Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Sicherheit durch vier Spuren

Im dreispurigen Bereich zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein kommt es häufiger zu Unfällen mit Lastwagen.
Im dreispurigen Bereich zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein kommt es häufiger zu Unfällen mit Lastwagen.

Bis Ende September hat es in diesem Jahr auf der B10 zwischen Pirmasens und Landau 172-mal gekracht. Unfallschwerpunkte sind zwischen Hinterweidenthal und Rinnthal sowie die Baustellenstrecke bei Landau, in denen die B10 noch nicht vierspurig ausgebaut ist.

Der Hauensteiner CDU-Landtagsabgeordnete Christof Reichert hat die schweren Unfälle mit Lastwagen auf der B10 in jüngster Zeit zum Anlass genommen, um mit kleinen Anfragen an die Landesregierung nach der Entwicklung der Unfallzahlen auf dem 44,8 Kilometer langen B10-Abschnitt zwischen Pirmasens und Landau zu fragen. „Aus der Antwort auf meine Kleinen Anfragen ist klar zu erkennen, dass insbesondere im dreispurigen Bereich die meisten Unfälle passieren“, teilt Reichert mit.

Aus den Unfallzahlen, die das Innenministerium zur Verfügung stellte, ergibt sich, dass die meisten Unfälle auf dem 8,8 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Hinterweidenthal und Rinnthal passieren. Die Zahlen (siehe Tabelle) waren 2019 und 2020 rückläufig, 2021 stiegen sie wieder an.

Dieser Streckenabschnitt war, gemessen an der Länge und der Anzahl der Unfälle, 2018 und 2021 der unfallträchtigste der insgesamt knapp 45 Kilometer langen Strecke zwischen Pirmasens und Landau. Um die Häufigkeit vergleichen zu können, hat Reichert ermittelt, zu wie vielen Unfällen es pro Kilometer und Jahr kommt. 2018 waren es zwischen Hinterweidenthal und Rinnthal zwölf Unfälle je Kilometer, 2021 neun, Ende September lag der Wert bei sechs.

Übertroffen wurden diese Werte 2019 und 2020 im Bereich der 4,1 Kilometer langen Baustelle zwischen Godramstein und der A65. Hier ereigneten sich 2019 rund 14 Unfälle je Streckenkilometer, 2020 waren es 13. Auch im laufenden Jahr liegen hier die Zahlen am höchsten: Bislang krachte es je Kilometer achtmal, in knapp der Hälfte der Unfälle waren Lastwagen verwickelt.

„Am sichersten ist die B10 im vierspurigen Bereich, insbesondere was die besonders schweren Unfälle mit Lkw betrifft“, schreibt Reichert.

Die wenigsten Unfälle wurden in den vergangenen Jahren im Bereich der Tunnel bei Annweiler registriert, zumindest was die absoluten Zahlen betrifft. Am häufigsten krachte es im Jahr 2018, an 36 Unfällen auf der 8,4 Kilometer langen Strecke waren 22 Lkw beteiligt. Dieser Bereich ist nur zweispurig ausgebaut, in den Tunneln gilt Tempo 60.

Für Reichert lassen die Zahlen nur einen Schluss zu: „Wird die B10 zügig vierspurig ausgebaut, sinkt hierdurch auch das Unfallrisiko.“ Und er ergänzt: „Bei allen Diskussionen um Umwelt geht es hier um Sicherheit und Menschenleben. Das Verkehrsaufkommen auf der B10 ist bereits jetzt hoch. Ein vierspuriger Ausbau wird diesem Aufkommen lediglich gerecht. Der Steigerung des Verkehrsaufkommens werden wir durch eine Verzögerung des Ausbaus oder gar einen Stillstand sicherlich nicht entgegenwirken. Der Sicherheit schon.“ Zuletzt sank die Zahl der Unfälle, an denen Lastwagen beteiligt sind.

Reichert fordert daher die Landesregierung und das zuständige Ministerium auf, den vierspurigen Ausbau der Straße zügig voranzubringen. „Es gilt, die notwendigen Planungs- und Genehmigungsschritte jetzt ohne Verzögerung umzusetzen, damit mit dem Bau der restlichen Abschnitte schnellstmöglich begonnen werden kann“, so Reichert abschließend.

Dieser Abschnitt bei Hinterweidenthal ist jetzt vierspurig.
Dieser Abschnitt bei Hinterweidenthal ist jetzt vierspurig.
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