Landau
Michael-Ende-Grundschule wird erweitert
Die Michael-Ende-Grundschule in Queichheim hat ein Platzproblem. Die Klassenzimmer in den Gebäuden in der Hauptstraße 84 reichen nicht für alle Schüler. Deshalb wird derzeit eine Klasse in den Räumen der gegenüberliegenden Sparkassen-Filiale unterrichtet. Das soll sich nächstes Jahr ändern – mit einem Neubau.
Der Stadtrat hat die Pläne bereits abgenickt. Der Neubau ist auch deshalb erforderlich, weil künftig noch mehr Kinder die Einrichtung besuchen werden. Dann ist statt einer zweizügigen eine zweieinhalbzügige Schule notwendig. Das geht aus dem Schulentwicklungsplan hervor.
Platz für fünf Klassenräume
Entstehen soll ein zweigeschossiger Neubau mit Satteldach am südlichen Rand des Schulgeländes. Darin finden fünf Klassenräume Platz – zwei im Erdgeschoss, drei im Obergeschoss. Auch eine Bibliothek, ein Elternsprech- und Arztzimmer sowie ein Lehrmittelraum und Toiletten soll es geben. Außerdem ein teilbarer Mehrzweckraum, der dem Gebäude in eingeschossiger Bauweise nach Norden hin vorgelagert wird. Das Flachdach wird begrünt. Durch die Lage kann der südliche Grünbereich als zweiter Pausenhof genutzt werden.
Ins Gebäude gelangen die Kinder über das alte Schulgebäude von der Hauptstraße aus. Das zukünftig mittlere Haus dient als Durchgang zum Neubau. Der kleine Schuppen im Südwesten wird abgerissen.
Im Zeichen der Inklusion
„Das Kollegium freut sich sehr auf die neuen Räume“, sagt Schulleiterin Anja Vetter. Einerseits wegen des neuen Platzangebots, andererseits wegen der neuen Möglichkeiten, die das geplante Gebäude biete. „Da uns die Leseförderung besonders am Herzen liegt, werden mit der Bibliothek neue Lernwege eröffnet“, meint die Lehrerin. Ein Herzstück sei der geplante Mehrzweckraum, der das Schulleben bereichern werde. „Besonders freut mich, dass der neue Planungsentwurf nicht nur im Sinne der Inklusion einen Aufzug erhält, sondern dass auch so viel Wiese wie möglich für einen offenen Lern-, Erholungs- und Spielort im Freien erhalten bleibt.“
Sie sei mit dem Planungsentwurf höchst zufrieden, sagt Vetter. Nicht ganz so glücklich ist Arnd Lormes. Als Elternsprecher hat er sich seit 2018 für die Schulerweiterung eingesetzt. Damals hatten Eltern, Lehrer und Lokalpolitiker gegen die Idee protestiert, einen Teil der Queichheimer Schüler künftig an die Grundschule Horstring zu schicken. Heute kritisiert Lormes, dass die Pläne für den Neubau kurzfristig in den Sommerferien vorgestellt und die Eltern damit vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien. Diese hätten sich gewünscht, mehr in die Planung einbezogen zu werden. Auch Mitglieder des Queichheimer Ortsbeirats kritisieren die Abstimmungsprozesse. Diese seien nicht transparent verlaufen, heißt es.
Aufstockung laut Bebauungsplan nicht möglich
„Im Wesentlichen entsprechen die Räumlichkeiten zwar unseren Forderungen. Dennoch hätten wir uns lieber eine Aufstockung oder einen Anbau am Rückgebäude gewünscht, um einen geschlossenen Gebäudekomplex zu erhalten“, erklärt Lormes, der vor Kurzem als Elternsprecher zurückgetreten ist. Eine Aufstockung ist laut Bebauungsplan jedoch nicht möglich, da dafür mehr Fläche gebraucht werden würde, als das vorhandene Gebäude hergibt. Außerdem müssten Fundament und Statik außerdem gestützt werden – was unwirtschaftlich wäre. Ein eingeschossiger Anbau an das Rückgebäude würde den von der Schulbehörde geforderten begrünten Schulhof verbauen. Und ein Neubau zwischen Haupt- und Rückgebäude wäre ebenso unwirtschaftlich gewesen wie der Ausbau des Dachgeschosses vom Haupthaus, das unter Denkmalschutz steht.
Ortsvorsteher Jürgen Doll teilt mit: „Alles in allem kann ich mit der Planung sehr gut leben.“ Fast alle Wünsche seien erfüllt worden. Allerdings kritisiert auch Doll die schleppende Infopolitik der Stadt.
Die Kosten für die Erweiterung der Grundschule liegen laut Stadt bei schätzungsweise 2,6 Millionen Euro. Darin seien auch Kosten für Umbauten im Bestandsgebäude enthalten. Sobald das Geld über einen genehmigten Wirtschaftsplan zur Verfügung steht und auch eine Bewilligung über die Schulbauförderung des Landes ausgesprochen wird, soll es mit den Ausschreibungen losgehen. Baubeginn könnte Sommer 2021 sein.