Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Nur Verlierer

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Im Horst kann es nicht um nackte Nachverdichtung gehen. Dafür gibt es zu viel Nachholbedarf bei der Stadtplanung.

Die Entwicklung eines Wohnquartiers östlich des Horstrings ist eine sehr sensible Angelegenheit. Der Horst ist ein schwieriges, wenn auch buntes Pflaster. Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs ab 1963 aus dem Boden gestampft, weil Landau auch damals dringend Wohnungen benötigte, gab es immer wieder Projekte zur Stärkung des sozialen Miteinanders. Gerade wurde ein neues Programm „Sozialer Zusammenhalt“ angestoßen.

Das einst als autofrei geplante Wohngebiet hat Parkplatzprobleme. Auch klimatechnisch besteht Nachbesserungsbedarf. Und es gibt keinen öffentlichen Platz mit Erholungscharakter. Das Grundstück der Pfaffs bietet eine einmalige Chance, etwas Gutes zu bewirken in diesem Stadtteil mit 8000 Einwohnern.

Bislang aber gibt es nur Verlierer. Der Investor fürchtet angesichts der Kosten um seinen Gewinn, die Anwohner fühlen sich brüskiert. Mit ihnen hat niemand geredet, auch die Stadtverwaltung nicht. Die Nachbarn sind ja nicht gegen das Projekt. Hanna Burdack macht Vorschläge, über die nachzudenken sich lohnen könnte. Sie will zwar die Wohngebäude kappen, aber die Tiefgarage dürfte größer sein, zeigt sie sich im Namen der Anwohner kompromissbereit.

Die Stadt trägt eine hohe Verantwortung. Denn Nachverdichtung darf es nicht um jeden Preis geben. Sicher, niemand hat das Recht auf ein unbeschattetes Grundstück, aber im Fall Fichtenstraße geht es um mehr als nur die Westsonne. Für den Horst braucht es überzeugende Lösungen.

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