Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Neu-Landauer erzählen über ihr Ankommen und Integration

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„Gesicht zeigen! Stimme erheben!“ lautet das Motto der Wochen gegen Rassismus vom 9. bis 29. März. Alle Landauer und Südpfälzer sind aufgerufen, gemeinsam eine klare Haltung gegen Rassismus einzunehmen.

Aufklärung und persönliche Begegnungen sollen Solidarität mit den Betroffenen von Fremdenfeindlichkeit wecken. Organisiert wird die breit gefächerte Reihe mit 18 Veranstaltungen für alle Generationen vom Verein Toleranz und Menschlichkeit Südpfalz (Tom) gemeinsam mit der Unigruppe Festival Contre Le Rassisme (FCLR), der Landauer Stiftskirchengemeinde, dem Haus Südstern und dem Team der Gedenkstätte am Pfalzklinikum.

Beim Film- und Diskussionsabend „Eva´s Stories“ will die Unigruppe FCLR vor allem Lehrende ansprechen: „Als Anregung für den Unterricht, um die grausamen Geschehnisse des Holocaust für heutige Jugendliche greifbar zu machen“, erklärte Markus Klein beim Pressegespräch. Die You-Tube und Instagram-Serie „Eva´s Stories“ basiert auf dem realen Tagebuch eines jüdischen Mädchens in Ungarn und will mit dem Mittel der modernen Medien zeigen, wie Eva heute den Holocaust erleben würde.

In einem offenen Podium erzählen acht Landauer Bürger mit Flucht- und Migrationshintergrund aus ihren Erfahrungen, wie sie hier aufgenommen wurden, welchen Hindernissen sie begegneten und wie sie es gemeistert haben, in der neuen Heimat Wurzeln zu schlagen. Darunter auch der Landauer Pfarrer Constantin Panu Mbendele, ein Ehepaar aus dem Iran, deutsch-afrikanische Familien und aus dem Ostblock Geflüchtete.

Zusätzlich zu den Führungen im Gedenken an die Opfer der NS-Psychiatrie in Klingenmünster wird Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer eine Stadtführung „Juden in Landau“ anbieten. Beim Begegnungsfest zum Abschluss der Reihe wird das Haus Südstern zu einem Tummelplatz für viele Einrichtungen, Initiativen und Vereine, die Gesicht zeigen gegen Rassismus. Auf der Musikbühne werden regionale Bands spielen, auf einer zweiten Bühne dürfen Poetry Slammer und regionale Künstler ihre Stimme erheben.

6000 Euro hat der Verein in die dritte Auflage der Wochen gegen Rassismus in Landau investiert: „Alle Kosten sind durch Spenden und Fördermittel gedeckt“, informierte die Tom-Vorsitzende Tanja Sattler beim Pressegespräch. Eine Wanderausstellung, die mit Karikaturen und Satire vor allem bei jungen Besuchern Sensibilität gegen Rassismus erreichen will, ist zu 80 Prozent über die Leitstelle Kriminalprävention im rheinland-pfälzischen Innenministerium finanziert.

Dass alle Veranstaltungen, die Tom organisiert, inklusive der Speisen und Getränke für alle Besucher kostenfrei, wenn auch mit Bitte um eine Spende, abgegeben werden, begründet Sattler mit dem Satz: „Keiner soll sich wegen des Geldes ausgeschlossen fühlen“. Dies gelte auch für die Mitgliedschaft im Verein, für die kein fester Jahresbeitrag zu entrichten ist: „Jeder unserer derzeit 64 eingetragenen Mitglieder gibt, was er kann, und die Solidarität funktioniert. Wir konnten dank Fördermitteln, Spenden und Sponsoren bisher alles bezahlen und auch für die Kosten für die Organisation der Wochen gegen Rassismus in Vorleistung treten“, so Sattler. Weitere Unterstützer sind die Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz, die Amadeu-Antonio-Stiftung mit dem FC St. Pauli und Ben&Jerry´s, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Vorder- und Südpfalz, die Stadt und der Beirat für Migration und Integration Landau sowie das Weingut Emil Bauer in Nußdorf.

Das Programm

Montag, 9. März, 18 Uhr: Eröffnung der Wanderausstellung „Oh, eine Dummel!“, Lennart Lafaire spricht über Rechtsextremismus in Vorder- und Südpfalz, Festsaal der Universität, Bürgerstraße 23.

Ausstellung bis 19. März, Montag bis Freitag, 9-19 Uhr. Anmeldung für Schulklassen und Jugendgruppen sowie Didaktisches Begleitmaterial per E-Mail an: tom_suedpfalz@posteo.de.

Sonntag, 15. März, 10 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst in der Stiftskirche.

Sonntag, 15. März, 15 Uhr: Landauer erzählen ihre Integrationsgeschichte, Gemeindesaal der Stiftskirche, Stiftsplatz 9.

Montag, 16. März, 16.15 Uhr: Hissen des Banners „Landau gegen Rassismus“ am Balkon des Rathauses.

Mittwoch, 18. März, 18 Uhr: Poetry Slam „Wir sind bunt“, BBS Landau, August-Croissant-Straße, Eintritt 5 Euro (für die Abikasse)

Donnerstag, 19. März, und Montag, 23. März, 18 Uhr: Führung Gedenkstätte und Ausstellung NS-Psychiatrie in der Pfalz, Pfalzklinikum Klingenmünster, begrenzt auf 20 Personen. Anmeldung per E-Mail an tom_suedpfalz@posteo.de.

Samstag, 21. März, 16 bis 17:30 Uhr: Offener Workshop: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – Ursachen, Wirkungen, Prävention. Mit Björn Eisenmann. Evangelische Studierdengemeinschaft, Stiftskirchenpassage, Kronstraße 38.

Samstag, 21. März, 18:30 Uhr: Lichterkette gegen das Vergessen, Kranzniederlegung am Synagogenmahnmal, Elias-Grünbaum-Platz, und Prozession zum Rathausplatz.

Sonntag, 22. März, 11 Uhr: Stadtführung „Juden in Landau“ mit Christine Kohl-Langer, Treffpunkt Frank-Loebsches-Haus, Kaufhausgasse 9. Begrenzt auf 20 Teilnehmer. Anmeldung per E-Mail an tom_suedpfalz@posteo.de.

Sonntag, 22. März, 17.30 Uhr: „Braune Esoterik – Die Verbindung zwischen Rechtsextremismus und Umweltschutz“. Mit Journalist Silvio Duwe. Rote Kaserne, Marktstraße 40.

Dienstag, 24. März, ab 19 Uhr: „Eva´s Stories“. Film- und Diskussionsabend im Gemeindesaal der Stiftskirche, Stiftsplatz 9.

Samstag, 28. März, 16 bis 17.30 Uhr: Offener Workshop: „Das Kopftuch aus verschiedenen Perspektiven“ mit Rosa Stecher und Ebru Tas. Stiftskirchenpassage, Evangelische Studierendengemeinde, Kronstraße 38.

Sonntag, 29. März, ab 14 Uhr: Begegnungsfest „Mittendrin und bunt“. Kinderprogramm, Feuershow, Musikbühne, Kleinkunstbühne, Haus Südstern, Weißenburger Straße 30. Anmeldung für Musikgruppen, Slammer und Kleinkünstler per E-Mail an offenebuehne@suedstern-ev.de. srs

Info

Weitere Informationen unter www.toleranzundmenschlichkeit.org.

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