Landau Lustiges Gedränge vor den Wannen
Die katholische Kindertagesstätte St. Pius in Kandel ist eine von zwei Kitas im Land, die eine Zertifizierung des Kneipp-Bundes erhalten. Am kommenden Sonntag, 24. April, wird die Auszeichnung während eines Festgottesdienstes verliehen. Hintergrund ist, den Kindern frühzeitig und spielerisch eine gesunde Lebensweise zu vermitteln.
Deutschlandweit sind bereits mehr als 400 Kitas zertifiziert. In Rheinland-Pfalz hat bislang aber nur die Kita St. Martin in Bad Bergzabern das Zertifikat erhalten. Auf das Zertifikat „Vom Kneipp-Bund anerkannte Kindertageseinrichtung“ haben die Mitarbeiterinnen der Kandeler Kita über zwei Jahre hingearbeitet, setzen sie doch seit Januar 2014 die Richtlinien eines auf den Lehren von Pfarrer Sebastian Kneipp basierenden ganzheitlichen Gesundheitskonzepts um. Dazu haben sie sich auch an der Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen zu „Gesundheitserzieherinnen“ weitergebildet. Ziel des Konzepts, das sich auf die fünf Kneipp`schen Säulen Wasser, Bewegung, Ernährung, Kräuter und Lebensordnung stützt, ist, den Kindern spielerisch die Grundlagen zu einer gesunden, naturgemäßen Lebensweise zu vermitteln. Zwar mussten zu Beginn des Projekts sowohl bei den Erziehern als auch bei den Eltern noch manche Skeptiker überzeugt werden, doch schon bald stimmten auch sie dem neuen Konzept zu, berichtet die Kita-Leiterin Birgit Eckert-Burg. Wohl auch, weil sich zeigte, dass die Kneipp`schen Elemente gut in die pädagogische Arbeit eingebaut werden konnten. Die Kita legte schon zuvor Wert auf Bewegung und gesunde Ernährung. Dass die Kinder eifrig und gern mitmachen, zeigt sich, wenn im Kita-Alltag Wasser- und Bewegungsübungen angesagt sind. Da wird beim Wassertreten und bei den Wechselfußbädern fröhlich lachend von einer in die nächste und übernächste Wanne gestiegen, da herrscht bei den Armbädern oft ein lustiges Gedränge und die Kleinen massieren sich mit wachsender Begeisterung Hände und Finger. Auch der Frühsport und wöchentliches Turnen, das häufige Spiel im Sommer im Außengelände, im Winter an der Bewegungsbaustelle und vor allem die Waldtage sorgen für Abwechslung. Beim Thema Ernährung arbeiten die Erzieher eng mit den Eltern zusammen, entscheiden sie doch über die Beschaffenheit des Pausenbrotes ihrer Kinder. Doch auch hier haben sich laut Eckert-Burg recht bald die ersten Fortschritte gezeigt. Bei einem Elternabend wurden den Müttern und Vätern gesunde, wohlschmeckende und unter Mithilfe ihrer Kinder angefertigte Snacks angeboten. In zwei Hochbeeten pflanzen die Kinder Kräuter an, mit denen sie jeden Monat ein Kneipp-Frühstück zubereiten. Bleibt noch als fünfte Säule eine geregelte Lebensordnung: Ein Tagesablauf mit Entspannungs- und Aktivphasen, aber auch Freiheit für Eigeninitiativen sollen die gesunde Entwicklung der Kinder gewährleisten. Termin Festgottesdienst mit Verleihung des Zertifikats am Sonntag, 24. April, um 10.30 Uhr, in der St. Piuskirche. (wm)