Landau
Neue Sporthalle des TV Landau fast fertig
Turner und Leichtathleten, die parallel im Winter ihren Sport drinnen ausüben – das geht bald in der neuen Sporthalle des TV Landau. Die Finanzierung der modernen Anlage war schwierig. Sie wird im Mai eröffnet, aber jetzt schon in Teilen genutzt. Dazu kommen zwei Alleinstellungsmerkmale.
Reck, Barren, Kraftgeräte, dazwischen Sportler auf einer von drei Laufbahnen und auf der Stabhochsprunganlage. Dahinter verkleiden noch Bauarbeiter die Ränder eines Beckens mit Schaumstoff. In der neuen Mehrzweckhalle des Turnvereins 1861 Landau ist schon jetzt einiges los. Bis zu 50 Turner und Leichtathleten sollen im 900 Quadratmeter großen Bau künftig parallel ihren Sport ausüben können. Seit Oktober nutzen einige Athleten sie bereits für Wintertrainingseinheiten.
Foyer dient noch als Abstellkammer
„Es macht Spaß, den anderen zuzuschauen. Die Kinder schauen sich auch gerne gegenseitig zu. Sie profitieren voneinander“, sagt Mark Lugenbühl, Zweiter Vorsitzender des Vereins. Leichtathletik und Turnen lägen ohnehin nicht weit auseinander. „Stabhochspringern musst du zum Beispiel nur das Rennen beibringen. Motorisch bringen sie vom Turnen alles mit“, sagt der Landauer Stabhochsprungtrainer.
Von außen macht das Eine-Million-Euro-Projekt schon etwas her. Die Fassade der Halle im Spitalmühlweg ist in grau gehalten, der Eingangsbereich ist rot hervorgehoben, sieht von innen allerdings noch nicht einladend aus. Das Foyer dient noch als Abstellkammer. Hier sollen in den nächsten Wochen Umkleideräume und WC-Anlagen entstehen. „Da haben wir die ganze Zeit auf den Heizungsbauer gewartet“, sagt Lugenbühl.
Im Mai ist die Eröffnung, bis dahin muss auch noch die Wand im Inneren verkleidet und ein weiterer Abstellraum zum Kraftraum umfunktioniert werden. Auf das Dach kommt noch eine Fotovoltaikanlage des örtlichen Versorgers Energie Südwest.
Turner fallen weich
Am Freitag durften die Kinder des Vereins Schaumstoffstücke in die fertiggestellte Schnitzelgrube, ein Auffangbecken für Turner, werfen. „Die Grube ist eines unserer Alleinstellungsmerkmale. Das gibt es im Umkreis nur in Haßloch und in Grünstadt. Ein weiteres Plus ist, dass die Halle mit Spikes benutzt werden kann“, sagt Hans-Peter Hertel, Vorsitzender des Vereins und Architekt des Projekts.
Am Freitag durften die Kinder des Vereins Schaumstoffstücke in die fertiggestellte Schnitzelgrube, ein Auffangbecken für Turner, werfen. „Die Grube ist eines unserer Alleinstellungsmerkmale. Das gibt es im Umkreis nur in Haßloch und in Grünstadt. Ein weiteres Plus ist, dass die Halle mit Spikes benutzt werden kann“, sagt Hans-Peter Hertel, Vorsitzender des Vereins und Architekt des Projekts. Über der Grube steht ein Reck und hängen Ringe, sodass die Turner dort ungehemmt ihre Übungen vollziehen können. Das Becken fasst 120 Kubikmeter und ist im Boden eingelassen. Seine Entstehung ist auch Samuel Soffel zu verdanken, dem Vorsitzenden des Jugendausschusses. Dessen Bewerbung bei der Aktion „Verein des Monats“ der Sparda-Bank und Kuchenverkäufe mit seinen Turnergruppen brachten die benötigten 40.000 Euro ein.
Teure Probleme in Bauphase
Die Halle wird nach Hertels Vorstellungen fertiggestellt. Schwierigkeiten gab es bei den Kosten. „Eine von uns angestellte Firma ist Konkurs gegangen, die nächste Firma wäre so teuer gewesen, dass wir das Projekt hätten begraben können“, sagt Hertel. Zum Glück fand sich nach dem Insolvenzverfahren doch noch eine Firma, die die Arbeiten dann doch zu den gleichen Konditionen beendete.
„Ein nicht tragfähiger Boden hat uns mehr gekostet als geplant“, fügt Lugenbühl an. Durch diese ungeplanten Ausgaben von 10.000 Euro fehle dem Verein Geld für weitere Sportgeräte. „Matten und Turngeräte sind sehr teuer. Das Preisgefüge ist für den Privatbereich höher als für öffentliche Einrichtungen“, sagt Lugenbühl. Eine blaue Auffangmatte koste beispielsweise 1200 Euro. Lugenbühl und Hertel hoffen hier auf einen weiteren Spender. Der Verein finanziert das Projekt hauptsächlich durch Spenden und Kredite.
In zehn Minuten ist es warm
200 Leute dürfen in die Halle, das ermöglicht kleinere Wettkämpfe. Wer in dick eingepackten Winterklamotten kommt, kann diese dank moderner Heiztechnik schnell ablegen. Eine Infrarotstrahlheizung an der Decke heizt das Gebäude in zehn Minuten auf, LED-Lampen bringen Licht. „Wir erfüllen viele moderne technische Standards, und die Halle ist behindertengerecht“, sagt Hertel.
Spannend wird die Parkplatzsituation. Momentan gibt es wenige Möglichkeiten, sein Gefährt abzustellen. „Wenn 40 Kinder mit ihren Eltern kommen, wird es schon mal eng“, sagt Hertel. An der Grillhütte vor der Halle sollen deshalb noch Parkplätze entstehen.
Die alte, 110 Quadratmeter große Halle bleibt bestehen. Dort turnen die Kleinsten im Verein. Die neue große Halle darf unter anderem auch für Volleyball und Basketball genutzt werden und steht dem Fitness- und Gesundheitssport offen.