche wurde gleich zu Beginn der Arbeiten das Innenleben der Orgel ausgebaut. Alle Pfeifen wurden von der Meisterwerkstatt für Orgelbau Rainer Müller aus Merxheim an der Nahe in deren Werkstatt gebracht, fachmännisch überarbeitet und klanglich neu gestaltet. Teilweise baute Müller auch neue Register ein.

Nach dem Ausbau der Pfeifen wurde die Orgel in der Kirche eingehaust, sprich: mit einer Außenhülle umgeben. Dies war nötig, damit der hölzerne Außenaufbau des Instruments während der umfangreichen Renovierungsarbeiten in dem Gotteshaus keinen Schaden nahm.

Erst nach Abschluss der Renovierung im Spätjahr 2025, konnte die Firma Müller den Wiederaufbau der Orgel in Angriff nehmen, der von September 2025 bis März 2026 dauerte. Die Dauer sei für solche Arbeiten normal, stellt David Schwarz fest. Er ist der „feste“ Organist, der bei den Gottesdiensten in St. Georg an der Orgel spielt, aber auch mit den Instrumenten in den zur Kirchengemeinde gehörenden evangelischen Gotteshäusern in Edesheim, Frankweiler und Gleisweiler bestens vertraut ist.

Seit dem Totensonntag 2025, dem 23. November, war die Rhodter Orgel zwar wieder spielbar, aber eben nicht ganz fertig, berichtet David Schwarz. Nun ist es endlich so weit. Alleine die Arbeiten an der Orgel waren mit Kosten von 150.000 Euro verbunden, informiert Pfarrer Bernd Rapp. Die Summe werde durch ein zinsloses Darlehen, einen Zuschuss der Landeskirche sowie durch Spenden aufgebracht.

Zur Wiederindienststellung werden unter anderem der Landesmusikdirektor der evangelischen Kirche der Pfalz, Jochen Steuerwald, sowie der rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Florian Maier erwartet.

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