Landau Oberbürgermeister: Krieg stellt Gewissheiten infrage
Die Stadt Landau hat am Samstag bei einer kleinen Feierstunde im Bethesda der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Anlass war der „Tag der Befreiung“: Vor 77 Jahren endete der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands. Oberbürgermeister Thomas Hirsch sprach von einem „Neuaufbau eines demokratischen Gemeinwesens“, das damals möglich geworden sei. „Heute erleben wir wieder einen katastrophalen Krieg im Osten Europas, der unseren europäischen Frieden und unsere politischen Gewissheiten infrage stellt.“ Mit dem großangelegten Krieg auf den souveränen Staat Ukraine habe Russlands Präsident Putin nicht nur eklatant gegen das Völkerrecht verstoßen, sondern auch die europäische Sicherheits- und Friedensordnung massiv und nachhaltig erschüttert und damit die größte Krise in Europa im 21. Jahrhundert hervorgerufen. Die Gesellschaft werde vor eine in Friedenszeiten nie da gewesene Bewährungsprobe gestellt, so Hirsch. „Umso wichtiger ist es, die Erinnerung und das Gedenken an die Opfer als Mahnung für die Zukunft zu begreifen und gemeinsam gegen Rassismus und Extremismus einzustehen. Gegen Verschwörungstheorien, gegen Verleumdung und jedwede Gewalt.“
An die Ansprache des Oberbürgermeisters schlossen sich ein Blick zurück auf den 8. Mai 1945 mit einer Lesung von Zeitzeuginnen- und Zeitzeugen-Texten durch Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer und Sigrid Weyers sowie eine ökumenische Reflexion zum Thema Krieg und Frieden von Gemeindereferent Artur Kessler und Pfarrer Jürgen Leonhard an. Die musikalische Begleitung übernahm das Duo Martinique, bestehend aus Martina Baumann am Akkordeon und Uwe Loda an Klarinette und Saxophon.