Landau Mörzheimer steigen aufs Dach
Fünf Männer wuseln auf dem Dach des Sportheims in Mörzheim herum. Nicht etwa, weil von dort die Aussicht besonders schön wäre. Die Mörzheimer sind allesamt Mitglieder des SV Mörzheim und erneuern das Dach des 23 Jahre alten Gebäudes. Auf eigene Faust.
Das Vereinsheim war einst Bauhäuschen bei Daimler in Germersheim, das dieses eigentlich entsorgen wollte. Über die Kontakte des ehemaligen Vorsitzenden des SV Mörzheim, Werner Herder, gelang es, das Häuschen, nach Mörzheim zu holen. In einer aufwendigen Umzugsaktion stellten Herder und seine Vereinskollegen das neue Vereinsheim neben dem Sportplatz in der Johann-Thomas-Schley-Straße auf. Nach 23 Jahren hing das 350 Quadratmeter große Dach teilweise durch. Die dunkelroten Bitumenschindeln, die einst einzeln auf Spanplatten und Dachbalken genagelt wurden, haben ihre besten Tage hinter sich. Hier und da ist es undicht. „Das morsche Dach hätte zum Problem werden können, wenn zum Beispiel im Winter Schnee drauf liegt“, sagt der heutige Vereinsvorsitzende Jörg Leonhart. Höchste Zeit also für eine Erneuerung. Weil eine Finanzspritze vom Sportverband nach Angaben Leonharts erst wieder 2018 möglich ist, wollte der SV Mörzheim das Projekt erst im kommenden Jahr angehen. Dass das Sportheim nun doch früher eine neue Dachabdichtung bekommt, liegt an einer günstigen Fügung: Vereinsmitglied Roland Stulier arbeitet als Leiter der Anwendungstechnik bei dem Bauchemieunternehmen Sika Deutschland GmbH, das beispielsweise auch Material für die Elbphilharmonie in Hamburg beigesteuert hat. Die Firma stellt unter anderem Dachabdichtungen her. Bevor die auf den Markt kommen, wird das Material auf Dächern getestet. So jetzt auch in Mörzheim, wo sogenannte selbstklebende Sarnafil-Kunststoffbahnen verlegt werden. Die Firma, die auch Abdichtungen für Schwimmbäder, Teiche und Tunnel produziert, stellt das Material. Die Dachdeckerei Styner aus Landau übernimmt die Abdichtung und bringt die Regenrinnen an – zu einem günstigen Preis. Insgesamt kostet der Umbau etwa 20.000 Euro, von denen der Verein ein Drittel übernimmt. Um die alten Schindeln zu entfernen, die neuen Holzwerkstoffplatten und die Kunststoffbahnen zu verlegen, braucht es allerdings Helfer. Leonhart hatte alle Mörzheimer Haushalte um Unterstützung gebeten. Rückmeldung bekam er jedoch genau eine. „Das war schon sehr enttäuschend“, sagt der Vereinsvorsitzende. Zum Schluss waren es an einem Samstag aber dann doch noch 22 Helfer, die meisten aus dem Verein. Ende dieser Woche soll der Umbau fertig sein. Dann können die Mörzheimer auch künftig die Siege ihrer Mannschaften im Trockenen feiern.