Landau „Man darf nicht stehenbleiben“
«Offenbach.» Gesundheitsraum, Arbeitssicherheit, Nachwuchsförderung, Weiterbildung für die Mitarbeiter – die Bullinger Metallbau GmbH in Offenbach tut viel, um am Puls der Zeit zu bleiben. Von der IHK gab’s dafür die Auszeichnung „Top-Arbeitgeber“. Seit Kurzem entspannt das Team die Muskulatur an speziellen Schwingungsgeräten.
Im Fitnessraum der Firma im Gewerbegebiet „In den Birkenwiesen“ stapeln sich in einem Regal bunte Strümpfe und Handtücher. Jeder Mitarbeiter hat sein eigenes Fach. Und alle gehen gerne auf die stylishen Geräte in Schwarz- und Silberoptik, die die Muskulatur in Wallungen bringen, ohne dass die Nutzer ins Schwitzen geraten. Sigfried Hoffmann hat die Trainingsgeräte unter dem Namen „Double Eagle“ konzipiert, sein langjähriger Freund Thomas Bullinger hat sie in seinem Betrieb zusammengebaut. Klar, dass sie hier direkt am Mitarbeiter getestet werden. So könne auch noch nachjustiert werden, denn derzeit sei alles noch in der Startphase, berichtet Hoffmann. Aber die Zusammenarbeit mit der IHK und dem Leistungssport sei schon in Planung. Zusammengebaut wird bei Bullinger alles aus Alu, Stahl oder Edelstahl, was sich der Kunde wünscht. Das reicht von Maischewägen für den Weinbau über Carports, Überdachungen, Geländer, Tore und Pflanzbeete bis zu aufwendigen Treppen. Gerade ist ein 18-Meter-Ungetüm am Entstehen. Die gewaltige Fluchttreppe wird bald an einem Mannheimer Hotel zu finden sein. Für die Kläranlage in Edenkoben hat die Firma eine Stahltreppe gebaut, die hochziehbar ist, um Platz zu sparen. „Da haben wir mit den Gewichten ganz schön herumprobiert und viel experimentiert“, erinnert sich Daniel Bullinger (29), der 2011 in den Betrieb eingestiegen ist und ihn mit seiner zukünftigen Frau weiterführen soll, wenn die Eltern Thomas und Eva-Maria Bullinger in die zweite Reihe treten. Daniel werkelte mit acht Jahren schon in der Werkstatt, schweißte seinen ersten Kerzenständer zusammen. „Man darf nicht stehenbleiben. Man muss heutzutage in alle Richtungen denken“, sagt Thomas Bullinger (54). So habe er die 1800 Quadratmeter große Werkstatt-Halle renoviert, erfüllt Zertifizierungsbedingungen für Arbeitssicherheit, fördert die Mitarbeiter mit Aus- und Weiterbildungen, unterstützt soziale Einrichtungen, ist bei Facebook aktiv. „Ich will unseren Leuten ein gutes Umfeld geben.“ Und angesichts des Nachwuchsmangels lege die Firma besonderen Wert auf die Ausbildung. Aktuell hat der Betrieb, der rund 900.000 Euro Jahresumsatz erwirtschaftet, drei Azubis. Zehn Mitarbeiter arbeiten in der Werkstatt, zwei im Büro. Aus einem Umkreis von 30 Kilometern kommen die Kunden. Sogar die katholische Kirche gehört zu den Auftraggebern. Ein Ambo musste verkleinert werden. „Und in der Kirche flexen, das darf nicht jeder.“ Für Missverständnisse unter den Kunden sorgt zum Bedauern der Firmenschefs immer noch die Insolvenz der Vorgängerfirma. Das Metallbauunternehmen Bullinger und Weber wurde 1988 gegründet und ging 2009 in Insolvenz. Zu dem Zeitpunkt hatte Thomas Bullinger schon das Unternehmen verlassen, 2005 eine eigene Personengesellschaft gegründet, die 2009 in die Maschinenbau Bullinger GmbH umgewandelt wurde.