Queichheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mit dem Smartphone der Natur auf der Spur

Reallabor Queichland: Hier treffen die reale und die digitale Welt aufeinander – der Bildung zuliebe.
Reallabor Queichland: Hier treffen die reale und die digitale Welt aufeinander – der Bildung zuliebe.

Die Macher des Reallabors Queichland in Landau haben sich etwas Besonderes ausgedacht: Sie loben Treuepunkte aus für die Erkundung des Queich-Geländes an der Schneiderstraße. Und dafür gibt es dann Geschichten.

Digitale Schnitzeljagd, erweiterte Realität und Fotorätsel – allein die Namen der Angebote, die die Universität Koblenz-Landau an ihrem Reallabor Queichland zu bieten hat, verraten das Ziel dahinter: naturnahes Lernen unterstützt durch digitale Endgeräte. „Da durch Corona betreute Veranstaltungen schwierig sind, sollen die Dinge selbst erlebbar sein“, sagt Björn Risch, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Bildung und Forschung an außerschulischen Lernorten bei einem Pressegespräch vor Ort.

Entlang der Queich zwischen Schneiderstraße und Queichanger finden sich unterschiedliche Bildungsangebote zu den Themen Wasser, Land und Luft. Diese werden nun durch digitale Angebote erweitert. Unter anderem gibt es dort 17 Insektenhotels, die mit dem Smartphone erkundet werden können. Beispielsweise erscheinen die jeweiligen Insekten auf dem Bildschirm. Augmented Reality (auf Deutsch: erweiterte Realität) nennt sich dieses digitale Angebot. Und das ist, genauso wie viele weitere, Teil des Projekts „Weltenformer“ – einem digital erweiterbaren Hörbuch mit Geschichten passend zum Reallabor und zum Thema Nachhaltigkeit.

Geschichten mit Germanisten entwickelt

Erhältlich ist das Buch in zwei Varianten: einmal bis und einmal ab zwölf Jahre. So berichtet es Risch. Die Geschichten wurden gemeinsam mit einem Germanisten entwickelt und enthalten jeweils einen Prolog sowie vier Kapitel. Während Ersterer frei abspielbar ist, müssen sich die Teilnehmer die folgenden Geschichten zunächst verdienen, indem sie Abzeichen sammeln.

Und das geht über die Internetseite des Reallabors, wo sich Interessierte registrieren. Wenn sie sich nun an Aktionen des Reallabors beteiligen oder selbst aktiv in Sachen Umwelt sind, erhalten sie Abzeichen über einen QR-Code. Wer kein mobiles Endgerät hat, kann die Abzeichen aber auch in Form von Stickern in einem kleinen Büchlein sammeln. Für drei Abzeichen gibt es ein neues Kapitel. Wer alle hat, erhält am Ende das Weltenformerabzeichen. Neben der virtuellen Erkundung der Insektenhotels, gibt’s beispielsweise auch Punkte für die Teilnahme an einer digitalen Schnitzeljagd (Actionbound) auf dem Gelände.

Attraktive Gewinne zu haben

„Wir wollen von der Uni Angebote generieren, die für Kinder und Jugendliche, aber auch für erwachsene Bürger gerecht aufbereitet sind“, sagt Risch. So veranstaltet die Universität zusätzlich einen Kreativwettbewerb. Noch bis Montag, 30. November, können Bürger aller Altersgruppen kreative Arbeiten rund um die Fläche des Reallabors zu nachhaltigen Themen wie „Mensch und Umwelt“, „Wasser und Land“ oder „Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume“ einreichen. Teilnehmen können Gruppen aus drei bis zehn Personen. Die Arbeiten sollen entweder ein Kunstwerk beziehungsweise eine Fotografie, ein Podcast, ein Videoclip oder ein Aktivelement sein. Auf die Gewinner warten unter anderem eine Floßfahrt, ein Kochkurs, eine Erlebnisführung im Zoo oder ein Wiesen-Erlebnistag.

Das Reallabor Queichland wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Die Angebote werden zusammen mit der Stadt, lokalen Bildungseinrichtungen und Unternehmen, wissenschaftlichen Institutionen und interessierten Bürgern entwickelt. „Es ist ein Ort, wo sich Wissenschaft und Zivilgesellschaft treffen“, sagt Risch.

Info

Weitere Infos unter reallabor-queichland.uni-landau.de
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