Landau Lidl geht zelten
Der Lidl-Markt in der Wieslauterstraße in Landau soll durch einen Neubau ersetzt werden. Ziel ist es, die Verkaufsfläche von 1164 auf 1440 Quadratmeter zu vergrößern. Der Bauausschuss hat angeregt, bei solchen Neubauwünschen mit den Betreibern über eine Kombination von Verkaufsflächen unten und Wohnungen in den Obergeschossen zu verhandeln.
Für den Neubau muss ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Dem hat der Bauausschuss einstimmig zugestimmt. Ziel des Projekts ist es, breitere Gänge, niedrigere Regale und eine bessere Warenpräsentation zu ermöglichen. Die vorhandenen Parkplätze sollen neu angeordnet werden, 101 sollen es sein. Nach Angaben der Stadtverwaltung verstoßen die Pläne nicht gegen das Einzelhandelsgutachten für Landau. Es gehe darum, die Nahversorgung an einem städtebaulich integrierten, wohnortnahen Standort zu sichern und auszubauen. Florian Maier (SPD) sagte, dass die Schaffung von Wohnraum über Discountern einen wesentlichen Beitrag zur Linderung der Wohnungsnot leisten könnte. Im vorliegenden Fall handele es sich um eine ziemlich attraktive Lage, sagte Maier. Nach Angaben von Roland Schneider, Abteilungsleiter für Stadtentwicklung und Bauwesen, schließt der Betreiber im vorliegenden Fall die Schaffung von Wohnraum aus. Dies liegt laut Bauamtsleiter Christoph Kamplade an den beengten Verhältnissen auf dem Grundstück. Es gebe aber konkrete Gespräche mit anderen Märkten über die Nutzung der oberen Stockwerke. Namen nannte er nicht, aber der Aldi-Markt gleich nebenan an der Dammmühlstraße dürfte dafür infrage gekommen: Er war aus städtebaulichen Gründen nicht einstöckig errichtet worden, wie dies bei Discountern bisher meist der Fall war, sondern verfügt über ein offenbar zumindest teilweise leerstehendes zweites Geschoss und eine dritte Etage, die lediglich aus einer Art Stadiondach besteht. Jakob Wagner (Pfeffer & Salz) fragte, ob die Stadt Regularien schaffen könne, um Bauherren zu einer mehrstöckigen Bauweise zu zwingen. Das sei grundsätzlich möglich, so Kamplade. Nach seinen Angaben plant Lidl während der Abriss- und Bauzeit einen Zeltverkauf auf einem Grundstück in der Nähe, im nördlichen Stadtgebiet. Nach Angaben des ARD-Politmagazins „Plusminus“ hat Lidl in Berlin im Stadtteil Prenzlauer Berg schon Wohnungen gebaut. Auch Aldi habe dies angekündigt. Berlin habe als erste Stadt das Flächenpotenzial von Flachdach-Supermärkten ermittelt und habe 330 von 1000 Standorten als geeignet befunden. Darauf sei Platz für bis zu 36.000 Wohnungen. Bundesweit gebe es Potenzial für bis zu einer Million Wohnungen. Üblicherweise gibt es bei solchen Projekten Parkplätze im Untergeschoss, Verkaufsflächen im Erdgeschoss und Wohnungen in den Stockwerken darüber. Dies ist eine Folge der stark steigenden Grundstückspreise in den Innenstädten. Termin Heute ab 17 Uhr befasst sich der Hauptausschuss in öffentlicher Sitzung mit diesem Thema und weiteren Themen, beispielsweise mit einer Urnenwand auf dem Queichheimer Friedhof und neuen Stellplatz-Ablösegebühren.