Landau
MVZ Südpfalz bietet nun auch eine kardiologische Praxis
Der Internist und Kardiologe Wolfhard Kochendoerfer ist in Landau kein Unbekannter. 22 Jahre lang hat er im Vinzentius-Krankenhaus gearbeitet, ab 2007 als Leitender Oberarzt. 22 Jahre im Krankenhaus, da sei ein Punkt erreicht gewesen, an dem er sich neue Perspektiven habe eröffnen wollen, resümiert der 58-Jährige im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Die Zusammenarbeit mit Alexander Schopp im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Südpfalz war verlockend genug, um dem Stift Adieu zu sagen. Kochendoerfer ist in Ludwigshafen aufgewachsen und lebt heute in Karlsruhe. Ab und an macht er bei seiner Frau in deren Hausarztpraxis kardiologische Untersuchungen. Im sechsten Stock im Medivicus kann er nur Privatpatienten behandeln. Das hängt mit dem Budget zusammen, das Ärzten für die Behandlung von Kassenpatienten von der Kassenärztlichen Vereinigung zugewiesen ist. Bekanntlich gibt es lange Wartezeiten für Kassenpatienten bei kardiologischen Untersuchungen. Der Ärztemangel verschärft das Problem noch.
Therapie abstimmen
Der Kardiologe ist gefragt, wenn der Hausarzt nicht weiterkommt und sichere Befunde braucht, zu Herzklappen beispielsweise oder Herzrhythmusstörungen. Wer Schmerzen im Brustkorb hat, unter Atemnot leidet oder einen Leistungsabfall registriert, wendet sich an den Herzspezialisten. Kochendoerfer bietet Untersuchungen in drei verschiedenen Paketen an, je nach Leistung kosten sie zwischen 200 und 500 Euro. Das Herzstück der Praxis ist das Gerät für Herzultraschall und Gefäßultraschall. Zum Standard zählen EKG und Belastungsuntersuchungen.
Der Mehrwert, den der Orthopäde Alexander Schopp im Zusammenschluss von Ärzten im Medivicus sieht, ist der fachübergreifende Blick auf den Patienten. „Es braucht das Zusammenspiel“, sagt der 47-Jährige. So könne das MRT in der Radiologischen Praxis im Nachbargebäude genutzt werden, was kurze Wege bedeute. In seiner Praxis steht den Kollegen ein moderner Computertomograf und eine digitale Röntgenanlage zur Verfügung. Mit dem Physiotherapeuten im Haus könne die Therapie abgestimmt werden.
Kernspinn trotz Schrittmacher?
Kochendoerfer beispielsweise möchte mit den Radiologen ins Gespräch kommen und klären, ob Patienten mit Herzschrittmachern Kernspinn-Untersuchungen angeboten werden können. Routinemäßig würden heute kernspinnverträgliche Schrittmacher eingebaut, aber in der Praxis werde es sehr wenig genutzt, weil der Aufwand bei den Einstellungen des Geräts höher sei, erläutert der Mediziner. Er möchte im Haus innovativ arbeiten.
Dazu zählt auch der Umgang mit Smartwatches. Viele Leute tragen mittlerweile Uhren, die ihre Schritte zählen, den Puls messen und den Schlaf überwachen. Zertifizierte Uhren sind laut Kochendoerfer so zuverlässig, dass man nicht von Spielerei sprechen kann, wenn das Gerät Rhythmusstörungen oder Vorhofflimmern anzeigt. Bei einer guten Uhr könne von jedem EKG ein PDF erzeugt werden, das aufs Handy gespielt und an die kardiologische Praxis geschickt werden könne. Gegen ein Entgelt erstelle er einen allgemeinen Befund, der dem Hausarzt weiterhelfe, erläutert Kochendoerfer.
Immer mehr Adipöse
Auch der Kardiologe registriert eine Steigerung von Patienten mit dem metabolischen Syndrom. Davon ist die Rede, wenn bestimmte Erkrankungen oder Symptome gemeinsam auftreten. Dazu zählen in erster Linie Übergewicht, Bluthochdruck sowie Zucker- und Fettstoffwechselstörungen, die mit Bewegungsmangel und anderem Fehlverhalten einhergehen. Die Patienten würden auch immer jünger, beobachtet der Herzspezialist. „Wir weisen auf die Risiken hin, können aber die Leute nicht retten, die keine Lust haben, besser auf sich zu achten.“
Auch das eint die Mediziner im Haus. Das MVZ Südpfalz verteilt sich über fünf Etagen auf 2700 Quadratmetern und ist Anlaufstelle bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, unter anderem mit den Fachgebieten Orthopädie und Unfallchirurgie, Neurochirurgie sowie Innere Medizin mit den Schwerpunkten Rheumatologie und Pneumologie. Laut Schopp arbeiten dort zehn Ärzte, mittlerweile sind fast alle Räume bespielt. 600 bis 800 Patienten zählt das MVZ täglich.
Die Mediziner arbeiten mit den beiden anderen Standorten des MVZ in Edenkoben und Herxheim zusammen, die als Schwerpunkte Orthopädie und Unfall- beziehungsweise Neurochirurgie haben.
Info
Informationen über das gesamte Spektrum im Medivicus, darunter weitere Facharztpraxen, eine Apotheke, ein Sanitätshaus, therapeutische Einrichtungen und Serviceangebote online unter www.medivicus-landau.de.