Landau
Neustadt: Neuer Kleinbus soll behinderten Menschen und Senioren dienen
Nach langer Irrfahrt ist ein Citroën-Jumper am Freitag beim Club Behinderter und ihre Freunde (CeBeeF) angekommen. Mit Schwung zogen mehrere der rund 35 Sponsoren, die das Fahrzeug finanziert haben, die blaue Plane herunter, in die das Geschenk „verpackt“ war. Die Communitas Sozialmarketing GmbH hatte den Citroën ursprünglich für das Technische Hilfswerk (THW) bestellt und an die Organisation ausgeliefert.
Die Communitas Sozialmarketing GmbH stellt Vereinen und gemeinnützigen Organisationen durch Werbeaufdrucke finanzierte Fahrzeuge für ihre Arbeit zur Verfügung. Im November 2015 hatte der damalige Vorstand der Ortsgruppe des THW bei Communitas um ein Fahrzeug gebeten. Im Januar 2018 ging der Jumper an das THW.
Interne Querelen gaben den Ausschlag
Aufgrund interner Querelen zwischen dem Neustadter Ortsverband des Technischen Hilfswerks und der Helfervereinigung war das Fahrzeug aber nicht im Einsatz. Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer (CDU) erinnerte bei der Übergabe daran, dass „hinter den Kulissen einige dafür gesorgt haben, dass das Fahrzeug nun hier ist“. „Das Fahrzeug ist hier an einem guten Ort“, so Röthlingshöfer.
Zu denen, die „hinter den Kulissen“ aktiv waren, gehören Olga Frick und Frank Stahl, zwei der Sponsoren. Sie hatten festgestellt, dass das Auto nicht genutzt wird. Daraufhin hatten sie Kontakt mit anderen Sponsoren aufgenommen. Gemeinsam wurde beschlossen, dass der Citroën an eine Gruppierung gehen soll, die ihn wirklich braucht.
Stahl, der in seinem Heimatort Böhl-Iggelheim bei der Feuerwehr aktiv ist, setzte sich mit dem Neustadter Stadtfeuerwehrinspekteur Stefan Klein in Verbindung. Da die Feuerwehr das Fahrzeug für ihre Zwecke nicht hätte nutzen können, vermittelte Klein den Kontakt zu Ernst Ohmer, dem Vorsitzenden des CeBeeF.
CeBeef-Chef Ohmer musste nicht erst überlegen
Er habe „sofort ja gesagt“, als Klein ihn angerufen und von dem Auto berichtet habe, so Ohmer. Es hat dann noch einige Zeit gedauert, bis der Bus nun beim CeBeef angekommen ist. Denn das THW gab das Fahrzeug nicht zurück, Communitas musste sogar einen Rechtsanwalt beauftragen.
Der CeBeeF will den roten Citroën für seine Fahrten für Behinderte und Senioren nutzen. Dazu wird laut Ohmer noch eine Rampe eingebaut, mit der Rollstühle in den Bus hinein und auch wieder herausgefahren werden können. Die Rampe wird aus einem 17 Jahre alten VW-Bus ausgebaut, der aus Altersgründen außer Dienst gestellt wird.
Jetzt insgesamt sechs Fahrzeuge
Sechs Fahrzeuge gehören zum Fuhrpark des CeBeeF. Sechs Fahrer, von denen einer in Vollzeit und die anderen in Teilzeit arbeiten, transportieren Behinderte und Senioren etwa zum Einkaufen, zu Arztterminen oder zu Erledigungen. Der CeBeeF biete seine Fahrdienste kostengünstig an, warb Bürgermeister Röthlingshöfer. Ohmer sagte, dass noch Kapazitäten für weitere Aufträge vorhanden seien. Das Ehepaar Hund aus Kirrweiler spielte zur Übergabe des Autos Musik an der Drehorgel.