Landau Mit dem Meister auf der Matte

91-87004032.jpg

Trainer und Aktive des Judoclubs Hagenbach wurden vergangene Woche wieder zu Schülern: „Judo-Professor“ Walter Trapp aus Duisburg hat bei einem Besuch die Techniken der Sportler verfeinert.

Regelmäßig ist ein klatschendes Geräusch zu hören, wenn die Körper auf die blauen Matten aufschlagen. „Keine Angst, meist gibt’s keine blauen Flecken“, beruhigt ein Hagenbacher Judoka. „Schließlich sind Fallübungen der Einstieg ins Judotraining“. Alexander Kohl ergänzt, dass Judo neben dem technischen Prinzip der größtmöglichen Effizienz körperlicher und geistiger Kräfte auch Verantwortung für und Rücksicht auf den Schwächeren bedeute. Dies zeige sich auch in der respektvollen Verbeugung der Trainierenden voreinander. Heute werden die Aktiven und Trainer des Judoclubs Hagenbach, darunter auch einige Träger des Schwarzen Gürtels, gerne wieder zu Schülern: Sie erhalten Übungsstunden bei „Judo-Professor“ Walter Trapp aus Duisburg. Der 69-Jährige mit dem markanten Schnurrbart wurde 2013 Europameister bei den Judo-Veteranen und holte 2015 Bronze bei den Weltmeisterschaften. Noch immer gibt er Kurse, „denn Judo ist ein Sport, den man auch im höheren Alter als Herz-Kreislauf-Training ausüben kann und der in jede Lebenslage passt – selbst zu einem Erholungs- und Wellness-Aufenthalt in Bad Bergzabern“, sagt Trapp lachend. Seit einigen Jahren verbindet er seinen Wanderurlaub in der Pfalz mit Trainingseinheiten bei der „freundlichen Judo-Familie“ in Hagenbach. Wurf-, Boden- und Standtechniken werden geübt, wobei immer zwei Partner zuvor absprechen, wer „Tori“ (der Gebende) und „Uke“ (der Erleidende) sein sollte. Walter Trapp analysiert aus seiner großen Erfahrung heraus die Übungen und Techniken, die im Idealfall zu Reflexen werden. Er selbst bewegt sich mit fließenden Bewegungen, gibt Anweisungen und Erklärungen und wirft seine Hagenbacher Schüler auf die Matten. „Zieh nach vorne, da wird’s leichter. Nicht den Oberkörper verdrehen, mach es mit weniger Einsatz, viel relaxter“, empfiehlt der Meister Thomas, der gerade Willi am Boden festhält. Diese Leichtigkeit und Technik ist es, die Alexander Kohl an Walter Trapp besonders bewundert. „Die Bewegungen sind auf das Wesentliche reduziert“, erklärt Kohl. „Dieses ausgeprägte Körpergefühl kommt oft erst im Laufe des Alters. Dagegen gehen junge Kämpfer meist mit zu viel Athletik, Kraft und Schwung ran.“ Kohl ist selbst begeisterter Judo-Kämpfer und –trainer, er war schon in Japan und schätzt an Judo vor allem das Miteinander-Arbeiten und Sich-gegenseitig-Fördern. Er beschreibt es als ideales Fitness-Training mit unendlich vielen Situationen. „Es ist auch gut fürs Gehirn, zumal stets vorausschauendes Verhalten notwendig ist.“, meint Kohl. Dass Judo alten japanischen Kriegskünsten entstammt und bei Angriffen und in Extremsituationen zur Selbstverteidigung nützlich sein kann, ist an diesem heiteren Übungsabend mit dem Meister weniger zu spüren. Vielmehr agieren die Sportler fintenreich, hochkonzentriert und täuschen mit Scheinangriffen. Im Vordergrund stehen Eigenschaften wie Sanftheit und Nachgiebigkeit, die mit dem Schriftzeichen „Ju“ ausgedrückt werden. An das wehrhafte Judo erinnern nur die klatschenden Fallgeräusche der Körper auf den Matten. Info Infos zu den Trainingszeiten für Kinder und Erwachsene beim Judoclub Hagenbach stehen auf der Internetseite des Vereins: www.jchagenbach.de. |bp

x